Fotoausstellung zum Hurricane geht in die zweite Runde

Rockröhren im Ortskern

Thorsten Finner sichtet die Motive für die diesjährige Schaufenster-Ausstellung. - Foto: Heyne

Scheeßel - Rockröhren beim Optiker, eine Schlammschlacht beim Bäcker und vielleicht eine Truppe blauer Festivalschlümpfe in der Versicherung – diese und andere Hurricane-typischen Szenen werden spätestens ab Freitag im Ortskern zu sehen sein. Dann wird – rechtzeitig zum Midnight-Shopping – die Ausstellung „Schaufenster Hurricane“ offiziell eröffnet.

An rund 50 Stätten der Scheeßeler Gewerbetreibenden, vom Blumenladen bis zur Fahrschule, sind Motive der letzten Jahre des Musikspektakels am Eichenring zu sehen, 170 an der Zahl: von Campingplatz- und Infieldszenen über die vielen Stars, die sich hier das Mikro in die Hand gegeben haben. Wie Björk 2002, Kings of Leon oder Bloc Party 2007 – festgehalten von Fotografen des Veranstalters FKP Scorpio und der Rotenburger Kreiszeitung.

Zu verdanken ist auch die zweite Auflage der fotografischen Dokumentation des Festivals dem Werbefachmann Thorsten Finner. Er wollte mit der Aktion „ein Gegengewicht setzen gegen den Trend, dass sich das Festival und der Ort immer weiter voneinander entfernen“. Spätestens, als sich die kritischen Stimmen vor Ort mit dem Einzug des ersten Lidl-Marktes auf dem Gelände vor drei Jahren mehrten, war dem Rotenburger klar: „Es mussten Gegenargumente her – die schlechte Stimmung war auch aus unternehmerischer Sicht nicht förderlich“, so das Mitglied des örtlichen Gewerbevereins.

So sehen die Aufkleber aus, die die teilnehmenden Geschäfte kostenlos verteilen.

Zunächst habe es langer Gespräche bedurft, die Gewerbetreibenden von seiner Idee einer Ausstellung, bei der mit Hilfe der Schaufenster eindeutig Flagge gezeigt wird für das Festival, zu überzeugen. Schließlich werden die Kosten für die Rahmen für die großformatigen Plakate von den Geschäften selbst getragen; die Kosten für die insgesamt 40 Quadratmeter Drucke übernahm 2015 der Gewerbeverein. Auch hier setzte Finner auf das Prinzip des Lokalen: „Alle Aufträge sind im Ort geblieben!“

In diesem Jahr bedurfte es keiner Überzeugungsarbeit mehr; „schon letztes Mal hatten noch Gewerbetreibende nachträglich angefragt, ob sie nicht mitmachen könnten.“ Viele passten ihre gesamte Dekoration an, das Schaufenster eines Frisörs verwandelte sich in ein Mini-Festivalgelände mit Campingstuhl, Zelt und Dosenbier.

Und auch beim Veranstalter kam die Idee an: In diesem Jahr beteiligte sich FKP Scorpio nicht nur an den Druckkosten, sondern sponsorte auch die 2000 postkartengroßen Herzen-Aufkleber, in der die Verbundenheit des Ortes mit dem Hurricane dargestellt wird und die gratis an die Kunden gehen.

Nichtsdestoweniger ist die Vorbereitung der Ausstellung auch auf der Zielgeraden mit einer Menge Zeit und Herzblut verbunden: Koordination zwischen Gemeinde – neben einer Apotheke der größte „Aussteller“–, GVS und Veranstalter, Sichten der Motive, Kontrolle der Drucklegung, Zuschneiden und schließlich das Verteilen an die Geschäfte.

Gleichwohl hat sich das ehrenamtliche Engagement für Hurricane-Fan Finner schon jetzt gelohnt: „Auch für die Gemeinde hat das Festival einen Mehrwert“, ist er überzeugt. Der Besucher, der im Vorjahr extra mit dem Fahrrad aus Rotenburg gekommen sei, um sich die Ausstellung anzusehen – „vielleicht war das eine Ausnahme – aber wer weiß?“

Die offizielle Eröffnung erfolgt am kommenden Freitag um 17 Uhr am Scheeßeler Rathaus. Dann sollen auch die Gewinner des Strohpuppen-Wettbewerbs der Landjugenden bekannt gegeben werden. - hey

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