Resolution: „Suedlink“-Trasse soll um 500 Meter nach Norden verlegt werden

Gemeinderat macht Druck

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Hermann Hilken (CDU) sieht bei einer Erdverkabelung Nachteile.

Scheeßel/Abbendorf - Ein halbes Jahr ist es her, dass die Gemeinde Scheeßel erstmals darüber informiert wurde, dass die geplante Gleichstromtrasse „Suedlink“ ihr Gebiet durchqueren würde. Betroffen wäre neben den Ortschaften Wittkopsbostel und Sothel vor allem Abbendorf. Am Donnerstag hat der Gemeinderat nun eine vom Ortsrat Hetzwege-Abbendorf verfassten Resolution zugestimmt, die sich an den Bund, das Land Niedersachsen und den zuständigen Netzbetreiber Tennet richtet.

Danach soll die 800 Kilometer lange Trasse, die 2022 in Betrieb gehen und den Süden Deutschlands mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen soll, innerhalb der Gemeinde um 500 Meter nach Norden verlegt werden – einschließlich der vorhandenen Stromleitung. Sämtliche Energieleitungen, heißt es in der Resolution weiter, sollen zudem auf einem einheitlichen Mast gelegt werden. Sofern dies nicht möglich sei, werde eine unterirdische Verkabelung gefordert.

Der Waffensener Initiative zur Veränderung der Trasse, sagte Hermann Hilken (CDU), wolle man sich noch nicht anschließen. „Wir haben nicht die Kompetenz beurteilen zu können, ob die Trasse gebaut werden muss“, begründete der Abbendorfer Ratsherr den Entschluss. Seinen Worten nach sei eine Verlegung „wichtig, weil unsere Ortschaft mit sechs großen Gasleitungen sehr belastet ist“. Bei einem möglichen Terrorangriff, so Hilken, würde Norddeutschland ohne Erdgas und Strom auskommen müssen. Auch die unterschwellige Angst vor Elektrosmog würde vor Ort eine Rolle spielen. „Sollte dies nicht möglich sein, fordern wir Erdverkabelung – diese möchte ich aber relativieren, da es dort auch gravierende Nachteile, beispielsweise bei der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen gibt.“

Angelika Dorsch (SPD) kündigte an, sich bei der Beschlussempfehlung enthalten zu wollen. „Eine Erdverkabelung ist die denkbar ungünstigste Lösung – sie würde erhebliche Umweltschäden nach sich ziehen, die eine normale Trasse nicht bringen würde.“ Allerdings sei sie auch der Überzeugung, dass „Suedlink“ grundsätzlich nicht nötig sein müsse.

Das sah Matthias Selk, ihr Fraktionskollege, anders: „Wir haben uns vorgenommen aus der Atomenergie auszusteigen, die Argumentation von Frau Dorsch kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, so der SPD-Ratsherr, der ebenfalls unbedingt für eine Verschiebung plädierte. „Die Alternative würde gewaltige Kosten verursachen.“

Ein weiteres Argument brachte Detlev Kadinski (SPD) zur Sprache: „ Es ist wichtiger, dass wir darauf drängen, dass die Trasse verschoben wird – wenn wir jetzt von vornherein auf Erdverkabelung kommen, die im Übrigen ja auch mit Elektrosmog verbunden ist, dann wird das vielleicht umgesetzt – dann fahren wir den Teufel mit dem Beelezebub aus.“

Hetzweges Ortsbürgermeister Reinhard Frick (CDU) apellierte an den Gemeinderat, sich der Resolution anzuschließen, „damit das Ganze etwas schwergewichtiger gerät und wahrgenommen wird.“ In getrennter Abstimmung fiel die Verlegung einstimmig aus, während die Alternative einer unterirdischen Verkabelung zumindest noch die Mehrheit des Parlamentes fand.

lw

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