Reklamation des Todes

Elftklässler bringen Sartres „Das Spiel ist aus“ auf die Bühne

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Neben Tiefschürfendem sorgten die Schüler immer wieder auch für heitere Momente.

Scheeßel - Schwarze Gestalten, die zwischen den erst zum Spielbeginn eingelassenen Zuschauern agieren, Tote, die wieder ins Leben zurückkehren und die Schlüsselszene noch mal zurückgespult, weil‘s so schön war: Ein etwas anderes Theatererlebnis erwartete am Mittwoch die Zuschauer bei der Premiere von „Das Spiel ist aus“.

Spielleiterin Susanne Rünger und ihre 27 Akteure des Kurses Darstellendes Spiel hatten sich einiges einfallen lassen, um das Drehbuch von Jean-Paul Sartre auf der Bühne umzusetzen – „schließlich kann der Geist ja nicht wie in der Verfilmung der Leiche entsteigen“, erklärt sie. So sind es schwarze Masken und Kleidung, die den Übergang vom Leben ins Reich des Todes symbolisieren. Und der ist nicht etwa, wie man meinen möchte, unidirektional. Eve (vom Ehemann vergiftet) und Umweltaktivist Pierre (von einem Verräter eines gemeinsam geplanten Anschlags umgebracht) müssen die bittere Erfahrung machen, nur noch als Schatten zwischen den Lebenden zu weilen. Eine starke Szene, wenn sie ihre Freunde vor drohendem Unglück warnen wollen, aber feststellen müssen: „Wir sind ja unsichtbar!“

Eben dieses Verlangen, sich um andere zu kümmern, soll den beiden später zum Verhängnis werden. Denn als sie für 24 Stunden ins Leben zurückgeschickt werden, um sich gegenseitig ihre Liebe zu beweisen, für die sie bestimmt waren, scheitern sie. Auch wenn das Konstrukt dieses Szenarios zuweilen arg weit hergeholt scheint, sorgt es doch für komische Momente: Etwa, wenn der 1791 während der Französischen Revolution verstorbene Baron die Neuankömmlinge in die Regeln im Reich des Todes einweiht oder wenn die dortige Bürokratie (verkörpert durch Lea Bock und Lorene Kahnt) auf die Schippe genommen wird. Aber es lässt auch Raum für existenzielle Fragen: „Was ist überhaupt die Wirklichkeit?“ oder „Kann man seinem Schicksal entgehen?“

Am Ende scheitern Pierre und Eve am Versuch von bedingungsloser Liebe und Vertrauen. Die Schüler hingegen haben reüssiert, diesen nicht ganz einfachen Stoff plausibel in Szene zu setzen.

hey

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