Kreativität am laufenden Meter

Scheeßeler „Beekemanufaktur“ hat sich etabliert

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Für Angela Brinkmann hat sich der Lebenstraum eines Geschäfts voller schöner Dinge erfüllt.

Scheeßel - Ein Testballon sollte es werden, der kleine Laden mit Kunsthandwerk namens „Beekemanufaktur“ an der Großen Straße. Die Grundidee von Angela Brinkmann, selbst Seifensiederin und gelernte Steuerfachfrau: Regalbretter vermieten an andere, denen es ähnlich geht, die sonst nur auf Märkten ausstellen und ihre Kunst präsentiert wissen wollen.

Für Marmeladen, Gestecke, Wolle – alles, was sie selbst auch kaufen würde. Ein tragfähiges Konzept? Ein Besuch eineinhalb Jahre später. Die Stamping-Up-Karten sind noch da, ebenso die hohen Hingucker aus Holzpfählen. Die ursprünglich für Workshops vorgesehene Ecke dagegen ist einer Umkleide und Ständern für Designerkleidung gewichen.

Hinzugekommen sind viele Wohnaccessoires. Immer wieder bimmelt die Tür-Eingangsglocke, Kunden – aus der Gegend, aber heute auch aus Tostedt und Lilienthal, schauen vorbei. Der Laden läuft. Hat sich die Idee der Kleinstflächenvermietung bewährt? Ja und nein. Von anfangs 14 Anbietern sind noch fünf dabei, „allerdings kommen auch immer mal wieder neue dazu“, so Brinkmann, und zeigt auf die „Tortenhauben-Transporttaschen“ aus farbenfrohen Stoffen.

Beekemanufaktur als Sprungbrett

Ansonsten: Neben dem Kunsthandwerk finden sich immer mehr Wohnaccessoires. Das Handtuch haben allerdings die wenigsten der Künstler geschmissen, auch wenn sich im Laufe der Zeit Spreu vom Weizen getrennt habe: „Für viele hier war die Beekemanufaktur eine Art Sprungbrett“, konstatiert die Ur-Scheeßelerin. Eine Künstlerin hat sich selbstständig gemacht, eine andere einen Online-Vertrieb aufgemacht. 

Einiges an Produkten hat die blonde Endvierzigerin selbst übernommen, wie Holz- und Näharbeiten. Vieles erledigt sie an Ort und Stelle, anderes abends. Dann stehen auch Bestellungen und Buchhaltung an, mindestens einmal pro Monat geht es nach Holland zum Großhändler, Ware nachkaufen. Ein Fulltime-Job? „Mindestens, vielleicht auch mehr.“

Überraschend zeitintensiv

Einfach hatte es sich die energetische Frau mit dem offenen Ohr für jeden ihrer Kunden von Anfang an nicht vorgestellt – aber ganz so zeitintensiv eben auch nicht. Das Experiment, für das sie sich zwei Jahre gegeben hatte, ist schon jetzt geglückt, allen Unkenrufen zum Trotz. Sie hat es den Skeptikern gezeigt, den Pessimisten, die sagten: „In Scheeßel funktioniert doch nichts.“ 

Und den vielen, die meinten: „Die Idee hatte ich auch schon“, sich dann aber doch nicht getraut haben. Eine Erfolgsstory, wie sie im Buche steht? Das Geschäft sei langsam angelaufen, vor allem über Mundpropaganda. Heute begrüßt sie viele Stammkunden, „aber jeden Tag ist mindestens auch ein neues Gesicht dabei.“

Die ursprüngliche Idee, Kreativität am laufenden Meter anzubieten, hat auch heute noch Bestand. „Ich freue mich immer noch auf neue Anfragen von Kunsthandwerkern – es ist so spannend, was hier in der Region noch an Ideen schlummert.“ Ideen für Neues hat Brinkmann jede Menge – allein: „Es fehlt an Zeit und Platz!“ - hey

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