Raymund Heim nimmt seine Gäste per Diavortrag mit an Bord der „Avalon“

Über Europas Wasserstraßen

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Raymund Heim

Scheeßel - Auf vielfachen Wunsch hatte der Aktivkreis Scheeßel erneut den passionierten Segler Raymund Heim aus Harburg in den Meyerhof eingeladen. Im humorigen Erzählstil berichtete der Skipper über seine spannende Tour über Europas Wasserstraßen von Finkenwerder bis zum Mittelmeer. Als er mit Ehefrau Sissi an Bord seines Bootes „Avalon“ ging, lagen ungefähr 4000 Kilometer quer durch Europa vor dem Paar. Der erfahrene Skipper, Inhaber des kleinen Steuermannspatents – auch C-Schein genannt – war für die Tour technisch sowie navigationsmäßig bestens ausgestattet.

Als erste von 338 Schleusen passierten die Heims mit ihrem 10,5 Meter langen Segelschiff das Schiffshebewerk in Scharnebeck und ließen sich die ersten 23 Meter in einer der „Wannen“ hochhieven – insgesamt mussten sie 371 Höhenmeter bis zum Mittelmeer überwinden. Weiter ging es bis zum Dattelner Meer, wo die der Dortmund-Ems-Kanal, Rhein-Herne-Kanal, Wesel-Datteln-Kanal und Datteln-Hamm-Kanal aufeinander treffen. „Dort wurden wir in der Marina mit einem Ständchen von meinem ehemaligen Gesangsverein begrüßt“, erinnerte sich der gebürtige Münsteraner, „und ich habe vor Rührung ein Tränchen verdrückt.“

Über den Rhein und die Mosel führte der Weg weiter nach Luxemburg und Frankreich. Das von Napoleon geschaffene große Kanalsystem beeindruckte die Heims einerseits, andererseits mussten sie sich jeder Menge Herausforderungen stellen: Viele Schleusen mussten selbst per Hand bedient werden, Aquädukte überwunden und bis zu 1000 Meter lange, sehr enge Tunnel durchfahren werden. Für das Passieren einer 14-stufigen Schleusentreppe wurde sogar ein ganzer Tag benötigt. „Danach war Entspannung und gemütliches Schippern angesagt, und wir genossen die französische Lebensart mit gutem Essen und Wein“ erzählte Heim und belegte dieses mit wunderbaren Foto-Impressionen.

Ein Höhepunkt für das Paar war das Setzen der Masten in Port St. Louis: „Endlich ging es aufs freie Meer hinaus und wir steuerten Mallorca an.“ Nach einem Abstecher zur Insel Ibiza war Javea an der Costa Blanca das nächste Ziel, wo sie ihre langjährige, damals in Spanien lebende Freundin Hannelore Fuhrmann besuchten, die heute in Scheeßel lebt. Die ganze spanische Mittelmeerküste hinauf segelten sie dann zurück Richtung Norden mit vielen Aufenthalten in Städten wie Barcelona oder Roses.

Nach dem Abschied vom Mittelmeer schipperten die beiden Abenteurer über Arles und Avignon zurück Richtung Deutschland. Mit jeder Menge toller Erlebnisse im Gepäck erreichten sie nach drei Monaten wieder ihren Heimathafen in Finkenwerder – gesund und glücklich. Nach dieser „Feuerprobe“ entschlossen sie sich, noch länger auf dem Wasser unterwegs zu sein und lebten anschließend fünf Jahre auf ihrem Boot vor Sardinien.

uj

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