Scheeßeler Schüler sammeln Lebensmittel

Sammeln nach der Sause: Ravioli statt Religion

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Sonja Poszdieck (v.l.), Jessica Lian und Ann-Kathrin Zimmermann folgen dem Aufruf von Lehrerin Anke Janssen, nach dem Hurricane-Festival Dosen für die Tafel zu sammeln.

Scheeßel - Wenn in drei Wochen das Hurricane-Festival 2018 Geschichte ist, die letzten Bands am Vorabend noch einmal so richtig Gas gegeben haben und viele Festivalisten vor der Abreise noch die kurze Nacht oder den Bierrausch ausschlafen, dann sind einige Eichenschüler nicht im Zelt auf der Isomatte oder Luma zu finden, sondern mit Handschuhen und Müllbeuteln bewaffnet auf dem gesamten Gelände. Bereits zum zweiten Mal unterstützen die Jugendlichen die ehrenamtlichen Helfer der hiesigen Tafeln beim Einsammeln originalverpackter haltbarer Lebensmittel.

Was im vergangenen Jahr als Testballon startete (da ja schon Ferien waren, hatten sich auf den WhatsApp-Aufruf der betreuenden Lehrerin Anke Janssen nur fünf Schüler gefunden), soll in diesem Jahr auf eine breitere Basis gestellt werden. Gleich drei zehnte Klassen sind für die Jagd nach Tütensuppe und Raviolidose gemeldet worden – als Belohnung gibt‘s an diesem Tag schulfrei. 

Drei, die im vergangenen Jahr ihre Freizeit geopfert hatten und auch dieses Mal wieder dabei sein wollen, sind Jessica Lian, Sonja Posdziech und Ann-Kathrin Zimmermann. Warum? „Ich finde es sinnvoll, wenn die vielen Lebensmittel nicht verkommen, sondern einem sinnvollen Zweck zugeführt werden“, erklärt Posdziech. Die schieren Mengen an Dosen, aber auch anderen Hinterlassenschaften, hatte sie sich vorher allerdings nicht träumen lassen. Ann-Kathrin Zimmermann ergänzt: „Außerdem macht es einfach Spaß!“ Und Jessica Lian erinnert sich: „Die Leute waren alle durch die Bank freundlich, einige hatten die Sachen schon zusammengestellt und auf uns gewartet.“ 

Dumme Kommentare für die aufgeweckten Jugendlichen, die übrigens putzmunter waren, weil sie das Festival selbst nicht besucht hatten, habe es nicht gegeben. Der Kontakt zur Ausgabestelle Scheeßel der Rotenburger Tafel ist übrigens schon älter: „In den vergangenen Jahren haben immer mal wieder Schüler von uns hier ihr sozialdiakonisches Praktikum im Rahmen des Religionsunterrichts der zehnten Klassen absolviert“, erklärt Janssen. Als Koordinator Günter Saxer um personelle Unterstützung für die Mammutveranstaltung bat, rannte er bei Janssen offene Türen ein. 

Auch in diesem Jahr werden die Sammler über eine WhatsApp-Gruppe koordiniert, vor Ort übernehmen dann die Organisatoren der Tafel das Kommando. Dabei hatte sich bereits in der vorigen Auflage fast wie von selbst eine Vernetzung mit anderen Wohltätigkeitsorganisationen ergeben: „Angebrochene Lebensmittel haben wir zum Foodsharing gegeben“, so Jessica Lian, und auch dem Hospiz-Unterstützerkreis der Beekelöwen, für die Sonja Posdziechs Schwester mit ihren Mitstreitern der „Bengels“-AG der Beekeschule unterwegs ist, seien mit Zelten und Stühlen bedacht worden.

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