Problem ist die Manpower

Raus aus der Randzone: Aufwertung für Scheeßeler Heimathausgelände im Gespräch

Rund 300 Meter vom Meyerhof entfernt wartet das Heimathausgelände mit seinen eigenen historischen Schmuckstücken auf.
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Rund 300 Meter vom Meyerhof entfernt wartet das Heimathausgelände mit seinen eigenen historischen Schmuckstücken auf.

Scheeßel – Zugegeben: Wer an das Heimatmuseum Scheeßel denkt, dem kommt in aller Regel als erstes der Meyerhof in den Sinn. Weberei, Kunstgewerbehaus, Blaudruckausstellung und natürlich das namensgebende Hauptgebäude selbst genießen zurecht einen hohen Bekanntheitsgrad. Und das Heimathausgelände an der Zevener Straße, gleich neben der Grundschule?

Das fristet in der öffentlichen Wahrnehmung eher ein Schattendasein. „Dabei halte ich das Gelände zwischen Hamburg und Bremen, das ich schon immer brachliegen sehe, doch strategisch für sehr interessant“, befand ein Zuhörer, der am Montagabend in der Sitzung des Scheeßeler Ausschusses für Wirtschaft, Touristik, Kultur- und Heimatpflege zugegen war und sich als freier Kurator vorstellte. Kulturell, äußerte er, könne, nein müsse dieser Teil des Museums eine Aufwertung erfahren, „da sehe ich auch wegen dem Blaudruck zum Beispiel eine Riesenchance“.

Dass beide Museumsareale in der Tat eine gleiche Gewichtung haben sollten, in den Köpfen der Scheeßeler, aber natürlich auch in denen der Besucher von außerhalb, darauf verwies Elke Twesten, seit Juli als Heimatvereinsvorsitzende in Amt und Würden und damit als beratendes Ausschussmitglied gesetzt. Seit den 1960er-Jahren, erklärte Twesten, sei das Heimathausgelände sonntags für das Publikum geöffnet. „Damals gehörte es dazu, beim Rundgang durch das Museum auch diesen historischen Bereich zu besuchen – das ist heute immer noch so, nur würden wir natürlich gerne viel mehr machen, was die Ausweitung der Öffnungszeiten dort anbelangt.“ Allein: Dem Heimatverein fehle es dafür häufig an Manpower, brachte die Vorsitzende das Dilemma auf den Punkt. „Gleichwohl verrate ich nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir uns schon seit geraumer Zeit Gedanken machen, wie es insgesamt weitergehen kann.“

Wir würden natürlich gerne viel mehr machen, was die Ausweitung der Öffnungszeiten anbelangt.

Heimatvereinsvorsitzende Elke Twesten 

Demnach habe man bereits die Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft ins Auge gefasst, die speziell dieses Gelände in den Fokus nehmen soll. „Ein solches Vorhaben haben wir im Rahmen unserer letzten Vorstandssitzung, die noch mit der vorherigen Bürgermeisterin stattgefunden hat, auch schon signalisiert“, so Twesten weiter. Diese Frage jedenfalls gelte es beim nächsten Treffen Anfang kommenden Jahres wieder aufzunehmen – dann mit Ulrike Jungemann, der neuen Bürgermeisterin. „Man könnte noch sehr viel mehr zur Arbeitskraft in unserem Verein berichten, aber das möchte ich natürlich auch gerne in der AG diskutieren, so sie denn gegründet wird“, gab Twesten zu Protokoll. Man müsse sich darüber verständigen, wie der Vorstand dann mit dem Thema umgehen wolle.

„Geschichtsunterricht“ zwischen Honigspeicher und Schafstall 

Auf dem Heimathausgelände wird die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts dargestellt. In historischen Gebäuden, die dort wiederaufgebaut wurden, lässt sich nachvollziehen, wie die Menschen auf einer Hofanlage mit niederdeutschem Hallenhaus vor mehr als 100 Jahren lebten und arbeiteten. Backhaus, Honigspeicher, Schafstall und Flechtscheune gehörten zu den typischen Nebengebäuden eines solchen Hofes. Eine kleine Dauerausstellung im ersten Geschoss des Heimathauses informiert über den Naturraum Wümme Niederung, die frühgeschichtliche Besiedlung, Kultur- und Trachtenpflege sowie das Leben in der neuen Heimat Scheeßel.

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