Gemeinde sagt Kinderbürgermeisterwahl ab

Zu wenig Anmeldungen: Ratsstühle bleiben leer

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Ex-Kinderbürgermeisterin Cleo Heitmann auf dem Frühjahrsmarkt beim Verteilen von Fahrchips.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Den Kindern eine Stimme geben, sie im jungen Alter an ein Demokratieverständnis heranführen – und sie ganz nebenbei hinter die Kulissen des Rathauses blicken lassen: Das ist bei der Kinderbürgermeisterwahl schon gelebte Tradition. Allein in diesem Jahr fiel das Interesse an der Ferienprogramm-Aktion derart mau aus, dass die Gemeinde keine andere Möglichkeit sah, als die Reißleine zu ziehen.

Montagnachmittag, 14 Uhr, Scheeßeler Rathaus. Eigentlich hätten sich Jungen und Mädchen zwischen neun und 13 Jahren jetzt der Wahl zum Nachfolger oder zur Nachfolgerin von Cleo Heitmann (12) stellen sollen. Die Westervesederin ist die amtierende Kinderbürgermeisterin, begleitete Käthe Dittmer-Scheele, die erwachsene Amtsinhaberin, in den vergangenen zwölf Monaten hier und da zu repräsentativen Anlässen. Alle Kandidaten, in der Regel waren es immer um die zehn, hätten ihre Ziele vorgestellt, was sie verbessern möchten, wenn sie denn in die Fußstapfen der Gemeinde-Chefin treten würden. Am Ende, so ist es Usus geworden, hätten die jungen Teilnehmer unter Leitung des frisch gewählten Kinderbürgermeisters sogar eine Ratssitzung nachspielen dürfen.

Doch dieses Mal, es wäre die siebte Wahl in Folge gewesen, bleiben die Stühle im Sitzungssaal leer. „Es gab einfach nicht genügend Anmeldungen“, bedauert Dittmer-Scheele den Ausfall. Vier Kinder, die ihr Interesse bekundet hätten, seien für eine nach allen Regeln einer Demokratie abgehaltenen Wahl einfach zu wenig gewesen. „Womöglich lag der Termin mitten in den Ferien, wo viele Familien verreist sind, ja auch einfach nicht günstig“, betreibt die Verwaltungschefin Ursachenforschung. So müsse man ein Jahr lang nun ohne einen Amtsinhaber beziehungsweise einer Amtsinhaberin auskommen.

Engagement bei Jüngeren durchaus vorhanden

Dass Kinder und Jugendliche vielleicht aber auch gar nicht erst das Interesse hegen, in die Kommunalpolitik hineinzuschnuppern, sei aus Sicht von Dittmer-Scheele angesichts der vorangegangenen Jahre – sie spricht von rund 15 Jungen und Mädchen, die sich stets für die Ferienprogramm-Aktion angemeldet hätten, nicht der Grund für die jetzige Flaute. Denn, beteuert sie, junge Menschen, die Verantwortung übernehmen würden, gebe es in der Gemeinde sehr wohl – ob in den Landjugenden oder im Vereinswesen. „Der Jugendrat im SV Jeersdorf ist ein tolles Beispiel dafür, wie es gelingen kann, Jugendliche mit einzubinden“, sagt sie.

Der Idee eines gemeindlichen Jugendparlamentes, das die Interessen der jungen Generation vertreten könnte und in vielen Kommunen bereits fest verankert ist, ist die Bürgermeisterin jedenfalls nicht abgeneigt. „Die Idee muss dann nur gelingen können; das abzuwägen, wäre dann die vorderste Sache der Fraktionen und Gruppen im Rat.“

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