Ralf Schröder aus Deepen nennt rund 18000 Zuckertüten, -stäbchen und -würfel sein Eigen

Süße Ansichten im Kartenschrank

+
Ralf Schröder ist stets auf der Pirsch nach neuen Motiven. In seinem Kartenschrank hat sich eine beachtliche Zahl an Zuckerwürfeln angesammelt.

Deepen - Von Lars Warnecke. „Ein rechter Sammler, wenn‘s ihn gibt, isst nicht auf, was er so liebt.“ Diesen Spruch hat sich Ralf Schröder zu Herzen genommen. Wenn er Kaffee trinken geht, wandert der abgepackte Zucker nicht in die Tasse, sondern direkt in seine Hosentasche. Auf diese Weise hat der Kaufmann im Baustoffgewerbe über die Jahre hinweg gut 18000 Zuckertüten, -stäbchen und -würfel gesammelt – und besitzt damit sogar einen Eintrag im Guiness-Buch der Rekorde.

So eine Sammlung will geordnet und verstaut sein. Schröder hebt die Zuckerwürfel alphabetisch geordnet in maßgefertigten Kartons auf. Die Zuckertüten, nach Firmen und Ländern sortiert, packt der 39-Jährige in Foto-Einsteckalben – inklusive süßem Inhalt. Sorge davor, dass irgendwann einmal eine Ameisenstraße quer durch seine Wohnung gehen könnte, hat er offenbar nicht. „Die Sammelobjekte bewahre ich ja auch allesamt trocken und sicher in einem ausgedienten Kartenschrank auf“, versichert der Deepener. Überhaupt habe Zucker kein Verfallsdatum, „er ist so lange haltbar, wie man ihn nicht nass werden lässt – also durchaus eine Investition in die Zukunft“, schmunzelt Schröder.

Erstaunlich, was für Motive den Weg auf die Zuckertüte finden: Gedichte und Papageien zum Beispiel – und Zeichnungen aus der Feder von Wilhelm Busch, von denen Schröder gleich mehrere Serien sein Eigen nennt. Komplette Serien, erklärt er, seien ähnlich wie bei den Briefmarken unter Sammlern besonders begehrt. Genauso wie die Puzzles, bei denen mehrere Tütchen oder Zuckerstücke zusammen ein Bild ergeben. Anders als im Ausland, wo man mehr Kreativität auf das Design dieser Alltagsgegenstände verwendet, ist in deutschen Cafés allerdings meistens nur Werbung aufgedruckt. „So was will in der Regel keiner sammeln“, sagt der 39-Jährige. Er tut es – und das seit beinahe schon 30 Jahren.

Angefangen hat alles mit einem kleinen, unscheinbaren Tütchen, das sein älterer Bruder Heiko eines Tages von der Bundeswehr mit nach Hause gebracht hatte. Schröder behielt es, ohne es aufzureißen. „Irgendwann war mir aufgegangen, dass diese kleinen Dinger, die meine Mutter immer vom Kaffeeklatsch mitgebracht hatte, einfach schön sind und abwechslungsreich in ihrer Gestaltung – zum Wegwerfen waren sie also viel zu schade“, erzählt er. Für sein Hobby war das die Initialzündung.

Rund 18000 Objekte, vermutet Ralf Schröder, dürften mittlerweile zu seiner Sammlung zählen – knapp 3500 weniger als noch vor zwei Jahren. Damals konnte sich der Deepener nach 2007 und 2010 zum wiederholten Mal einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde sichern – mit einer Stückzahl von exakt 14502.

Längst hat Schröder mit seiner Leidenschaft sämtliche Bekannte und Verwandte angesteckt, so dass die Sammlung stetig wächst. „Vieles hat man mir von Urlaubsreisen mitgebracht, auf andere Exponate bin ich selbst im In- und Ausland gestoßen“, sagt er und fügt stolz hinzu, dass er inzwischen von allen fünf Kontinenten etwas dabei habe.

Mitglied in einer Zuckersammler-Gemeinschaft, von denen es in Deutschland tatsächlich einige gibt und in denen fleißig doppelte Verpackungen getauscht werden, sei er ganz bewusst nicht. Schröder: „Die meisten, die dieses Hobby betreiben, sind ja auch sehr viel älter als ich.“

Mehr zum Thema:

Solidarität mit London von Berlin bis Washington

Solidarität mit London von Berlin bis Washington

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Stadt, Land, Fluss rund um Hameln

Stadt, Land, Fluss rund um Hameln

Mit Streetart-Touren die etwas andere Kunst entdecken

Mit Streetart-Touren die etwas andere Kunst entdecken

Meistgelesene Artikel

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

Schüler erteilen Rassismus einen Platzverweis

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

16-jährige Radlerin stirbt bei Unfall

Kulturinitiative wird nicht in den Heimatverein aufgenommen

Kulturinitiative wird nicht in den Heimatverein aufgenommen

Kommentare