Minicomputer ermöglicht erste Gehversuche in der Informatik

Programmieren mit der Platine

Schulleiter Sven Borstelmann zeigt die Hauptplatine, mit deren Hilfe die Schüler sich an das Einmaleins des Programmierens wagen. Foto: Heyne

Scheeßel – Da staunten die Mitglieder des Schulausschusses jüngst nicht schlecht, als Schulleiter Sven Borstelmann ihnen auf Anregung von Ratsmitglied Peggy Miesner eine einstündige „Schlossführung“ durch die Beekeschule – auch derzeitige Heimat eines Teils der Verwaltung – gab: Ein Schrank im Computerraum birgt einen kleinen Schatz – oder zumindest das Geheimnis dafür, dass sich an der Oberschule rund 40 junge Programmierer tummeln.

Das Ei des Kolumbus heißt Caliope Mini und ist ein programmierbarer Minicomputer. Ein ganzer Klassensatz der handtellergroßen Platinen sorgt dafür, dass die Neunt- und Zehntklässler des Wahlpflichtkurses nicht bloß die Bedienung von PCs lernen, sondern richtiges Programmieren. „Das steht sogar im Curriculum, wird jedoch oft falsch ausgelegt – vielleicht auch, weil ausgebildete Lehrer fehlen“, so Borstelmann. Obwohl alle von Informatik redeten, würden derzeit keine Lehrer in diesem Fach ausgebildet.

Die Beekeschüler haben Glück: Gleich drei Kollegen seien so technisch so versiert, dass sie den Schülern das Einmaleins des Programmierens mit dem kleinen Wundertool näher bringen können. Dessen Programmierung über eine USB-Schnittstelle über eine Internet-Website mit einfachen „Wenn-dann“-Befehlen und grafisch aufbereiteter Oberfläche sei so einfach, dass Borstelmann sich das Hilfsmittel durchaus auch in der Hand von Grundschülern vorstellen könnte, für die es ursprünglich auch konzipiert wurde: „Im Rahmen eines noch zu erarbeiteten, Schulform-übergreifenden Medienkompetenzkonzepts wäre eine gemeinsame Nutzung durchaus vorstellbar.“

Dabei fußt seine Einschätzung auch auf eigenen Erfahrungen. Beim eigenen Testdurchlauf gelang es dem Vater zweier Kinder auf Anhieb, selbst einen Smiley auf dem 25 LEDs umfassenden sogenannten Motherboard, der Hauptplatine zu programmieren. In einer Vertretungsstunde einer achten Klasse waren die Schüler geradezu begeistert, „Happy Birthday“ als Leuchtschrift mit passender Musik auf dem Miniatur-Lautsprecher generieren zu können. Dabei wird die Erzeugung des Quellcodes genauso wie bei vergleichbaren, aber hochpreisigeren Lösungen wie Lego-Mindstorms vom System übernommen.

Die jungen Informatiker von morgen imponieren Schulleiter Borstelmann schon jetzt: „Sie sind vielen anderen einen entscheidenden Schritt voraus!“ Doch auch er selbst ist „angefixt“: Als Nächstes steht die Programmierung des Filmhelden „Borat“ an.  hey

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