Problem erkannt, aber nicht gebannt

Schulbusse rollen durch Straße in Westeresch, wo sie gar nicht rollen sollen

Laut den Schildern an den beiden Eingängen zur Straße „Hinterm Dorf“ dürfen Schulbusse hier durchfahren – davon machen viele Fahrer offenbar auch Gebrauch, trotz einer Vereinbarung, die genau das eigentlich verhindern soll.
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Laut den Schildern an den beiden Eingängen zur Straße „Hinterm Dorf“ dürfen Schulbusse hier durchfahren – davon machen viele Fahrer offenbar auch Gebrauch, trotz einer Vereinbarung, die genau das eigentlich verhindern soll.

Westeresch – Chris Krause, Anwohner der eigentlich recht beschaulichen Straße „Hinterm Dorf“ in Westeresch, ist verärgert. Immer noch, muss man sagen. Denn dass täglich mindestens vier Schulbusse an seinem Haus vorbeidonnern, über die ohnehin recht schmale, auf ein Gewicht von sechs Tonnen begrenzte Fahrbahn, bringt ihn schon seit geraumer Zeit auf die Palme.

Dabei sollten die schweren Gefährte dort eigentlich doch gar nicht mehr aus Gründen der Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer verkehren, wie der Krimi-Autor jüngst in einer Ortsratssitzung sichtlich angesäuert äußerte. „Vor knapp einem Jahr haben wir mit der Weser-Ems-Bus als verantwortlicher Verkehrsgesellschaft eine Vereinbarung getroffen, dass die Busse auf dem privaten Gelände der alten Schmiede wenden sollen und nicht mehr durch unsere Straße fahren“, erinnerte Krause. Nur habe das in den elf Monaten kein einziges Mal geklappt. Vier Busse am Tag, mindestens – dieses Aufkommen habe er auch dokumentiert. Mehrfach schon sei er mit der Bitte an die Landkreisverwaltung herangetreten, man möge den Busunternehmer daran erinnern, das Agreement auch einzuhalten. „Der meinte, er wolle an seine Fahrer noch mal ein Rundschreiben schicken – geändert hat sich an der Situation aber nichts.“

Nun sei die Vereinbarung nur als Übergangslösung gedacht gewesen. Wie es denn mit einer dauerhaften Bewältigung des Problems aussehen würde, wollte Krause vom Ortsrat wissen. Eine Frage, die er vor Monaten auch schon dem Ortsbürgermeister in einer Mail gestellt habe, die seinen Worten nach bis heute aber bedauerlicherweise unbeantwortet geblieben sei. „Vorgesehen war ja mal als Lösung vielleicht der Ausbau der Einmündung von der Dorfstraße in die Wenkeloher Straße zum Kreisel.“ Der Landkreis, will der Westerescher erfahren haben, stünde einer solchen Maßnahme jedenfalls aufgeschlossen gegenüber.

Dass die Einmündung der Dorfstraße in die Wenkeloher Straße zum Kreisel ausgebaut werden könnte, gilt als unwahrscheinlich. Es hapert an der Finanzierung.

Dass man sehr wohl in Westeresch an einer Lösung arbeite, verteidigte sich Ernst Behrens, der scheidende Ortsbürgermeister. „Nur für einen Kreiselbau, das hat sich inzwischen gezeigt, werden wir keinen finden, der uns das finanziert“, gab der CDU-Mann Auskunft. Auch ein Vorschlag seitens des Ortsrates, die Linienführung zu ändern – nämlich von Sothel kommend statt aus Richtung Hetzwege – sei auf keinen fruchtbaren Boden gestoßen.

Was Chris Krauses Ansicht nach kurzfristig dazu beitragen könne, die Schulbusverkehre aus der Straße „Hinterm Dorf“ fernzuhalten: „Für deren Durchfahrt gibt es eine Ausnahmegenehmigung – die müsste von den beidseitig aufgestellten Schildern vielleicht aber mal verschwinden.“ Eine Sache, die laut dem Ortsbürgermeister dann die Gemeinde Scheeßel zu beantragen hätte. „Die Verwaltung hätte damals bei der Genehmigung gleich sagen müssen, dass es mit den vielen Bussen, die dort durchfahren, nicht geht – das ist versäumt worden.“ Und weiter äußerte sich Behrens: „Wenn das mit den Schildern nicht möglich ist, müsste der gesamte Fahrplan zur nächsten Saison so geändert werden, dass die Busse dann tatsächlich über Sothel in unser Dorf fahren – aber das wird verdammt schwierig, das werden wir ohne Weiteres nicht so hinbekommen.“

Beschäftigen wird das leidige Thema so ganz sicher auch noch den neuen Ortsrat.

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