„Seien Sie selbstbewusst“

Polizei Rotenburg gibt Landfrauen Tipps zum Schutz vor Betrügern

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Hannelore Kröger (r.) und Magdalene Lange vom Landfrauenverein mit dem Referenten Thomas Teuber von der Polizeiinspektion Rotenburg.

Westerholz - Von Ursula Ujen. Irgendwie scheint jede der Landfrauen schon einmal ins Visier von Dieben oder Betrügern geraten zu sein – das offenbarten jedenfalls die Kommentare der Teilnehmerinnen, die in den Westerholter Kroog gekommen waren. Und so war Polizeihauptkommissar Thomas Teuber die ungeteilte Aufmerksamkeit bei seinem Vortrag „So schütze ich mich vor Betrügern“ gewiss. Nach der Begrüßung durch die Leiterinnen Hannelore Kröger und Magdalene Lange vom Arbeitskreis „Mittendrin“ des Landfrauenvereins Rotenburg und Umgebung ergriff der Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Rotenburg das Wort.

Zunächst einmal gab Teuber Entwarnung: „Entgegen des subjektiven Gefühls, leicht Opfer einer Straftat zu werden, ist gerade im ländlichen Raum diese Gefahr nicht sehr groß.“ Durch die ständige Berichterstattung in den Medien werde dieses Gefühl erzeugt, dabei würden die Statistiken eine ganz andere Sprache sprechen. In fast allen Bereichen, stellte der Redner fest, seien die Straftaten zurückgegangen und die Aufklärungsquoten gestiegen. 

So sei die Zahl der Straftaten im Landkreis von mehr als 10.000 zuletzt auf 9 700 gesunken (davon 3.000 Eigentumsdelikte, 2.000 Betrugsdelikte, 1.500 Rohheitsdelikte wie Körperverletzungen oder Raub, 1.000 Sachbeschädigungen, 500 Beleidigungen sowie 35 Raubüberfälle). Ältere Leute über 60 Jahre wären nur zu 0,2 Prozent von Gewaltdelikten betroffen. Angestiegen sei allerdings die Zahl der Diebstähle von früher um 1.000 auf 3.000 (davon 400 Fahrräder, 450 Ladendiebstähle, 100 Taschendiebstähle und 500 Diebstähle aus Autos).

Zumeist Zufallstaten überörtlicher Bande

Die Zahl der Einbrüche sei im Vergleich zu den 90er-Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Dabei handele es sich nach Teubers Auskunft zumeist um Zufallstaten überörtlicher Banden vornehmlich tagsüber in Orten mit guter Verkehrsanbindung wie beispielsweise Scheeßel mit etwa 30 Wohnungseinbrüchen.

Besondere Vorsicht sei laut dem Präventionsbeauftragten an der Haustür geboten, wenn beispielsweise angebliche Servicemitarbeiter von Energieunternehmen ins Haus wollen oder man am Supermarkt von südosteuropäischen Fremden angesprochen werde – zu 90 Prozent sei ein geplanter Diebstahl beabsichtigt. „Und natürlich sollte man keine Handtaschen oder Wertgegenstände im Auto lassen – sei es am Supermarkt oder am Friedhof“, so Teuber. Auf diese Art des Diebstahls hätten sich Banden schließlich spezialisiert.

„Seien sie selbstbewusst und kritisch“

Immer mehr Betrugsdelikte kämen heutzutage am Telefon zustande: Obwohl der Enkeltrick hinlänglich bekannt sei, fielen ältere Menschen durch geschickte Gesprächsführung immer wieder darauf herein. Ebenso würde die Polizisten-Masche greifen – da solle man sich klar machen, dass die Polizei niemals Geld oder Wertgegenstände abholen würde. „Entscheidend ist für die Täter, zeitlichen Druck aufzubauen, damit sich das Opfer nicht mehr austauschen kann“, erklärte der Referent. Auch Microsoft würde sich niemals melden, um PC-Zugangsdaten zu erfahren, genauso wie für einen angeblichen Autogewinn keine Vorausgebühr zu zahlen sei.

„Seien sie selbstbewusst und kritisch, man muss keine Angst vor Mord und Totschlag haben, rechnen Sie aber mit Betrügern und Einbrüchen, und minimieren Sie durch Prävention und Vorsorge eventuelle Gefahren“, riet Teuber abschließend den Landfrauen.

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