Pia-Kristina Bassen forscht am Institut für keramische Hochleistungswerkstoffe

Lauenbrückerin erhält Hans-Walter-Hennicke-Preis

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Pia-Kristina Bassen mit ihrem kleinen Mops-Mischling.

Lauenbrück - Von Ursula Ujen. Über eine bemerkenswerte Auszeichnung freut sich die in Lauenbrück aufgewachsene ehemalige Eichenschülerin Pia-Kristina Bassen: Ihr wurde der Hans-Walter-Hennicke-Preis verliehen.

Die 26-jährige Studentin am Institut für keramische Hochleistungswerkstoffe der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) überzeugte die Fach-Jury mit ihrer Masterarbeit zum Thema „Pulvermetallurgische Synthese eines interpenetrierenden Metall/Keramik-Verbundwerkstoffs durch mechanisches Legieren“ und belegte den mit 1000 Euro dotierten zweiten Platz. Wir sprachen mit der Preisträgerin über ihr Studium und ihre weiteren Pläne.

Frau Bassen, wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich für den Preis zu bewerben?

Bassen: Ich wurde ganz einfach von meinem Institut gefragt. Der Preis wurde ja schon öfter an Studenten des Instituts verliehen und dieses Jahr wurde ich dazu auserkoren, möglichst den Preis nach Hause zu holen.

Mussten Sie persönlich vor der Jury erscheinen?

Bassen: Ja, ich bin zu der Jahrestagung der Deutschen Keramischen Gesellschaft nach Bayreuth gefahren und habe dort vor der Jury auf Englisch meinen Vortrag gehalten. Das war insofern nicht so einfach, weil ich meine Masterarbeit auf Deutsch geschrieben habe und ich natürlich dafür extra lernen musste. Aber die vage Aussicht auf einen Preis hat mich dabei motiviert.

Was genau haben Sie erforscht und wofür kann man das anwenden?

Bassen: Ich habe einen neuartigen Ansatz erforscht, um einen Metall-Keramik- Verbundwerkstoff herzustellen. Dabei geht es um die Verstärkung von Metallwerkstoffen mit Keramik, weil dieses Material einfach viel härter ist als Stahl. Der Fokus der späteren Anwendung liegt dabei auf Wälz- beziehungsweise Kugellagern. Die kennt jeder, weil die auch überall gebraucht werden. Vom Skateboard über Hubschrauber bis hin zu Windkraftanlagen – alles was sich eben so bewegt und rotiert. Metall/Keramik-Verbundwerkstoffe werden auch schon kommerziell eingesetzt, zum Beispiel im Motorblock des Porsche 911, aber die Herstellungstechnik ist sehr energieaufwändig und dadurch teuer. Deswegen versuchen wir, eine einfachere und kostengünstigere Methode zu entwickeln.

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?

Bassen: Mir wurde bereits eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin mit dem Ziel der Promotion an der TUHH angeboten – darüber freue ich mich natürlich sehr. Dabei geht es um den dielektrischen Durchschlag von keramischen Werkstoffen. Der nicht elektrisch leitende Durchschlag beschreibt normalerweise das irreversible elektrische Versagen eines nichtleitenden Bauteils unter anliegender elektrischer Last. Aber als einfaches Beispiel kann man auch den Blitz nehmen, der irgendwo einschlägt. Der Blitz ist der dielektrische Durchschlag durch das Isolationsmedium Luft. Dieser Mechanismus ist noch nicht gänzlich erforscht und sehr wichtig für Isolationsmaterialien für beispielsweise Zündkerzen oder Hochspannungsleitungen.

Gönnen Sie sich jetzt erst einmal eine Auszeit?

Bassen: Jetzt nach der Masterarbeit würde ich gerne mit dem Auto durch Deutschland und bis in die Schweiz fahren und Freunde besuchen. Ich suche allerdings noch jemanden, der mir sein Auto dafür leiht. Urlaub war ja leider in letzter Zeit weniger drin, sowohl aus finanziellen als auch aus zeitlichen Gründen. Allerdings habe ich ein wunderschönes Semester in Schweden verbracht und dort studiert.

Wie entspannen Sie sich in Ihrer Freizeit?

Bassen: Neben Yoga gehe ich so oft laufen wie ich es einrichten kann. Ich wohne in Hamburg-Heimfeld, dort ist der Meyers Park direkt um die Ecke – das ist ein schönes Waldstück, in dem man super laufen kann. Klettern oder genauer bouldern gehe ich mindestens einmal die Woche in der Nordwandhalle in Wilhelmsburg. Das mache ich jetzt seit gut einem Jahr regelmäßig und es ist zu meinem Lieblingssport geworden. Ich konnte auch schon einige Freunde für den Sport gewinnen und so sind wir zu einer festen Bouldergruppe geworden. Aber sehr wichtig ist mir vor allem, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Die musste ich leider in den vergangenen Monaten etwas vernachlässigen, weil ich so mit meiner Arbeit beschäftigt war. Aber ich hab schon versprochen, dass ich jetzt wieder mehr für sie da sein werde.

Bleiben Sie in Hamburg wohnen?

Bassen: Ja, Hamburg ist meine Stadt geworden. Mit meinen Kommilitonen und inzwischen besten Freunden Jana und Lennart wohne ich in einer Wohngemeinschaft, die bestens funktioniert. Wir sind wie eine Familie, kochen uns gegenseitig Frühstückseier und bringen uns Kaffee ans Bett. Sonntags ist bei uns Pizza- und Tatortabend, das ist Pflichtprogramm, und einen Putzplan gibt’s natürlich auch.

Auch ein Hund gehört zu Ihrer WG?

Bassen: Ja natürlich, mein Hund ist ein Chihuahua-Mops-Mischling. Ich habe ihn zu meinem zwölften Geburtstag bekommen, er ist also schon seit 14 Jahren mein treuer Begleiter. Auf dem Campus ist er wie der sprichwörtliche „bunte Hund“ bekannt. Im Sommer setze ich ihn gerne nach getaner Arbeit in den Fahrradkorb und düse mit ihm an den See.

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