Eltern sorgen sich um Lage in den Scheeßeler Kitas über den Winter

Personalmangel verschärft sich

Achtung Kinder: Das Schild ist erneuerungsbedürftig, die personelle Situation in den Kitas scheint ähnlich bedürftig zu sein.
+
Achtung Kinder: Das Schild ist erneuerungsbedürftig, die personelle Situation in den Kitas scheint ähnlich bedürftig zu sein.

Scheeßel – Kinderbetreuung in Corona-Zeiten ist schwierig, dies wurde während der Sitzung des Jugendausschusses mehrfach deutlich. Bereits zu Beginn sprach Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele das Thema an: „Die Situation in unseren Kindertagesstätten und auch in der Verwaltung ist problematisch, Corona hat uns noch fest im Griff“.

Zwar habe man mit Beginn des neuen Kindergartenjahres den Regelbetrieb wieder aufgenommen, aber es herrsche eine angespannte Stimmung. Für die Erzieherinnen sei die Situation wirklich schwierig, die Beschäftigten würden an vorderster Front stehen. „Der Winter ist ohnehin eine Jahreszeit, in der wir immer mal wieder mit einem höheren Krankenstand zu rechnen haben, nun kommt Corona hinzu“, so die Bürgermeisterin. Daher könne es sein, dass der Regelbetrieb auch wieder eingeschränkt werden müsse.

In der dann direkt anschließenden Einwohnerfragestunde griff Franziska Schadwinkel, Elternvertreterin der Krippengruppe in Jeersdorf, genau dieses Thema direkt auf: „Wir haben jetzt Anfang November und schon zum zweiten Mal seit Oktober mussten wir die Kinder zu Hause lassen“, schilderte sie. Auch aus anderen Einrichtungen habe sie ähnliches gehört. „Natürlich ist es im Moment eine besondere Situation. Aber für die Eltern ist das alles kaum mehr vertretbar“, wurde sie deutlich. Der Winter beginne gerade erst, man sei sehr flexibel mit den bisherigen Betreuungsnotlagen umgegangen, führte sie aus. Aber die Eltern seien auch nicht schuld an der Misere und die Betreuung sei auch Sache der Gemeinde. „Uns wurde gesagt, wenn wir es nicht schaffen, die Betreuung der Kinder zeitweise zu übernehmen, muss die Gruppe ganz geschlossen werden“, beklagte Schadwinkel auch die Kommunikation zwischen den Beteiligten. „Es ist nicht akzeptabel“, so ihre Aussage.

Dittmer-Scheele bestätigte, dass auch in Zukunft mit der Problematik zu rechnen sei. Dies geschehe keineswegs willkürlich, der Personalschlüssel müsse erfüllt werden. „Wenn keiner mehr da ist, geht es einfach nicht mehr“, so ihre Aussage zur personellen Ausgangslage. Eine weitere Anwohnerin meldete sich: „Im letzten Winter musste ich meinen Sohn auch schon oft zu Hause lassen, die Situation wiederholt sich jeden Winter, das liegt nicht nur an Corona“, beklagte sie. Frank Thies, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, mischte sich nun ein: „Grundsätzlich versuchen wir, die Einrichtungen so lange wie möglich offen zu halten“. Er erklärte, dass in Zeiten von Corona eben nicht machbar sei, Erzieher kurzfristig in wechselnden Einrichtungen einzusetzen. „Dann haben wir eine große Fluktuation, die wir nicht wollen“, so Thies.

Auch Dittmer-Scheele ergänzte, dass der Einsatz von Vertretungskräften durch Corona massiv erschwert werde. „Wir hoffen da wirklich auf Ihr Verständnis“, so Thies, der auch versprach, sich um eine noch bessere Kommunikation mit den Eltern zu bemühen. „Das konnten wir schon klären“, beschwichtigte Schadwinkel, „wir haben eine gute und offene Kommunikation“. Gerade die Eltern wollten ja auch Fachkräfte, die ihre Kinder betreuen. Sie regte an, dass man in Zukunft weiter überlegen müsse, wie man eben doch mehr Personal einstellen könne. Sie würde aber heute mitnehmen, dass die Eltern damit rechnen müssen, dass es in den kommenden Wochen weiter zu Engpässen kommen kann, so ihr Fazit.

Auch Claudia Kröger, Vorsitzende des Gemeindeelternrats, meldete sich anschließend noch zu Wort: „Wir wollen uns hier bei allen Erzieherinnen für ihren Einsatz bedanken“, betonte sie. Für die Zukunft regte sie an, dass bei weiteren Schließungen eine erste Information an den Elternrat gehen solle, „wir sind alle gut vernetzt, dann müssen die Eltern nicht erst vor verschlossenen Türen stehen“, so ihre Bitte. Bislang sei die Kommunikation nicht gut gelaufen. Thies und Dittmer-Scheele hingegen betonten, dass ihnen da keine Probleme bekannt seien - so oder so wurde jedoch deutlich, dass die kommenden Monate für Erzieherinnen und Eltern weiter schwierig bleiben werden.  jtb

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

DFB-Frauen schlagen Griechenland - Bilanz bleibt perfekt

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

An diesen vier Zipfeln endet Deutschland

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die heilende Kraft der Aloe vera

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Stadt der Gegensätze - In Mumbai ist das kein Klischee

Meistgelesene Artikel

„Black Friday“-Sale ruft Protest hervor

„Black Friday“-Sale ruft Protest hervor

„Black Friday“-Sale ruft Protest hervor
Landkreis Rotenburg lässt Quarantäne sichern: Security rund um die Uhr im Einsatz

Landkreis Rotenburg lässt Quarantäne sichern: Security rund um die Uhr im Einsatz

Landkreis Rotenburg lässt Quarantäne sichern: Security rund um die Uhr im Einsatz

Kommentare