Schwimmer akzeptieren Regelungen im Scheeßeler Beekebad

Parole: Entspannt

Die Einordnung auf die richtige Bahn fällt nicht immer leicht und kann je nach Klientel variieren.
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Die Einordnung auf die richtige Bahn fällt nicht immer leicht und kann je nach Klientel variieren.

Scheeßel – Ein mäßig warmer Sommertag, die Sonne brennt nicht allzu sehr – ein guter Nachmittag fürs Freibad. Trotzdem ist die Schlange vor dem Beekebad überschaubar. Die drei G��ste, ordnungsgemäß mit Mundschutz, die zwischen den roten Markierungen stehen, sind in weniger als zwei Minuten abgefertigt. Die meisten haben ihr Bargeld passend dabei. Auch das System mit den Kärtchen, die die Anfangszeit der zwei Stunden Aufenthalt festhält, braucht die Mitarbeiterin an der Kasse nur noch selten zu erklären.

Sie sind fast alle wieder da, die Dauerschwimmer, die Familien, die Kinder. Das befürchtete Gemecker ist ausgeblieben, Kritik gibt es höchstens an den eingeschränkten Zeiten. Die meisten sind froh, überhaupt wieder ins Wasser zu können. „Man kann froh sein, dass überhaupt wieder auf ist“, meint Carsten Tietjen, der mit Sohn Jesper gerade aus dem Nichtschwimmerbecken kommt. „Da war alles wie immer“, konstatiert der Neunjährige. Auch Christine-Kai Humrich, mit ihren beiden Kindern hier, fühlt sich „überhaupt nicht beeinträchtigt – ich frage mich nur, wie es in den Sommerferien wird.“

Im Schwimmerbecken reihen sich die Schwimmer wie Perlenschnüre auf den Doppelbahnen aneinander. Ab und zu schert eine Perle aus, um zu überholen – nicht immer passt die Einteilung in „langsam – normal – schnell“. Während einige ungerührt ihre Bahnen ziehen, schauen sich andere immer wieder um, als litten sie unter Verfolgungswahn. Beim Wechsel auf die Rückbahn unter den hochgehängten Seilen hindurch können Schnellere passieren. „Von mir aus könnte es immer so bleiben“, befindet ein Dauergast fortgeschrittenen Semesters, „so werden die langsameren nicht von den schnelleren Schwimmern gestört.“ Er selbst richtet sich nach der Geschwindigkeit auf seiner Bahn: „Man muss auch mal zurückstecken können.“

Auch außerhalb der Becken ist vom Ausnahmezustand nur wenig zu merken. Die Fachkraft für Bäderbetriebe Franziska Dreyer, die seit der Öffnung gemeinsam mit ihrem Kollegen Marcus Hils Schichten schiebt und zwischendurch, in den eineinhalb Stunden Pause, mit der Desinfektionsflasche unterwegs ist, schlendert zu einer Gruppe aus drei Familien, deren Decken arg nah auf der Liegewiese ausgebreitet sind. Sofort rücken diese auseinander. Uneinsichtigkeit oder gar Aggressionen hat Dreyer bisher noch nicht erlebt. „Einige mussten sich erst an die Regeln gewöhnen, nehmen den falschen Ausgang oder vergessen, ihre Zeitkarten abzugeben“, berichtet sie, die meisten Karten seien einen Tag später jedoch wieder da. Alle 130 Tickets seien bis jetzt noch nicht zeitgleich ausgeteilt worden. Die Obergrenze wurde also noch nicht erreicht, weggeschickt werden musste noch keiner. „Bis jetzt hat es immer gepasst“, freut sich Dreyer.

Wer täglich kommt, und das sind viele, hat schon bald ein Vielfaches einer Saisonkarte gezahlt. Abschrecken tut das kaum. Montags, wenn Ruhetag ist, trifft man sich in Fintel. Geduscht wird zuhause. Viele verlassen das Bad, wie sie gekommen sind: Im Bademantel oder mit -tuch um die Hüften. Ein Look, der auf den umliegenden Straßen häufig zu sehen ist.  hey

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