Osterveseder Eltern befürchten Schließung des örtlichen Horts / Zoff schon vor Ausschuss

Droht dem Kindergarten das Aus?

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Seit 1972 hat Ostervesede einen eigenen Kindergarten, vor vier Jahren ist die Einrichtung mit einem naturnahen Konzept an den Start gegangen.

Ostervesede - Von Lars Warnecke. Sie sind in heller Aufruhr: Wie Eltern der Kindergartenkinder in Ostervesede in Erfahrung gebracht haben, steht der Fortbestand „ihrer“ Wald-Kita auf der Kippe. Demnach könnte die Einrichtung an der Benkeloher Straße tatsächlich geschlossen werden, falls im benachbarten Westerveseder Kindergarten eine neue Ganztagsbetreuung stattfinden sollte. Das zumindest will Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele nicht ausschließen. Die Ratsmehrheit wirft der Verwaltungschefin indes vor, bei den Eltern Ängste zu schüren, die jeder Grundlage entbehren.

Naturnah wachsen die Jungen und Mädchen des Kindergartens auf, mit regelmäßigen Waldbesuchen sowie Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten – ein Konzept, das es in der Gemeinde so kein zweites Mal gibt. Vor vier Jahren wurde es ins Leben gerufen, als Reaktion auf die damals schon prekäre Auslastungssituation. „Und damit soll bald Schluss sein?“, fragt Katrin Schleeßelmann empört. Die Scheeßelerin engagiert sich im Kindergarten als Elternvertreterin. Ihr vierjähriger Sohn ist eines der Kita-Kinder. 13 sind es momentan, nicht nur aus der Ortschaft stammend, sondern auch aus den umliegenden Dörfern. Anfang nächsten Jahres kommt noch ein weiterer Sprössling hinzu.

Mitte Oktober sei sie während einer Sitzung des Gemeindeelternrats von der Richtung in Kenntnis gesetzt worden, die die Ratsmehrheitsgruppe (SPD/Grüne/Gruppe57) mit Blick auf die Zukunft des Westerveseder Kindergartens einschlagen will. Danach soll neben der bestehenden Kitagruppe im Zuge des geplanten DGH-Umbaus ebenso eine Krippe im Obergeschoss Einzug halten – eine Maßnahme, die von der Verwaltung bereits als machbar eingestuft worden war und inzwischen in einem Antrag der Gruppe Einzug gehalten hat. „Was uns vor allem Sorge bereitet ist das Ganztagsangebot“, sagt Schleeßelmann. So befürchte man sowohl in Elternkreisen, als auch im Scheeßeler Rathaus, dass diese Offerte dem Osterveseder Kindergarten Jungen und Mädchen „abgraben“ könnte. „Die Schließung unserer Einrichtung, so hat man uns bereits signalisiert, sei damit auf kurz oder lang wohl unausweichlich“, äußert sich die Mutter besorgt.

Am Montag will sich der Jugendausschuss in einer Sondersitzung dem bereits vielfach diskutierten Thema annehmen. Die dürfte dieses Mal gut besucht sein, immerhin wollen die Osterveseder Eltern dann ihre Sorgen gegenüber den Politikern öffentlich kundtun.

Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele indes war inzwischen nicht untätig. Um beide Einrichtungen in den Nachbardörfern zu erhalten, will die Rathauschefin dem Gemeinderat einen Vorschlag unterbreiten: „Nur unter der Prämisse, dass die Ratsmehrheit die Ganztagskrippengruppe statt im Kernort in Westervesede ersetzen und die dortige Einrichtung als Ganztagskindergarten betreiben will, werbe ich als Verwaltung für eine Splitlösung.“ Soll heißen: Westervesede würde ausschließlich zum Krippen-Standort erklärt, während die dortigen Kindergartenkinder folglich mit nach Ostervesede müssten. Für sie sei eine Schließung jedenfalls keine Option. „Aus meiner Sicht wäre das der sinnvollere Weg, bei dem nicht nur ein Dorf, sondern zwei Dörfer profitieren würden.“

„Alles Panikmache“, heißt es aus Kreisen der Scheeßeler Mehrheitsgruppe. Laut Gabriela Villwock, Grünen-Ratsfrau und Vorsitzende des Jugendausschusses, würde das von der Bürgermeisterin entsandte Signal einer potenziellen Schließung jeder Grundlage entbehren. „Fraktionsübergreifend ist es unser aller Bestreben, sämtliche Einrichtungen zu erhalten“, beteuert Villwock. Sie spricht beim Vorgehen Dittmer-Scheeles von einer „unerträglichen Art, Politik zu machen, Druck auszuüben und bei Eltern unnötig Ängste zu schüren“. Stattdessen würde man sich eine sachliche Auseinandersetzung mit der Thematik wünschen – „und die findet am Montag im Fachausschuss statt“.

Für die Osterveseder Elternschaft, betont Katrin Schleeßelmann, würde eine Schließung noch etwas anderes zur Folge haben: „Ob Erntefeste oder Besuche im Seniorenheim – unsere Kita hat schon immer ganz wesentlich zum Dorfgemeinschaftsleben beigetragen.“

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