Gut besuchte Infoveranstaltung zum Eignungsgebiet

In Ostervesede ist viel Platz für Windkraft

Großen Wissensbedarf offenbarte die Informationsveranstaltung im Osterveseder Dorfgemeinschaftshaus zum geplanten Windeignungsgebiet vor den Toren der Ortschaft. - Fotos: Rutzen

Ostervesede - Von Hannelore Rutzen. Die Energiewende schafft Neugierde. Dies wurde im Osterveseder Dorfgemeinschaftshaus anlässlich der gut besuchten Bürger-Informationsveranstaltung über das geplante Windeignungsgebiet vor den Toren der Ortschaft deutlich. Eingeladen hatten die Interessengemeinschaft (IG) Windpark Ostervesede und „Naturwind Schwerin“.

Ziel der 2013 gegründeten Gemeinschaft ist es, im Schulterschluss eine geregelte Windparkprojektierung für das geplante, etwa 270 Hektar große Gebiet südwestlich von Ostervesede zu gewährleisten. Aktuell ist vorgesehen, 14 „Mühlen“ mit einer Leistung von 4,2 MW zu errichten. Die Abstände zwischen den vorgesehenen Standorten und den nächsten Wohnbebauungen liegen im Schnitt über 1 000 Meter, teilweise auch deutlich darüber. Bis zum Ortskern Ostervesede sind es etwa 2 000, bis Westervesede etwa 3 000 Meter. Gutachten zur Einhaltung der Emissionswerte wurden gefertigt und den Bürgern vorgestellt. Ebenso fanden umfangreiche Untersuchungen zu den Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt statt. Zwei Anlagen wurden aus Artenschutzgründen bereits vorher gestrichen.

Zwei Windenergieanlagen, sogenannte Bürgerwindräder, sollen aus der Anlage im Rahmen eines fairen risikoarmen Beteiligungsmodells ausgegliedert werden. Dafür wird sich eine Genossenschaft gründen, deren Mitglieder Anteile ab 500 Euro erwerben können. Sie erhalten dafür Gewinne aus dem Stromverkauf entsprechend ihrer Anteile.

Aus Sicht von Landwirt Henning Bassen, einer der Sprecher der IG, war der Abend ein Erfolg. Viele Einwohner aus Oster- und Westerveseder, Deepen und Einloh hätten die Möglichkeit genutzt, sich zu informieren. „Außerdem standen hier heute Fachleute und unabhängige Gutachter Rede und Antwort“, so der Osterveseder. Offene Fragen hätten so sachlich und verständlich erörtert werden können.

Erfreulich sei aus seiner Sicht auch das große Interesse an den Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeiten zum geplanten Windpark gewesen. Für Oster- und Westervesede soll dazu ein Förderverein gegründet werden. Bassen: „Die Flächenverpächter wollen freiwillig einen Teil ihrer Pachteinnahmen an den Förderverein geben. Dieser soll die Gelder dann gemeinnützigen Zwecken in den Orten zuführen, so dass alle Einwohner am Erfolg des Projektes teilhaben können.“

Unter den Besuchern, und das wurde auch deutlich, gab es aber auch Skeptiker. Sie halten das Projekt für unnötig, befürchten Gesundheitsgefahren durch Schalleinwirkung trotz genügendem Abstand von Wohnanlagen, bangen insgesamt um eine „Verspargelung“ der Landschaft, sorgen sich um brütende Vögel sowie die Tiere im Wald.

Dass Windenergie ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Energiewirtschaft sei, gab Naturwind-Geschäftsführer Bernd Friedrich Jeske zu verstehen. Und: Jeder einzelne könne mit dem Windpark interessante Renditen erzielen. Voraussichtlich ab Ende 2018 könnte im Windpark Ostervesede jährlich für 15 000 Haushalte Grünstrom produziert und dabei etwa 80 000 Tonnen klimaschädliche Treibhausgase eingespart werden, rechnete er vor. Derzeit würden noch rund 70 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus fossilen oder atomaren Stoffen gewonnen.

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