Ziehen, was das Zeug hält

Beim Trecker-Treck kommt es auf das Zusammenspiel von Mensch und Maschine an

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Ein Kräftemessen der besonderen Art: Die Traktoren zogen die Bremswagen so lange, bis ihnen die Puste ausging. 

Ostervesede - Von Hannelore Rutzen. Wenn zahlreiche Menschen an einem schwül-heißen Sommertag zuschauen, wie Trecker immer wieder mehrere Tonnen schwere Betonplatten übers Feld hinter sich herziehen, muss etwas Besonderes dahinterstecken. Trecker-Treck hieß das Spektakel in Ostervesede, zu dem das Orga-Team mit Uwe Bassen, Volker Riebesell, Thomas Riebesehl, Reinhard Weseloh, Hartmut Schulze und Heiko Wichern mehr als 60 Traktoren begrüßen konnte. Normale Traktoren, die auch auf den Feldern zum Einsatz kommen, wohlgemerkt.

Gewaltige Qualmwolken steigen auf, die Erde bebt, es staubt gewaltig. Schon zum siebten Mal hatten Bassen und seine Mitstreiter zum Trecker-Treck, auch Traktorschleppen oder Traktor-Pulling genannt, eingeladen. Alle zwei Jahre wird dazu eine 100 Meter lange Bahn vorbereitet – auf einer Ackerfläche von Landwirt Jürgen Winkelmann.

Die Regeln: In verschiedenen Klassen ziehen die Ackerschlepper, allesam nicht jünger als 30 Jahre, einen Bremswagen. Mit zunehmender Fahrtstrecke wird auf dem Bremswagen ein Schiebegewicht immer weiter nach vorne gelagert. Somit erhöht sich der Druck auf die Bahn. Konnte der Bremswagen 100 Meter weit gezogen werden, sprach man von einem „Full Pull“. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen am Zugfahrzeug verschiedene Faktoren aufeinander abgestimmt werden. Reifenprofil, Reifendruck, Zwillings- oder Einzelbereifung und Gewichtsverteilung am Schlepper bestimmen dabei die technischen Eigenschaften. Hinzu kommt das fahrerische Können mit passender Gangwahl und Anfahrtsgeschwindigkeit.

Durchgeführt wurden die Starts in insgesamt sieben Klassen – von unter 20 PS bis 91 PS und mehr. Andreas von Fintel, Ostervesedes Ortsbürgermeister, übernahm während der Veranstaltung die Moderation. Nicht nur aus Ostervesede und den benachbarten Ortschaften kamen die Teilnehmer mit ihren Oldie-Treckern, sondern auch aus Gyhum, Wistedt oder Grauen.

Mehr als 60 historische Fahrzeuge

Mehr als 60 historische Fahrzeuge der Marken Hanomag, Deutz, Güldner, Mc. Cormick, Ritscher, Schlüter, Lanz Bulldog, Fendt, Fahr, Klöckner, John Deere, MAN, Ferguson, Porsche oder Kramer waren neben dem Feld zu bewundern, rüstig und bereit für den Wettkampf der Giganten.

Am Ende siegte in der Gruppe bis 20 PS Hans-Joachim Hilbig aus Grauen mit seinem Güldner, Baujahr 1954. In der Gruppe 21 bis 30 PS holte sich Manfred Kirschner aus Fintel mit seinem Hanomag, Baujahr 1962, den Sieg. In der Gruppe 31 bis 45 PS erreichte Gerhard Marquardt aus Ostervesede mit dem Güldner, Baujahr 1966, den ersten Platz, in der Gruppe 46 bis 60 PS hatte dieser ebenfalls die Nase vorn – mit seinem Güldner Baujahr 1964. In der Gruppe 61 bis 75 PS errang Johann Meyer (Ostervesede) mit seinem Deutz, Baujahr 1987, Rang eins, in der Gruppe 76 bis 90 PS siegte Dawood Obeid aus Fintel mit dem Fendt, Baujahr 1970, und in der Gruppe 91 PS und darüber war Michael Sablotzke aus Vahlde mit seinem Deutz, Baujahr 1974, der Beste.

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