Kein Patentrezept

Ortsrat Abbendorf-Hetzwege für höhere Grabgebühren und Baugebiet „Hohes Feld“

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Die Grabstellengebühren auf dem Friedhof in Hetzwege sollen erhöht werden. Gleiches gilt für die Grabstätte in Abbendorf. 

Hetzwege - Von Joris Ujen. Gleich zu Beginn der Ortsratssitzung am Mittwochabend hat es Reinhard Frick (CDU), Bürgermeister von Abbendorf und Hetzwege, auf den Punkt gebracht: Die Einwohnerzahlen der beiden Dörfer sinken, ein Patentrezept gegen die Landflucht habe er leider nicht. Mit dem geplanten Wohnbaugebiet „Hohes Feld“ am östlichen Ortsrand von Abbendorf könnte dem Schwund aber entgegengewirkt werden, hoffen Frick und die Ortsratsmitglieder.

Unter Berücksichtigung einer Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung stimmten sie nun für das Baugebiet und schickten es damit zur nächsten Instanz: Dem Bauausschuss der Gemeinde Scheeßel, der sich damit am kommenden Mittwoch befassen wird. Ein weiteres Thema in Dittmers Gasthof war die Gebührenerhöhung auf den Friedhöfen, ebenfalls ein Trend, der vielerorts unausweichlich scheint.

Vorab die neuen Gebührensätze, die ab dem kommenden Jahr auf den Friedhöfen in Abbendorf und Hetzwege fällig werden: Der Erwerb eines Reihengrabs wird dort dann 400 statt 200 Euro kosten. Hinzu kommt eine jährliche Gebühr von sechs Euro (vorher fünf), die mindestens 30 Jahre bezahlt werden muss. Für eine Urnengrabstelle in Rasenlage kommt diese Gebühr nicht zum Tragen. Allerdings muss hierfür eine einmalige Pauschale von 800 Euro bezahlt werden – zuvor belief sich der Betrag auf 600 Euro. Die gleichen Kosten gelten auch für Wahlgräber.

Das Baugebiet „Hohes Feld“ am östlichen Ortsrand von Abbendorf könnte der Landflucht entgegenwirken.

Bürgermeister Reinhard Frick betonte beim Vorlesen des Zahlenwerks aber auch, dass diese Preise in den nächsten 30 Jahren keinen garantierten Bestand haben werden. Zudem nannte er zwei maßgebliche Gründe für die Preiserhöhung: „Wir müssen zunehmend feststellen, dass die Friedhöfe defizitär arbeiten. Also müssen wir reagieren, um die Kosten für die Pflege und Unterhaltung decken zu können.“ Die sinkende Nachfrage an den klassischen Grabstellen hänge nicht mit der Gebühr zusammen, sondern vor allem mit der einhergehenden Grabpflege. „Dieser Trend ist überall ähnlich“, so der Ortsbürgermeister.

Als zweiten Grund benannte er das neue Urnenfeld auf dem Friedhof in Hetzwege, das angelegt wurde. Auf dieser Fläche ist es nun möglich, auf die Grabstätte eine Platte in der Größe von 50 mal 50 Zentimetern zu verlegen, welche die Daten des Verstorbenen enthält. Um eine einheitliche Regelung der Urnengräber zu erreichen und vor dem Hintergrund der stetig steigenden Unterhaltungskosten, sei es zwingend erforderlich, auch die Gebühren für den Erwerb einer Urnengrabstätte in Rasenlage anzupassen.

Ortsratsmitglied Christoph Steinke konnte die Begründung für die neuen Preise nachvollziehen: „Schaut man in andere Orte, sind die neuen Gebühren hier noch halbwegs günstig.“ Des Weiteren ziehen die beiden Orte auch keinen Nutzen von der Gebührenerhöhung, lediglich eine bessere Kostenabdeckung.

Bei einer Enthaltung beschloss der Ortsrat diese Maßnahme, nächste Woche hat der Verwaltungsausschuss die Vorlage auf dem Tisch liegen, am 13. Dezember der Gemeinderat Scheeßel.

Diese beiden Gremien sowie der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau, Planung und Umwelt werden sich zudem mit dem Wohnbaugebiet „Hohes Feld“ auseinandersetzen, den der Ortsrat Abbendorf-Hetzwege ebenfalls einstimmig abnickte.

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