1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Scheeßel

Oldtimerfreunde Wittkopsbostel zeigen Schätze aus der Feuerwehr-Historie

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lars Warnecke

Kommentare

Hegen eine besondere Leidenschaft für historische Feuerwehrfahrzeuge, besonders für die eigene „Emma“: DIe Oldtimerfreunde Wittkopsbostel mit ihrem Vorsitzenden Friedhelm Pich (2.v.r.).
Hegen eine besondere Leidenschaft für historische Feuerwehrfahrzeuge, besonders für die eigene „Emma“: DIe Oldtimerfreunde Wittkopsbostel mit ihrem Vorsitzenden Friedhelm Pich (2.v.r.). © Warnecke

Betagte Feuerwehrfahrzeuge und Traktoren gibt es bei einem Treffen am 22. Mai in Wittkopsbostel zu sehen. Gastgeber sind die Oldtimerfreunde.

Wittkopbostel – Es müssen nicht immer Sportwagen oder automobile Exoten sein – auch ehemalige Nutzfahrzeuge erfreuen sich in der Oldtimerszene großer Beliebtheit. Das gilt ebenfalls für Einsatzmobile der Feuerwehr. Eben solche geben sich am Sonntag, 22. Mai, von 10 Uhr an in Wittkopsbostel wieder ein Stelldichein – nach fünfjähriger Pause. Ausrichter des Treffens auf dem weitläufigen Schafstallgelände, zwischen DGH und Feuerwehrhaus, sind einmal mehr die Boscheler Oldtimerfreunde – ein mit aktuell 16 Mitgliedern doch recht kleiner, aber feiner Verein, dem fast ausschließlich Kameraden aus der Altersabteilung der Ortswehr angehören.

Und die haben sich vor allem einer Aufgabe verschrieben: der Hege und Pflege von „Emma“. So heißt das formschöne Tanklöschfahrzeug TLF 15, Baujahr 1952, welches im Ort schon beinahe den Status eines Wahrzeichens besitzt. „Und das bis vor zwei Jahren sogar noch voll einsatzfähig war“, berichtet Friedhelm Pich, der Vereinsboss. Von 1952 bis 2022 sind es 70 Jahre – klar, dass der runde Geburtstag von „Emma“ am Tag der Veranstaltung auch gebührend gefeiert werden soll. „Eine Jubiläumsgirlande kommt auf jeden Fall noch aufs Dach“, kündigt Oldtimerfreund Ingo Bellmann an.

Schon im Vorjahr nahmen die Mitglieder, deren Altersspanne von 36 bis 85 Jahre reicht, die Planungen auf. Im vergangenen Februar, als klar war, dass trotz Pandemie mit Blick auf das Frühjahr wieder etwas machbar ist, seien fleißig Einladungen verschickt worden, berichtet Pich. „Wir haben 36 befreundete Vereine aus ganz Norddeutschland angeschrieben, die ebenfalls im Besitz von historischen Feuerwehrfahrzeugen sind“, blickt der Senior zurück. Allerdings sei die Resonanz mit neun verbindlichen Zusagen bisher eher mau ausgefallen. Viele würden die kostspielige An- und Abreise in Zeiten hoher Kraftstoffpreise wohl scheuen. Aber: „Erfahrungsgemäß kommen noch einige auf den letzten Drücker dazu – wir sind jedenfalls auf alles vorbereitet“, sagt er.

Beim letzten Treffen 2017 waren 27 Oldimerclubs mit ihren alten Schätzchen dabei.
Beim letzten Treffen 2017 waren 27 Oldimerclubs mit ihren alten Schätzchen dabei. © -Ujen

Stand heute werden erst mal 15 Schmuckstücke aus Blech erwartet, die früher bei den Wehren im Einsatz waren, darunter Tanklösch-Oldies vom Typ Magirus-Deutz sowie Mercedes aus den 1930er- bis 1960er-Jahren. Und auch einige alte Traktoren reihen sich wieder in den Reigen mit ein. Dazu kooperieren die Ausrichter unter anderem mit den „Freunden alter Landmaschinen“ aus Sottrum. Auf die urtümliche Handdruckspritze aus dem Bestand der Interessengemeinschaft historischer Feuerwehrfahrzeuge Jeersdorf wird das Publikum dieses Mal indes verzichten müssen. „Deren Mitglieder tanzen an dem Tag schon auf einer anderen Hochzeit“, bedauert der Vorsitzende.

Dennoch: An Attraktionen wird es auch beim sechsten Treffen dieser Art in Wittkopsbostel nicht fehlen. Und das schließt den Butterkuchen, den die Boscheler Frauen wieder im historischen Backofen auf Temperatur bringen werden, mit ein. „Auf den sind unsere Gastvereine schon immer ganz heiß gewesen“, weiß Mitstreiter Hans Meinken. Auch sonst ist für das leibliche Wohl gesorgt – mit Bratwurst und Getränken. Zudem können die ganz jungen Besucher sich auf einer Hüpfburg austoben, während die Beekehörnchen, die Scheeßeler Kinderfeuerwehr, sich an einem eigenen Stand präsentieren werden – mit einem Programm zur Belustigung inklusive.

Auch wenn sich die Oldtimerfreunde über viel Publikumsinteresse freuen – „das Wichtigste ist es für uns, die anderen Vereine nach drei Jahren endlich mal wiederzusehen“, betont der Vorsitzende. Solange sei es nämlich her, dass man an einem auswärtigen Treffen teilgenommen habe – selbstverständlich mit „Emma“ im Schlepptau, die streng genommen erst im August 70 wird. „Damals war sie übrigens das älteste noch einsatzbereite Feuerwehrfahrzeug in ganz Niedersachsen“, verkündet Hans Meinken nicht ohne Stolz.

Das technische Innenleben des TLF 15.
Das technische Innenleben des TLF 15. © -Ujen

Auch wenn die Diesel-Dame inzwischen außer Dienst gestellt ist, sie in der alten Brennerei von Ortswehrmitglied Hans-Jürgen Mahnken ein neues Zuhause gefunden hat – Einsätze fährt das TLF noch immer, wie Isabella Lange, mit 37 noch ein echter Youngtimer im Verein, zu berichten weiß: „Neulich ist sie aus Anlass einer Hochzeit gemietet worden, hat das Brautpaar von daheim abgeholt und zum Standesamt gebracht.“

Als aktives Feuerwehrmitglied sei sie selbst schon einige Mal in dem 93-PS-starken Siebensitzer, der mit einem 2 400 Liter fassenden Wassertank aufwarten kann, mitgefahren. Ihre Erfahrung: „Es ist wirklich ein einziges Abenteuer!“

Auch interessant

Kommentare