Oldie-Abend bringt mehr als 200 Besucher auf die Tanzfläche

Nachtschwärmer schwelgen in Erinnerungen

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Guter alter Rock‘n Roll jenseits der Chartsstürmer – dieses Konzept füllte die Tanzfläche.

Scheeßel - „Seid Ihr sexy?“ An diesem Abend beantworten die meisten Gäste die Frage von DJ Bobby Meyer im Scheeßeler Hof mit zustimmendem Gejubel – denn der gleichnamige Tanzflächen-Füller von Marius Müller-Westernhagen darf bei der zweiten Oldie-Nacht zum Tag der Deutschen Einheit im Scheeßeler Hof nicht fehlen.

Genauso wenig wie „Gamma Ray“ von Birth Control, Deep Purple oder die Blues Brothers. Wenn das Wittkopsbosteler DJ- und Musiker-Urgestein an diesem Abend für seine Altersklasse auflegt, dann geht es um Spaß an der Musik, um kollektive Erinnerungen, und um Rock‘n Roll. Als Meyer fragt: „Wer von Euch war früher in Hamersen?“, recken sich etliche Hände auf der gut gefüllten Tanzfläche.

Viele hier sind Wiederholungstäter, nicht nur vom Vorjahr, sondern auch aus gemeinsamen Jugendtagen, wo Meyer in Kuhmühlen auflegte oder eben in Hamersen. „Aber auch viele neue Gesichter sind dabei“, konstatiert Meyer zufrieden. Die alten Gefühle bei lange nicht mehr gehörten Songs, sie seien wieder da. Um die hundert hat er für diesen Abend ausgesucht. „Die richtige Auswahl zu treffen, ist immer das Problem“, gibt der Musikjunkie zu. „Das ist wie ein Buch zu schreiben. Wenn die Einleitung steht, ist‘s nur noch Spaß“.

Am Freitagabend schien das gelungen – der Großteil der mehr als 200 Besucher harrte auf der Tanzfläche aus, auch wenn ein Song mal neun Minuten dauerte. Auch Mitveranstalter Bernd Braumüller von der Kis gab sich zufrieden: „Die Veranstaltung scheint sich eingeprägt zu haben – und die Leute haben gleich von Anfang an getanzt!“ Er schätzt die familiäre, friedliche Atmosphäre, in der die Musik der Jugend zelebriert wird. Und die Gemeinsamkeit: Reinhold Steinke ist eigens aus Ostdeutschland angereist, 450 Kilometer aus der Nähe von Dresden, um hier alte Freunde wieder zu treffen.

Oldie-Nacht in Scheeßel

Gefeiert wird auch der Tag der Deutschen Einheit. Wie im Vorjahr mischt DJ Bobby den Song „Am Fenster“ von City mit Pink Floyds „The Wall“; um Punkt Mitternacht ertönt wieder das legendäre Ulbricht-Zitat: „Niemand hat die Absicht, hier eine Mauer zu errichten!“ Das kommt an.

Meyer ist die Veranstaltung eine Herzensangelegenheit: „Die Leute entscheiden durch ihr Kommen, ob es weiter geht!“ Sein Anliegen ist es, eine Veranstaltung zu schaffen, „wo die Leute richtigen Rock aus den Alternativ-Discos von damals hören können, nicht nur Mainstream – wo können wir die sonst denn mal zusammen hören?“ Spätestens nach zwei Uhr, als die letzten nach Chaka Khan, James Brown und Supertramp abgefeiert haben und nach dem obligatorischen „Hey Jude“ die Tanzfläche verlassen, ist klar: Heute Abend ist das gelungen.

hey

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