Bei der Kohltour der Beekscheepers feiern Jung und Alt gemeinsam

Ohne Tanz geht es nicht

Sabine Scherz vom Organisationsteam hat mit ihrem Blätterquiz den Geschmack der Jüngsten getroffen. Fotos: Heyne

Scheeßel – Wie erklärt man einem internationalen Gast, was eine Kohltour ist? Den rund 140 Beekscheepers, die am Samstagnachmittag unterwegs waren, stellte sich diese Frage nicht – nur ein Besucher eines befreundeten Trachtenvereins aus Neustadt war dabei, und der wusste, worum es geht.

Kleine Bembel oder Schnapsgläschen tragen bei ihrer Wanderung durch den Ort nur die wenigsten – was nicht heißen soll, dass die Teilnehmer nicht gut vorbereitet wären oder ihre Kehlen nicht spülten. Schon beim Marsch vom Heimathaus zum Stadion Waidmannsruh plöppen die ersten Bierflaschen, Flachmänner werden aus Handtaschen gefingert, kleine Feiglinge für Mutige. In Kleingrüppchen bewegt sich der Trupp durch den Ort – zum ersten Mal, sonst ging es immer über die Felder „durch die Pampa“, wie Vereinsvorsitzende Christine-Kai Humrich es nennt. Im vergangenen Jahr kam der Orkan nicht erst einen Tag später – „da waren einige Kinder nach Regen und Sturm total fertig und haben geweint.“ Dieses Mal also die „milde Variante“. Die Jüngsten sitzen noch im Kinderwagen, ein paar Jahre älter ist der Roller das bevorzugte Fortbewegungsmittel.

In einer langen Schlange ziehen sich die Kleingruppen, Familien mit Bollerwagen und Jugendliche im Pulk den Lönsweg entlang. Es wird angeregt geklönt, die Themen sind so bunt wie die Mischung der Mitglieder: die letzte Beekscheepersreise, die erste Erfahrung mit einer Virtual-Reality-Brille, das Line-Up beim Hurricane und natürlich Fußball. Gerade kriegt Werder eine Kelle, der HSV hat sich zuvor besser geschlagen. Unmut kommt ob der zu bewältigenden sechs Kilometer auch bei den Jüngsten nicht auf, im Zweifelsfall helfen kleine Smarties-Packungen.

Auf dem Meyerhof legt die Karawane einen Zwischenstopp ein. Unter dem Vordach der Schmiede sind Tische mit Thermoskannen aufgebaut. Wer hier Kaffee vermutet, ist schief gewickelt: Es gibt Punsch, hell oder dunkel, mit oder ohne Schuss und variierendem Alkoholgehalt. Dennoch: Fehlanzeige, was alkoholbedingte Ausfälle betrifft. Liegt es an den vielen Familien?

„Wie lange dürfen deine?“, fragt eine Mutter mit Blick auf die beiden Kinder der anderen. „Bis acht, irgendwann will man selbst ja auch mal feiern.“ Bei der Mutter einer 13-Jährigen ist die Strategie eine andere: „Ich hau früh ab – die Jugendlichen wollen ja auch noch ihren Spaß haben.“ Den haben sie schon jetzt. Die Boombox, die eben noch um einen der Hälse baumelte, wird zum Zentrum eines spontanen Kreistanzes – ohne geht es eben nicht bei den Beekscheepers. Die Schrittfolgen zu „Pokerface“ kann auch die Jüngste, vielleicht gerade mal zehn Jahre alt, perfekt auswendig. Der Tanz mündet in einer Polonaise über den Meyerhof, Richtung Ausgang.

„Weiter geht’s“ – der Ruf, der die Pause beendet, kommt gerade rechtzeitig. Ein laminiertes Blatt Papier, das auf einem der Stehtische an eine Flasche Berliner Luft gelehnt war, wird wieder eingepackt – inzwischen haben auch die letzten Kinder das vom Festausschuss vorbereitete Ratequiz zu verschiedenen Blattsorten geknackt. Jetzt ist es nur noch ein kurzer Weg, bis im Jeersdorfer Hof der Grünkohl kredenzt wird.  hey

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