Ohne Baumfällungen geht es nicht

Knotenpunkt L 130-Fuhrenkamp-Vareler Weg soll ausgebaut werden

Die hoch belastete Kreuzung soll künftig durch Linksabbiegespuren entlastet werden. Hier geht der Blick aus dem Fuhrenkamp auf die Landstraße 130. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Im Sekundentakt rauschen die Fahrzeuge vorbei. Wie gut, dass es hier, im Kreuzungsbereich der Landesstraße 130, des Vareler Wegs und des Fuhrenkamps eine Bedarfsampel gibt. Ohne die müssten Fußgänger und Radfahrer nämlich lange warten, bis sie von der einen Seite auf die andere gelangen. Doch die Tage, in denen allein die Ampel ein sicheres Queren ermöglichte, sind gezählt. Denn mit den Baugebieten in unmittelbarer Nachbarschaft steigt an der ohnehin schon hoch belasteten Kreuzung auch das Verkehrsaufkommen. Wie also der Sache Herr werden?

Nein, neu ist das Thema nicht. Schon im Jahr 2004, als es um die Aufstellung des Bebauungsplans „Fuhrenkamp II“ ging, war von einer Entschärfung des Knotenpunktes die Rede – damals noch in Form eines Kreisels, wie Planer Jörg Kahlenberg bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses ausführte. Doch da in dem Bereich Kraftfahrzeugfahrer dem Fußgänger- und Radverkehr gegenüber bevorrechtigt gewesen seien – die Kreuzung befindet sich außerhalb der geschlossenen Ortschaft –, habe man die Idee wieder verworfen. „Nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer wären einfach nicht ausreichend geschützt gewesen“, so Kahlenberg. Verkehrsteilnehmer, die regelmäßig zwischen den Baugebieten und den Schulen hin und her pendeln. Zwar sei seinerzeit noch angedacht worden, die Ortsgrenze zu verschieben, um so nicht doch noch den Kreisel zu verwirklichen, „die Landesverkehrsbehörde hatte das aber nicht als gegeben angesehen“.

Piktogramme für die Kreuzung

Nun, da demnächst mit der Erschließung des letzten Baugebietes „Helvesieker Landstraße“ nebst dem Fuhrenkamp-Ausbau begonnen werden soll, hat die Thematik wieder an Gewicht gewonnen. Allein mit der bereits existierenden Bedarfsampel, da waren sich in der Sitzung des Fachausschusses alle Mitglieder einig, sei es heute aber nicht mehr getan. Der von der Gemeinde beauftragte Planer hat seine Hausaufgaben gemacht und den Lokalpolitikern ein Konzept vorgelegt, das quer über alle Fraktionen und Gruppen zu überzeugen wusste. Danach soll der Knotenpunkt zu einer Kreuzung mit jeweils zwei auf der Landesstraße befindlichen Linksabbiegespuren sowie separaten, mit Piktogrammen gekennzeichneten Aufstellflächen für Radfahrer ausgebaut werden. So, gab Kahlenberg zu verstehen, sei die neue Kreuzung, für die rund 470 000 Euro investiert werden müssten, ähnlich leistungsfähig wie ein Kreisel. Allerdings müssten dafür zwischen 30 und 35 Eichenbäume weichen, für die dann an anderer Stelle Ersatzbepflanzungen gemacht würden. „Ohne die nicht wegzunehmen, bekommen wir die Erweiterung im Einmündungsbereich zum Fuhrenkamp nicht hin“, betonte er.

Ebenso sieht die Konzeption eine Vollsignalisierung vor, die dem Planer zufolge „verkehrstechnisch zwar nicht unbedingt erforderlich, aber für die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehehmer absolut erstrebenswert ist“.

Einstimmig empfahlen die Fachpolitiker des Bauausschusses, das Projekt, das voraussichtlich erst 2019 umgesetzt werden soll, auf den Weg zu bringen. Ein Beschluss soll Ende November im nicht öffentlich-tagenden Verwaltungsausschuss gefasst werden.

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