Eröffnung im Frühjahr 2019

Empfangsgebäude des Heimatmuseums Scheeßel nimmt Gestalt an

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Es geht voran: Museumsleiter Nils Meyer (l.) und Uwe Wahlers, der Vorsitzende des Heimatvereins Scheeßel, mit einer Ansicht in den Händen, die das Info- und Bürogebäude im fertigen Zustand zeigt.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Das Heimatmuseum in naher Zukunft. Ein Reisebus voll mit Touristen biegt um die Ecke. Hinter der Gruppe liegt eine weite Anfahrt. Die haben die Besucher natürlich gerne in Kauf genommen, wie schon so viele vor ihnen.

Denn es hat sich herumgesprochen: Die Dauerausstellung zum Blaudruck, dieser in Scheeßel fest verwurzelten alten Technik des Textildrucks, die den Sprung geschafft hat auf die internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit, diese Ausstellung und das, was das Museum mit seinem historischen Gebäudeensemble an Sehens- und Wissenswertem noch zu bieten hat, das muss man einfach gesehen haben.

Noch ist dieses Szenario ersponnen, eine Wunschvorstellung der Verantwortlichen des Heimatvereins. Ihr Ziel ist jedoch schon heute klar definiert: Das Freilichtmuseum, inzwischen zertifiziert, soll auch überregional zu alter Strahlkraft zurückfinden, soll Brauchtum mit der Moderne verbinden. Um diesem Anspruch Rechnung zu tragen, wird auch deshalb auf dem Meyerhof derzeit ein neues, repräsentatives Empfangsgebäude hochgezogen.

Zurück im Hier und Jetzt: Uwe Wahlers, der Vereinsvorsitzende, und Nils Meyer, seit Dezember als Museumsleiter in Amt und Würden, stehen auf der Sohleplatte inmitten des knapp 60 Quadratmeter großen Rohbaus, der einmal das Info- und Bürogebäude sein wird. Seit der Grundsteinlegung im Dezember und den vorangegangenen Tiefbauarbeiten hat das Haus schon kräftig Gestalt gewonnen. Selbst die Holzbalken für den Dachstuhl, unter dem einmal die Toiletten, eine Küche und ein Abstellraum untergebracht sein werden, haben schon ihren angestammten Platz gefunden. Die letzten Tage ist es dann doch aber ruhig geworden auf der Baustelle. „Wegen der Eiseskälte war an ein Weiterabreiten nicht zu denken“, sagt Wahlers.

Das Gebäude, es ist das einzige auf den beiden Museumsanlagen, das nicht vorher irgendwo schon einmal gestanden hat. Es wird sich absetzen vom übrigen, von urigem Fachwerk geprägten Gebäudeensemble, welches ausnahmslos unter Denkmalschutz steht. Viele Vorbeigehende würden sich fragen, warum hier kein weiteres Fachwerkhaus entsteht, so der Vereinschef. Dabei sei das anfangs noch der Plan gewesen, ergänzt Meyer. „Ursprünglich wollten wir hier tatsächlich ein weiteres historisches Haus hinsetzen, das als Bürogebäude genutzt werden sollte.“ Das habe die beim Landkreis angesiedelte Denkmalschutzbehörde aber damals, als es um die ersten Planungen ging, abgelehnt – mit der Begründung, das Haus, in dem auch, wie in einem richtigen Museum, die Kasse und ein Shop untergebracht sein werden, müsse sich optisch von den übrigen Gebäuden absetzen, Stichwort: Umgebungsschutz.

Offenheit nach allen Seiten

Stattdessen soll das bewusst modern gehaltene Haus nun eine nach allen Seiten gläserne Offenheit vermitteln – mit Zinkplatten statt Ziegeln oder Reet oben drauf und einer schicken Holzfassade vor dem Klinker. Gefördert wird es zum großen Teil aus EU-Mitteln. Zehn Prozent der Baukosten trägt der Heimatverein selbst.

Spätestens zur übernächsten Saison, also im Frühjahr kommenden Jahres, solle das Gebäude in Betrieb gehen, kündigen der Museumsleiter und der Vorsitzende an. „Zum Museumsfest am 1. Mai wäre doch perfekt“, meint Nils Meyer. Dann wird der Blaudruck, das neue alte Aushängeschild des Scheeßeler Museums, nach einer für März 2019 in Berlin angesetzten Preisverleihung auch ganz offiziell zum immateriellen Kulturerbe zählen. „Das wird deutschlandweit hohe Wellen schlagen“, ist Uwe Wahlers überzeugt. So hohe, dass er sich durch „diesen großen Schritt“, wie er es nennt, sehr viel mehr Besucher für das Heimatmuseum verspricht. Eine Dauerausstellung rund um den Blaudruck, bei dem Leinen- oder Baumwollstoffe mit Modeln so bedruckt werden, dass ein blau-weißes Muster entsteht, sei jedenfalls schon jetzt fest eingeplant. „Wir hoffen jedenfalls, dass auch die Gemeinde erkennt, was für eine Chance das eigentlich für Scheeßel ist“, sagt er. Und natürlich könne dann, wenn auch der Museumsshop eingerichtet ist, jeder Gast auch ein Stückchen Blaudruck als Souvenir mit nach Hause nehmen. Wie in einem echten Museum eben.

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