Ölsuche in Scheeßel: Grundstückseigentümer sollen PRD Energy Abfuhr erteilen

Betreten verboten!

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Mit solchen Messgeräten will PRD Energy neue Lagerstätten finde.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Selten demonstriert der Scheeßeler Gemeinderat derart große Geschlossenheit wie beim Thema Erdöl. Das ist schon in den politischen Gesprächen deutlich geworden. In einer gemeinsamen Presserklärung von SPD, CDU, Grünen und der Gruppe 57 äußern die Politiker nun einmal mehr ihre Ablehnung gegenüber den Bohrplänen von PRD Energy – und bitten die Bevölkerung um Mithilfe.

Wie bekannt, möchte die kanadische Exxon-Tochter im Umfeld des Salzstocks Volkensen nach Erdöl bohren und mit seismischen Untersuchungen neue Lagerstätten finden – ein Vorhaben, dem sowohl die Ortsräte Hetzwege und Wittkopsbostel sowie der Sotheler Ortsvorsteher, als auch der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde mit entsprechenden Beschlüssen – allesamt einstimmig – bereits eine klare Abfuhr erteilt hatten. Und auch der Bauausschuss des Kreistages hatte sich schon entsprechend positioniert.

„Die wesentlichen Gründe für unsere Ablehnung sind die Vorsorge für die Umwelt, für unser Wasser (Rotenburger Rinne) und für die Gesundheit“, formulieren es die Mandatsträger in ihrer Mitteilung. Bohrschlämme in der Region, Quecksilberfunde in der Nähe von Bohrstellen sowie lecke Lagerstättenwasserleitungen seien eben nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – im Gegenteil.

Ein weiteres Kriterium, so die Politiker, sei für sie der Erhalt von Handlungsoptionen für die künftigen Generationen. Danach dürften nicht alle Ölvorkommen, zumal in dicht besiedelten Gebieten wie der Metropolregion Hamburg, jetzt ausgebeutet und verbrannt werden. Stattdessen könnten sie in vielen Jahrzehnten zum Beispiel für die Medizintechnik noch sehr wertvoll werden.

Der Rat sieht nach der Resolution seine Hausaufgaben gemacht: „Alles, was wir tun können, haben wir getan.“Ob das reicht, ist fraglich. Immerhin hat das letzte Wort in dieser Angelegenheit das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) zu sprechen. „Das veraltete Bergrecht räumt uns Politikern vor Ort leider nur sehr wenige Mitspracherechte ein“, bedauern die Lokalparlamentarier.

Da für die Erdölsuche mit seismischen Verfahren viele Tausend Messpunkte erforderlich sind, sei PRD Energy in diesen Tagen wieder unterwegs – mit der Absicht, Bürger in dem betroffenen Gebiet um Erlaubnis zu bitten, ihre Grundstücke für derartige Messungen betreten zu dürfen. „Allerdings hat uns das Unternehmen in einer öffentlichen Sitzung bereits zu verstehen gegeben, es zu respektieren, wenn Grundstückseigentümer solche Betretungen nicht gestatten.“

Und genau darauf zielt das Anliegen der Scheeßeler Politiker ab: die Betretung der eigenen Grundstücke nicht zu erlauben oder aber eine bereits erteilte Erlaubnis zu widerrufen. „Den wirksamsten Hebel haben Sie in der Hand“, wenden sie sich an die Öffentlichkeit.

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