Bauausschuss stimmt zu

Scheeßel: Lackhersteller Norix plant 25 Meter hohe Lagerhalle

Das Firmengelände aus der Luft. Rechts daneben ist eine Freifläche
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Das Gelände der Scheeßeler Norix Lackfabrik, ein Standort des Hamburger Mankiewicz-Konzerns. Auf der noch unbebauten Fläche rechts soll ein modernes, automatisiertes Hochregallager für Lacke entstehen. Es ist fast doppelt so hoch wie die Halle gegenüber.

Die Norix Lackfabrik will in Scheeßel erweitern - und wie. Das Unternehmen plant ein 25 Meter großes Hochregallager. Trotz der Höhe stimmt der Bauausschuss zu.

Scheeßel – Eine große Entscheidung hat dem Bauausschuss des Scheeßeler Gemeinderates bei der Sitzung am Mittwochabend in der Aula der Beekeschule bevorgestanden – zumindest räumlich, soll der von der Norix Lackfabrik, ein Standort des Hamburger Mankiewicz-Konzerns, geplante Neubau eines Hochregallagers im Industriegebiet neben dem Scheeßeler Bahnhof doch eine stolze Höhe von 25 Metern aufweisen.

Zum Vergleich: Der Turm der St.-Lucas-Kirche in der Ortsmitte ist 36 Meter hoch. Und wenn man im Hausbau eine übliche Geschosshöhe von 2,5 Metern annimmt, wäre das Äquivalent ein für Scheeßeler Verhältnisse sehr großes, neunstöckiges Gebäude– ohne das Erdgeschoss mitzuzählen. Kein Pappenstiel, wie der beauftragte Experte der Planungsgemeinschaft Nord, Matthias Diercks, bei seiner Präsentation einräumte: „Wir haben es mit einer kleinen Änderung mit großer Wirkung zu tun“, so der Fachmann für Stadtplanung und Landschaftsentwicklung. Für automatisierte Hochregallager, wie sie nach Aussage des Ratsherrn Detlev Kaldinski (SPD) bereits Usus sind „und auch nötig, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sei diese Größe allerdings schon Standard.

Einigkeit herrschte im Rat, dass das seit vielen Jahren im Industriegebiet beheimatete Unternehmen mit dem geplanten Vorhaben, das in einem zweiten Bauabschnitt eine weitere Produktionshalle sowie einen räumlichen Anschluss an die Bestandsbauten zur Optimierung der Logistikkette vorsieht, Standorttreue beweise und damit ein positives Zeichen für den Ort setze.

Kein höheres Verkehrsaufkommen erwartet

„Die könnten wie viele andere ja auch an die Autobahn gehen“, so Hans-Jürgen Conrad (CDU), der auch den Erhalt vieler wohnortnaher Arbeitsplätze in die Waagschale warf. Weiterhin waren sich alle Fraktionen einig, dass der geplante Bau zwar ein hohes Gebäude für Scheeßel bedeutet, das jedoch den Erwartungen an ein Industriegebiet entspreche. „Ich denke, damit müssen und können wir leben“, sprach Kaldinski den meisten Anwesenden aus der Seele.

Auch in puncto Verkehr zwischen den Gebäuden – eine Nachfrage seines Fraktionskollegen Marc Ostrowski – sei kein nennenswert größeres Aufkommen zu erwarten. Während Planer Diercks hierzu keine Aussage machen konnte, hielt auch er die geplante Verdichtung der Bebauung für verträglich.

Freie Bahn für den Investor

Zu beratschlagen waren die beiden dem Ausschuss vorgelegten Alternativen bezüglich der Bebauungshöhe. Michael Urban von Die Freien für Scheeßel sprach sich für eine Begrenzung auf 25 Meter zuzüglich technischer Anlagen aus. Mit der Begründung, „dann ist das Gebäude für die Anwohner auf der anderen Seite der Bahn gerade noch nicht sichtbar“. Dagegen votierten die übrigen Ausschussmitglieder einhellig für die zweite Alternative, die keine Höhenbegrenzung vorsieht.

„Dann legen wir dem Investor keine Steine in den Weg, wenn vielleicht noch technische Anlagen oder Solarpaneele obendrauf kommen“, so CDU-Ratsherr Dirk Lange. SPD-Mann Kaldinski wies darauf hin, dass laut Bebauungsplan auf den benachbarten Flächen ebenfalls höher gebaut werden dürfe. „Wozu sollten wir das hier also einschränken?“, so sein Plädoyer für eine einheitliche Regelung.

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