NATURDENKMÄLER Heimatverein kümmert sich um Wacholderbestand

Nur noch wenige Restbestände

Teilweise sind die Wacholderbüsche umgeknickt. Der Heimatverein belässt sie aber so.

Rotenburg - Von Farina Witte. Einmal im Jahr ist auf dem kleinen Areal kurz vor dem Ortseingang Hetzweges einiges los. Dann nämlich, wenn der Heimatverein freiwillige Helfer dazu aufruft, bei der Pflege des Wacholderbestandes mitzuhelfen. Der ist vom Landkreis Rotenburg als Naturdenkmal geschützt. Für den Heimatverein Hekiswidi, so heißt Hetzwege auf plattdeutsch, ist die Pflege des Wacholderbestandes ein Arbeitsschwerpunkt.

2004 hat er zum ersten Mal unerwünschte Brombeerbüsche und Birken von dem Gelände entfernt. „Nur diese Ecke hier haben wir so belassen als Windschutz“, zeigt Vereinsvorsitzende Ines Meyer-Brunkhorst beim Rundgang auf das östliche Ende des Geländes. Dort stehen einige junge Birken zwischen den Wacholder-Bäumen. „2013 haben wir Mutterboden weggenommen und dann Heide aufgetragen“, erklärt Meyer-Brunkhorst eine weitere aufwendige Pflegemaßnahme. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: An vielen Stellen hat sich die Besenheide zwischen dem Wacholder ausgebreitet. Der Heimatverein beschränkt sich bei seiner Arbeit darauf, die Umgebung für die Nadelbäume so ideal wie möglich zu machen. Das bedeutet, Jahr für Jahr werden neu wachsende Birken oder Brombeerbüsche entfernt und eventuell der Rasen gemäht. „Am liebsten hätten wir hier Schafe“, sagt die Vereinsvorsitzende. Doch die Fläche sei nicht groß genug, als dass ein Schäfer seine Tiere dort weiden lassen würde. Selbst Schafe anzuschaffen, sei für den kleinen Verein nicht machbar.

Mit Wacholder bewachsene Heideflächen sind noch bis etwa 1850 im Umkreis der meisten Dörfer zu finden gewesen, wie Günther Frick in der Chronik-Schrift des Ortes schreibt. Die Flächen gehörten der Allgemeinheit und wurden von Heidschnucken beweidet. Der Machangel an’n Brohmbarg, wie die Fläche auf plattdeutsch heißt, ist ein Überbleibsel dieser Heidebauernzeit.

War der Gemeine Wacholder früher weit verbreitet, besteht er heute nur noch auf einigen Restflächen im Landkreis, weiß Rainer Rahlfs vom Naturschutzamt. In anderen Gebieten, etwa in Süd-West-Niedersachsen, seien die Nadelbäume noch etwas verbreiteter. Aus Sicht des Naturschutzes sei der Wacholder auch ein wichtiges Vogelbeergehölz. So ernähre sich die Wacholderdrossel von den Beeren der Bäume. Der Gemeine Wacholder gedeihe bevorzugt auf Heideflächen und Magerrasen. Stehe er schattig von Bäumen umgeben, verkümmere er schnell.

Da das Areal mit dem Wacholder etwas außerhalb des Ortes liegt, ist es trotz seiner historischen Bedeutung eher weniger im Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft. Schon, weil es logistisch zu aufwendig ist, erklärt Meyer-Brunkhorst. Die Einweihung des Hinweissteins, den Steinmetz Mathias Geersberg beschriftet hat, wurde aber 2005 auf dem Gelände gefeiert.

Der historische Wacholderbestand ist auch eine Station der „Entdecker-Tour“, die der Heimatverein konzipiert hat. Bis zu 13 Stationen kann man dabei in einer Wanderung von zwei bis vier Kilometer erkunden, die eine kulturelle oder historische Bedeutung für Hetzwege haben. „Auch da pflegen wir die Wege“, berichtet die Vorsitzende des Heimatvereins. Start dieser Tour ist an der Hetzweger Grundschule. Dort finden Wanderer auch eine Übersichtstafel.

Der Wacholder selbst bleibt übrigens naturbelassen, der Heimatverein kümmert sich nur um den Boden. „Es soll so bleiben, wie die Natur es geschaffen hat.“ Darum sind auch einige Tothölzer und abgeknickte Stämme zu sehen.

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