Ein Quantensprung

Sitzungssaal im Scheeßeler Rathaus wird mit modernster Technik ausgestattet

Betreten verboten: Der Boden im Ratssaal ist erst frisch gespachtelt. In diesen Tagen bekommt er einen Vinybelag verpasst. Danach geht es unter anderem mit den Malerarbeiten weiter.
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Betreten verboten: Der Boden im Ratssaal ist erst frisch gespachtelt. In diesen Tagen bekommt er einen Vinybelag verpasst. Danach geht es unter anderem mit den Malerarbeiten weiter.

Scheeßel – Zweifelsohne: Wäre das frisch sanierte Rathaus in Scheeßel ein historisches Gebäude, etwa eines aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts, dann hätte man den Charakter der Baukunst sicher beibehalten – trotz Modernisierung. So aber hat der Verwaltungssitz heute nichts mehr gemein mit der Siebzigerjahre-Betonklotz-Optik, die früher sicherlich mal chic war, sich zuletzt aber nicht mehr so recht in die umgestaltete Kernortmitte einfügen wollte. Wie heißt es doch gleich so schön: Das Auge isst mit. Und ein Blickfang, hört man die Bürger reden, ist das Rathaus inzwischen allemal.

Was zu der Frage überleitet: Wie steht es eigentlich um das repräsentative Kernstück des Hauses, den neuen Ratssaal? Während in den Büros seit Wochen schon wieder gearbeitet wird und auch Behördengänge möglich sind, bleibt der Sitzungssaal vorerst noch Sperrgebiet – bis für die Handwerker natürlich, die an seiner Fertigstellung arbeiten. Solche sind an diesem Tag zwar nicht anzutreffen, dafür aber Sven Frohböse. Er leitet die gemeindliche Gebäudewirtschaft und hat die Rathaus-Sanierung von Anfang an begleitet. „Bisher sieht es hier noch wenig spektakulär aus“, sagt der Hetzweger. Recht hat er.

Erledigt sei bereits der ganze Trockenbau sowie der Einzug einer Lichtdecke. Gerade erst sei der Boden gespachtelt worden. Auf den komme später ein Vinylbelag, eine Holzimitation mit gräulichem Stich. „Demnächst folgen noch die Malerarbeiten und auch die Trennwand, durch die sich der Saal bei Bedarf teilen lässt, wird installiert“, kommt Frohböse auf die nächsten Schritte zu sprechen. Zu guter Letzt seien dann die Möblierung und der Verbau der Medientechnik an der Reihe. Allein Letztere lässt sich die Gemeinde rund 60 000 Euro kosten.

Hörschleife im Boden

Den Preis maßgeblich mitbestimmt haben dürfte dabei eine sogenannte, unter der Spachtelmasse befindliche Hörschleife, die es künftig ermöglichen soll, dass sich Hörgeschädigte nicht mehr abgehängt fühlen müssen. „Die funktioniert praktisch wie eine Antenne im Boden, die den Ton aufs eigene Hörgerät überträgt“, erläutert der Verwaltungsmann. Das technische Element zur Steuerung sei dann an anderer Stelle in einem Schrank versteckt.

Ein weiterer Clou, den man sich für die Ausstattung überlegt habe: Statt einen Monitor irgendwo fest an der Wand feszuschrauben, komme ein 65-Zoll-Bildschirm auf Rollen zum Einsatz. So sei der für gleich mehrere Möglichkeiten flexibel einsetzbar. Und, auch das habe man bei der Planung berücksichtigt: Die neuen Stühle und Tische sind – anders als noch das alte Massivmobiliar – allesamt stapel- beziehungsweise zusammenklappbar. „Genauso wie im Rathaus in Gnarrenburg“, schmunzelt Frohböse, habe man sich das handliche Konzept doch von dort, im frühen Stadium der Ideensuche, inspirieren lassen.

Auch wenn der Charakter des Saals bisweilen noch nicht zu erkennen ist, fällt eines doch schon jetzt deutlich auf: Es ist hell, viel heller als noch zu Zeiten vor dem Rathaus-Umbau. Wo früher nur ein paar Oberlichter, wenigstens noch unterbrochen von drei schmalen bodentiefen Fenstern, mehr schlecht als recht für Lichtdurchlass gesorgt hatten, daher auch am Tag künstliche Beleuchtung aushelfen musste, ist nun die komplette Front zum Rathauspark hin u-förmig von großen Fenstern durchzogen. „Das ist schon ein echter Gewinn“, befindet der Gebäudewirtschafter.

Fertigstellung Mitte Juni

Bis der in zwei Bereiche unteilbare Saal öffentlich genutzt werden kann, für Rats- und Ausschusssitzungen etwa, werde es wohl noch ein paar Wochen dauern. „Mitte Juni wollen wir fertig sein.“ Warum es überhaupt zu einer baulichen Verzögerung gekommen sei? „Da gibt es mehrere Faktoren, einer betrifft das Thema Raumakustik“, erklärt Frohböse. An der habe man vor dem Hintergrund, dass sie aus Verwaltungssicht unbedingt auch den optischen Ansprüchen Genüge tun sollte, lange Zeit erstmal herumtüfteln müssen. „Um die Akustik, die Statik, das Licht und die Klimatechnik so aufeinander abzustimmen, das am Ende alles zusammenpasst, sind bestimmt drei Monate ins Land gegangen“, erinnert er sich an die turbulente Planungsphase. Aber die Überlegungen seien es durchaus wert gewesen. „Es ist ja in unserem Rathaus auch der Raum mit den höchsten optischen Ansprüchen.“  

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