Kindermörder nach Frankreich ausgeliefert

Noch ein Mord des „Maskenmanns“?

Urteil gegen Maskenmann Martin Ney im Landgericht Stade
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Wegen dreifachen Mordes und mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern ist Martin Ney (l.) im Februar 2012 vor dem Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Befürchtet worden war stets, dass er noch mehr Taten begangen hat.

Drei Morde wurden dem Maskenmann vor Gericht nachgewiesen. Es gab immer den Verdacht für mehr Taten - auch in Frankreich.

  • Der lebenslang veurteilte Kindermörder soll auch einen Jungen in Frankreich getötet haben.
  • Behörden bestätigen Auslieferung
  • Ähnlichkeiten zu weiteren Taten.

Celle/Scheeßel – Der zu lebenslanger Haft verurteilte sogenannte Maskenmann Martin Ney ist wegen möglicher weiterer Verbrechen nach Frankreich ausgeliefert worden. Wie ein Sprecher des Justizministeriums in Hannover bestätigt hat, wurde Ney bereits am 20. Januar aus der Justizvollzugsanstalt Celle in die JVA Offenburg gebracht, wo er den Franzosen übergeben wurde.

Nach Berichten mehrerer Fernsehsender soll der heute 50-Jährige 2004 in der Bretagne einen Jungen nachts aus einem Schullandheim entführt und umgebracht haben. Es werde außerdem unter anderem wegen Entführung eines unter 15-Jährigen ermittelt, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Nantes der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Paris. Ney galt schon lange als verdächtig, mehr Taten als bekannt begangen zu haben.

Geständnis gegenüber Mithäftling?

Die Umstände, wie der elfjährige Nicky Verstappen 1998 aus einem Zeltlager im niederländischen Brunssum und der zehnjährige Jonathan Coulom 2004 aus einem Schullandheim in Westfrankreich verschwanden, wie sie getötet und gefunden wurden: deutliche Parallelen zu den drei anderen Morden, für die Ney verurteilt wurde. Der Pädophile bestritt jedoch öffentlich alles. Jonathan war im April 2004 nachts aus einem Schullandheim in der Nähe von Saint-Nazaire an der Westküste Frankreichs verschwunden. Seine gefesselte und mit Steinen beschwerte Leiche wurde Wochen später in einem Teich nahe der bretonischen Stadt Guérande entdeckt – etwa 25 Kilometer vom Ort seiner Entführung entfernt. Der Anwältin der Familie von Jonathan, Catherine Salsac, zufolge, gestand der Deutsche die Ermordung von Jonathan vor zwei Jahren einem Mithäftling. So soll es dabei um einen Lederbeutel gegangen sein, den er verloren hatte. Zeugen hatten von einem Fahrzeug mit deutschen Kennzeichen berichtet, das sie am Abend der Entführung in Tatortnähe gesehen hatten. Dies habe die Ermittlungen in Frankreich „beschleunigt“, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Eine DNA-Spur auf dem Bett des getöteten Jonathan hatte die Polizei bislang jedoch nicht zu dem Deutschen geführt. Auch ein Massentest in Frankreich verlief ergebnislos.

Erstes Opfer in Scheeßel

Neys nachweislich erstes Opfer war der 13-jährige Stefan Jahr. Ihn hatte Ney im März 1992 aus dem Internat der Eichenschule Scheeßel verschleppt, die Leiche des Jungen entdeckten Spaziergänger fünf Wochen später in den Verdener Dünen. Mindestens zwei weitere Morde an Jungen hat der Verurteilte anschließend begangen, festgenommen wird er aber erst zehn Jahre nach seiner letzten nachgewiesenen Tat im Jahr 2011 – obwohl er schon lange im Visier der Ermittler stand. Ein früheres Missbrauchsopfer hatte sich nach einem erneuten Fahndungsaufruf bei der Polizei gemeldet und sich auch an den Vornamen des Mannes erinnert, der ihm wie so vielen anderen Jungen nachts vor allem im norddeutschen Raum mit schwarzer Maske aufgelauert hatte: Martin. Ney gesteht drei Morde und mehr als 40 Missbräuche. Bislang.

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