Hausarzt Carsten John klärt Awo- und VdK-Mitglieder über Volkskrankheiten auf

Mit neuesten Erkenntnissen

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VdK-Vorsitzender Dieter Martens (stehend l.), dessen Stellvertreter Heino Dreyer (r.) sowie der Referent, der Scheeßeler Allgemeinmediziner Carsten John freuen sich über ein volles Haus. 

Scheeßel - Alt werden wollen wir alle – dass Älterwerden aber auch mit körperlichem Abbau und zumeist Krankheiten einhergeht, darauf sollte man sich ebenfalls einstellen und entsprechend informieren. Diese Meinung vertritt zumindest Dieter Martens. Der VdK-Vorsitzende hatte am Dienstag Carsten John vom Scheeßeler Hausarztzentrum zu einem Vortrag über die häufigsten Volkskrankheiten in die Begegnungsstätte in der Fliederstraße eingeladen.

Der Allgemeinmediziner fand mit seinem Vorschlag, angesichts der heutigen Informationsflut keinen Vortrag mit den üblichen Infos und Statistiken zu halten, sondern neue Erkenntnisse in eine offene Diskussion einfließen zu lassen, bei den Gästen ungeteilte Zustimmung. „Zu den häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt gehören Durchblutungsstörungen des Herz-/Kreislaufssystems, die durch einen zu hohen Blutdruck ausgelöst werden“, berichtete John und ging im Weiteren auf Ursachen und Behandlung ein.

„Der frühere Wert 100 plus Lebensalter ist überholt, heute spricht man ab dem Wert über 140/90 von Hypertonus, auch wenn neue amerikanische Studien den Wert 120/80 nennen.“ Zu den weiteren häufigsten Erkrankungen zähle die COPD (Sammelbegriff für Lungenerkrankungen mit Husten, Auswurf und Atemnot) mit geschätzten drei bis fünf Millionen Betroffenen in Deutschland und 600 Millionen weltweit. Obwohl COPD nicht heilbar sei, könne man durch eine gezielte Therapie viel erreichen. Ebenso wie bei Diabetes, von dem inzwischen neun Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen wären, käme es vor allem auf die Früherkennung an. Hier gälte es, neben Selbstbeobachtung die ärztlichen Kontrollen in Anspruch zu nehmen.

„Patienten sind hier in Scheeßel sehr gut dran“

Bedauerlicherweise müsse man die oftmals schlechte medizinische Versorgung im ländlichen Raum beklagen, die eine regelmäßige Betreuung immobiler Personen immer schwieriger mache und mit einer schlechteren Lebensqualität einherginge. „Patienten sind hier in Scheeßel sehr gut dran“, konstatierte John. „Die Nachfolgegeneration hat die Praxen übernommen und die ärztliche Versorgung entspricht einer Luxussituation.“ Auch jüngere Mediziner sähen für sich und ihre Familien aufgrund der guten Infrastruktur des Ortes eine Zukunft; dagegen gäbe es im Umland gehäuft Klagen über fehlende Nachfolger. So könne beispielsweise in Münster seit Jahren kein Hausarzt gefunden werden.

„Die Deutschen werden immer älter – Frauen derzeit bis 88,7 und Männer bis 84,7 Jahre“, informierte der Fachmann. „Was aber nützt es, 100 zu werden, wenn die Lebensqualität nicht mehr stimmt?“ 

uj

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