Zweite Auflage

Neuer Scheeßeler Taler: Aufs Rathaus folgt die Tracht

Drei Personen halten den Scheeßeler Taler vor ihre Augen.
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Blicken positiv in die Zukunft des Scheeßel-Talers: Kirstin Knispel (v.l.), Karsten Lüdemann und Margitta Meyer vom Gewerbeverein Scheeßel.

Ein Trachtenpärchen ist auf den neuen Scheeßeler Talern abgebildet. Die Lokalwährung, einst als Kaufanreiz für den lokalen Einzelhandel gedacht, werden sie langsam zu Sammlerstücken.

Jeersdorf – Ein Haufen voller Taler auf dem Tisch – kein Wunder, dass sich auf den Gesichtern von Margitta Meyer, Kirstin Knispel und Karsten Lüdemann ein breites Grinsen breitmacht. Gerade haben die Vertreter des Gewerbevereins Scheeßel (GVS) die frisch gedruckte Zweitauflage des Scheeßeler Talers bekommen – eine Idee, die schon jetzt nach einem Jahr Laufzeit das Potenzial zu einer Erfolgsgeschichte hat.

„Die Erstauflage ist vergriffen, nur noch an einigen Ausgabestellen sind einige Restexemplare erhältlich“, vermeldet der GVS-Vorsitzende Lüdemann. 1 500 Exemplare waren vor einem Jahr gedruckt und über insgesamt 22 Ausgabestellen in den Umlauf gebracht worden – einerseits, um den Einkauf vor Ort zu fördern und so den gerade während der Pandemie gebeutelten Einzelhandel zu unterstützen. Andererseits soll der Taler, der zum Preis von zehn Euro über die Ladentheken geht, auch zum Sammeln einladen. Das scheint zu funktionieren: Als Zahlungsmittel gültig sei er zwar noch bis zum 31. Dezember 2024, „aber schon jetzt haben wir viele Rückmeldungen, dass Leute ihn sammeln“, weiß die stellvertretende Vorsitzende Kirstin Knispel.

Das lohnt schon wegen der individuellen Motive: Hatte im Vorjahr bei der Erstauflage die Gemeinde die Patenschaft für das Motiv des neuen Rathauses übernommen, ziert die bronzefarbenen Münze nun ein Trachtenpärchen. Das habe sich geradezu aufgedrängt, nachdem die Scheeßeler Tracht zur Tracht des Jahres gewählt worden sei, berichtet Lüdemann. „Da haben wir gar nicht weiter über ein anderes Motiv nachgedacht.“ Als Vorlage diente ein Foto der Scheeßeler Fotografin Carmen Baldamus, die zahlreiche Trachten für die Bewerbung der Vereine und das unlängst veröffentlichte Buch zum Thema fotografiert hatte. Als Sponsoren im Boot sind neben Lüdemanns eigenem Immobilienkontor auch die VGH-Versicherung von Jörn Klee und das Autohaus Holst. Den Großteil der Kosten für die Aktion trägt in diesem Jahr jedoch der GVS selbst.

Fast ein Selbstgänger: Die Zweitauflage des Scheeßel-Talers ziert ein Paar in der Tracht des Jahres.

Der ursprünglichen Idee, den Taler beim Weihnachtsmarkt vorzustellen und erstmals in Umlauf zu bringen, hat die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht – bereits zum zweiten Mal. Auch war Lüdemann zunächst skeptisch, ob das angepeilte Ziel von 1 500 Exemplaren nicht zu ambitioniert sei. Für die nächste Auflage hat er zunächst 1 000 Stück bestellt, „aber so, wie der erste Taler gerade in den vergangenen Wochen noch weggegangen ist, muss ich wohl noch mal nachbestellen“, sagt er schmunzelnd. Insgesamt soll eine Obergrenze von 1 500 Stück jedoch nicht überschritten werden, um den Reiz der limitierten Auflage zu erhalten.

Wie viele der Münzen tatsächlich als Zahlungsmittel eingesetzt wurden und wie oft sie im Kreislauf waren, lasse sich im Nachhinein nicht mehr feststellen. Auch deshalb soll in der nächsten Runde die Zahl der Ausgabestellen begrenzt werden, damit eine Dokumentation möglich wird. Angenommen werden die beliebten „Zehner“ bei zahlreichen der insgesamt fast 100 GVS-Mitglieder; darunter naheliegende Teilnehmer wie Bäckereien, das örtliche Kaufhaus und Frisöre, aber auch Physiotherapiepraxen, Ofenhaus oder Flaggenshop.

Sollten noch Einzelhändler als Einlösestelle interessiert sein, sei dies durchaus noch möglich, so Lüdemann. Die ersten Bestellungen für die Münzen mit dem Lokalkolorit hat er schon eigenhändig ausgeliefert: „Der Scheeßeler Taler ist als Weihnachtsgeschenk sehr beliebt – unter dem Tannenbaum, zum Verschicken, aber auch bei Arbeitgebern, die ihren Angestellten zum Jahresende einen Dank aussprechen wollen.“

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