Rat verabschiedet gemeindliche Stellungsnahme zum RROP-Entwurf

Nein zum Windpark-Ausbau

16 Windspargel drehen sich bereits vor den Toren von Bartelsdorf. Wenn es nach der Gemeinde geht, sollen auch keine weiteren Anlagen mehr hinzukommen. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Die Stellungnahme der Gemeinde zum Entwurf des neuen Regionalen Raumordnungsprogrammes ist in trockenen Tüchern. Fünf Tage vor Fristende machte der Gemeinderat am Donnerstagabend Nägel mit Köpfen – und erteilte dem vom Landkreis anvisierten Vorhaben, den Windpark Bartelsdorf/Brockel zu erweitern, trotz allgemeiner Pro-Haltung zur Ausweisung neuer Flächen eine Absage.

Damit folgte das Gremium einer bereits Mitte Mai mehrheitlich getroffenen Empfehlung des Bartelsdorfer Ortsrates, die in der eigenen Gemarkung liegende Potenzialfläche zur Tabuzone für weitere Windspargel zu erklären.

Dabei hatte der Bau- und Planungausschuss in jüngster Sitzung sich mit großer Mehrheit noch genau für das Gegenteil ausgesprochen – eine Empfehlung, die im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss zugunsten des Ortsrates inzwischen jedoch wieder revidiert worden war. Mit 13 Ja-, zwei Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen legte sich der Rat nun endgültig fest.

Noch kurz vor der Sitzung war im Rathaus eine Unterschriftenliste von 152 Bartelsdorfer Bürgern eingegangen, die sich pro Windpark positionieren – und damit ein Zeugnis davon ablegen, dass es neben der Seite der Gegner durchaus auch Fürsprecher für eine Erweiterung gibt. Dass man nichtsdestotrotz dem Votum des Ortsrates folgen sollte, verdeutlichte Ratsfrau Renate Bassen (CDU): „Wir haben die Änderungswünsche sämtlicher Ortsräte übernommen – warum dann auch nicht Bartelsdorf?“, warf sie ein.

Ebenfalls nunmehr in der Stellungnahme in Stein gemeißelt ist die Forderung der Gemeinde, die vom Landkreis angestrebte 1.000-Meter-Abstandsregelung zwischen Wohnbebauung und Windkraftanlagen zu erhöhen – auf mindestens das zehnfache der Nabenhöhe. Und auch die Generalformel, wonach unter Berücksichtigung der maßgeblichen Kriterien in Zukunft noch weitere Standorte auf Scheeßeler Gemeindegebiet ausgewiesen werden könnten, wird neben zahlreichen weiteren Aspekten Einzug finden. Allein Ratsherr Ralf Münkel (Gruppe 57) äußerte, sich schwer mit diesem Punkt zu tun – sehe er darin doch einen Widerspruch zu dem Maßnahmenkatalog, in dem man sich nun gegen die meisten Potenzialflächen ausgesprochen habe.

Dem konnte Ursel-Brüning Wildhagen nur widersprechen. Ja, man habe die Einwände von Bartelsdorf und Ostervesede berücksichtigt, meldete sich die Grünen-Ratsfrau zu Wort, „aber sowohl die Westerholzer, als auch die Westerveseder haben schon signalisiert, dass sie gerne mehr haben wollen“. Entsprechender Platz für Anlagen sei vorhanden, „nur eben nicht überall“. 

lw

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