„Neowise“: Sternenfreunde nutzen Chance auf Kometensichtung

Nächtliche Rush-Hour am Bullerberg

Spätes Zubettgehen oder frühes Aufstehen, ein dunkles Fleckchen und einen scharfen Blick nach Nordnordost – mehr braucht es nicht für die Sichtung des Kometen Neowise.
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Spätes Zubettgehen oder frühes Aufstehen, ein dunkles Fleckchen und einen scharfen Blick nach Nordnordost – mehr braucht es nicht für die Sichtung des Kometen Neowise.
  • Ulla Heyne
    vonUlla Heyne
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Westerholz – Wer dieser Tage, oder besser Nächte auf dem Bullerberg in Westerholz unterwegs ist, der wähnt sich fast wie in einem Drive-In zur besten Verkehrszeit: bis zu einem knappen Dutzend Fahrzeuge sind dort in klaren Nächten versammelt. Und das hat einen guten Grund, zeigt sich momentan doch der als Jahrhundert-Phänomen titulierte Komet „Neowise“ so klar, dass man zu seiner Sichtung noch nicht mal ein Fernglas, geschweige denn ein Teleskop benötigt.

Wann es sich lohnt, den Blick gen Himmel zu richten, darüber gibt der Helvesieker Dirk Eckhoff vom losen Verbund der „Sternenfreunde im Landkreis Rotenburg“ und regelmäßiger kundiger Experte und Mitausrichter der jährlichen Nabu-Sternennächte, Auskunft: „Momentan ist es günstig, der Komet ist die ganze Nacht, also wenn es dunkel wird, bis zur Morgendämmerung zu sehen.“ Allzu lange sollte man mit der Sichtung jedoch nicht mehr warten, denn entgegen einschlägiger Berichte ist der „in Eis gebackene Stein“, wie Eckhoff es umschreibt, mit den zwei Schweifen, nämlich einem Staub- und einem Plasmaschweif, nur noch wenige Tage mit dem bloßen Auge zu sehen. Es stimme zwar, dass er am 23. Juli den geringsten Abstand zur Erde habe, das sei für seine Sichtbarkeit allerdings nicht ausschlaggebend. „Seine Helligkeit wird von seiner Entfernung zur Sonne bestimmt, und die nimmt immer weiter zu – er wird also immer lichtschwächer.“

Schätzungsweise ab Mitte nächster Woche benötige man dann ein Fernglas. Für den besten Standort in der Umgebung hält auch er den 53 Meter hohen Bullerberg, „da hat man einen wunderbare Rundumblick“. Er rät, sich auch in der entgegengesetzten Richtung umzusehen, „dort sind Saturn und Jupiter zu sehen“, in der zweiten Nachthälfte lohne auch ein Blick auf den Mars. Mit etwas Glück sind sogar Sternschnuppen, nämlich die Meteorströme der Aquariden, zu sehen.

Um seine Beobachtungsnächte zu planen, empfiehlt er das kostenlose Programm „stellarium.org“, wo man sich alle sichtbaren Kometen anzeigen lassen kann. Dabei betont er: „Kometen sind unberechenbar. Alle, die uns seit ‚Hale Bob‘ vor 23 Jahren als Jahrtausendkometen angekündigt wurden, sind vorher zerbröselt.“ Er selbst hat den Himmelsstürmer übrigens aus dem heimischen Garten in Helvesiek heraus fotografiert.  hey

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