Ausschuss stimmt für Teilhaushalt

Nächstes Feuerwehrhaus folgt

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Das Feuerwehrhaus für die Wehren in Bartelsdorf und Wohlsdorf soll im Mai 2019 fertiggestellt sein. Im Anschluss sollen die Planungen für ein neues Gebäude für die Ortswehr in Westerholz beginnen.

Scheeßel - Von Joris Ujen. Dass das Ehrenamt Feuerwehr keine Selbstverständlichkeit ist, sondern viel Mut und Engagement von den Helfern abverlangt, hat der Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung am Dienstagabend nicht nur einmal betont. Und sobald Scheeßels Gemeindebrandmeister Dieter Apel neue Anschaffungen für die Ortswehren benötigt, klingelt oft kurz darauf das Telefon bei Frank Thies. Der Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales im Rathaus teilte dem Gremium sogleich auch weitere Kostenpunkte mit, das den Ergänzungen zum Teilhaushalt einstimmig folgte.

So benötigt die Gemeindefeuerwehr sogenannte Faltbehälter für ihre drei Tanklöschfahrzeuge. „Damit müssen wir gewährleisten, dass das Löschwasser nicht zurück in das Trinkwasser gelangen kann“, erklärte Apel. Nach neuester Gesetzlage seien dafür diese Löschwasserauffangbehälter mit einem Fassungsvermögen von 5 000 Litern notwendig, um das Wasser zwischenspeichern zu können. Kostenfaktor: pro Behälter 1 800 Euro. Mit weiteren Ausgaben bezüglich der Trinkwasserverordnung müssen laut Apel aber die Feuerwehren und somit auch die Gemeinde rechnen. So müssten bei Neufahrzeugen sogenannte Systemtrenner eingebaut werden, die sich aktuell aber noch in der Produktionsentwicklung befinden und eine weitere Absicherung für den Löschwasserrückhalt darstellen sollen.

Neue Feuerwehrjacken wesentlich teurer

Das neue Feuerwehrhaus in Bartelsdorf/Wohlsdorf soll im Mai 2019 bezugsfähig sein, teilte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) mit. Direkt im Anschluss möchte die Gemeinde ein neues Gebäude für die Westerholzer Ortswehr realisieren. Ein Architekt soll im nächsten Jahr mit den Planungen dafür beginnen und die Baumaßnahme 2020 durchführen.

Da steigende Sicherheitskriterien für die Bekleidung und Schutzausrüstung für Feuerwehrleute eingehalten werden müssen, erhöhen sich auch die Beschaffungskosten. Das bisherige bereitgestellte Budget von 12 100 Euro reiche laut Thies nicht mehr aus, eine Anpassung sei dringend notwendig. Für die kommenden Jahre sind dafür nun 19 000 Euro eingestellt. Den Gemeindebrandmeister ergänzte Thies mit einem konkreten Beispiel: „Früher hatte eine Feuerwehrjacke 40 Euro gekostet. Heute kann ich diese meinen Kollegen nicht mehr aushändigen, da sie unter anderem keinen Nieren- und Nässeschutz haben und nicht luftdicht sind.“ Dementsprechend koste eine moderne Jacke rund 100 Euro mehr, bei Atemschutzgeräteträgern kostet das Stück sogar um die 400 Euro. Weil die Hersteller der Schutzkleidung nur auf Bestellung produzieren, könne die Lieferzeit auch mal mehr als ein halbes Jahr dauern. Daher bestelle die Wehr lieber im Voraus, damit neue Ehrenamtliche nicht auf die Bekleidung warten müssen und die Sicherheitsvorkehrungen bei einem Einsatz eingehalten werden. Apel gab zudem bekannt, dass er mit dem Gemeindekommando im nächsten Jahr den Bestand der Ortswehren sichten werde, um den Bedarf an Kleidung festzustellen.

Um den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehren zu honorieren, hatte die Gruppe SPD/UGS beantragt, dass die Brandbekämpfer dauerhaft freien Eintritt ins Beekebad erhalten. In der Samtgemeinde Sottrum ist das schon der Fall, wo der Nachwuchs und die Betreuer das Sottrumer Freibad kostenlos nutzen können. Dem Ansatz konnte der Ausschuss auch folgen, allerdings nur bedingt. „Warum sollte das nur für Feuerwehrleute gelten und nicht für alle Ehrenamtlichen, die ein bestimmtes Stundenkontingent erreichen?“, fragte Arthur Lempert (Die Grünen). Für ihn sei das „Rosinenpickerei“. Bei fünf Nein-Stimmen wurde der Antrag schlussendlich abgelehnt. Die Ausschussmitglieder verständigten sich aber darauf, ein Modell zu entwickeln, von dem Ehrenamtskarteninhaber profitieren könnten.

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