Nach Ortsratsvotum: Geplanter Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Westervesede schreitet voran

Nächste Station: Bauantrag

Die Skizze für das Erdgeschoss zeigt die zweigeteilte Nutzung auf. Die dicken Linien markieren die Räume für die Dorfgemeinschaft, die dünnen die des Kindergartens. - Grafik: KRP-Architekten

Westervesede - Von Lars Warnecke. Was lange währt, wird endlich gut: Nach Jahren zäher politischer Debatten, wie es mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Westervesede und dem darin beheimateten Kindergarten weitergehen soll, liegt endlich ein Nutzungskonzept auf dem Tisch, das alle zufriedenstellt. Ganz günstig wird der Um- und Ausbau nicht: Rund 1,2 Millionen Euro sind veranschlagt. Aber: Es werden Fördermittel fließen. Eine erste Hürde auf dem Weg zum Bauantrag hat das Projekt nun im Ortsrat genommen. Das Votum der Westerveseder, es fiel einstimmig aus.

Als Kerstin Heitmann spricht, hängen ihr die drei Dutzend Zuhörer an den Lippen. Die einzige Frau im Ortsrat spricht von einem „großen Schritt nach vorn“, davon, dass der geplante Anbau für den Kindergarten die „richtige architektonische Antwort“ auf das mehr als 100 Jahre alte Bestandsgebäude sei. „Wir gewinnen jedenfalls unheimlich viel, wenn wir diesem Entwurf nun zustimmen würden“, ist Heitmann überzeugt. Und das zustimmende Nicken in der Runde lässt keinen Zweifel offen: Die Westerveseder haben ihren Frieden gemacht – sowohl, was die Umwidmung ihres Kindergartens in eine altersübergreifende Ganztagseinrichtung betrifft, als auch die Nutzung für ihre Dorfgemeinschaft.

Dafür muss die alte Dorfschule nun im großen Stil umgebaut werden. Und dafür, erklärte Gemeinde-Architekt Udo Drees, hätten zuletzt zahlreiche Arbeitsgruppentreffen stattgefunden, bei denen die von einem Rotenburger Architekturbüro entwickelten Pläne durchgesprochen worden seien. Und auch Vertreter aller dem Gemeinderat angehörenden Fraktionen und Gruppen seien in die Vorbereitung involviert gewesen. Drees: „Dieser Entwurf ist nun Konsens.“

Es ist ein förderungsfähiger Entwurf, der eine zweigeteilte Nutzung vorsieht, und den die verantwortliche Ingenieurin Annette Kläner-Brandt am Donnerstagabend erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Demnach würden die Baumaßnahmen hauptsächlich das Erdgeschoss betreffen. Während das Bestandsgebäude komplett saniert und räumlich mitunter umstrukturiert wird (zwei Räume, die bisher vom Kindergarten genutzt wurden, sollen künftig der Dorfgemeinschaft zufallen), erhält der Kindergarten einen relativ großzügigen Flachdach-Anbau, welcher den Anforderungen eines Ganztagsbetriebes genüge leisten soll.

„Wir bauen hier kein Einfamilienhaus“

Was das Dachgeschoss betrifft, solle dieses bis auf einige Renovierungsarbeiten baulich nicht verändert werden, so Kläner-Brandt. Aber: Damit im Saal effektiver Wärme gespeichert werden könne, würde in der darüberliegenden ehemaligen Wohnung der dortige Boden gedämmt. Und: Um die Brandschutzbestimmungen einzuhalten, müsse vom Dachgeschoss aus ein Rettungsweg in Form einer neu zu bauenden Außenfeuertreppe geschaffen werden. „Wir bauen hier schließlich kein Einfamilienhaus, sondern müssen verschiedenste gesetzliche Vorschriften einhalten“, gab Drees zu verstehen, der damit auch auf die komplett zu erneuernden Wasserleitungen anspielte. „Dafür haben wir jetzt den Kindergarten, den wir auch haben wollten“, erklärte Ortsbürgermeister Ralf Jürges. „Sicher hätten wir uns auch Vergrößerung unseres Saals gewünscht, das ist aber aus Sicht des Statikers nicht machbar.“

Nun müssen dem Entwurf noch der Verwaltungsausschuss und der Rat grünes Licht erteilen. Ortsratsmitglied Andreas Heitmann macht sich keine Sorgen, dass er nicht durchgewunken werden könnte. „Seitens der Fraktionen ist er ja schon positiv beschieden worden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Erinnerung an den Krieg: Sarajevos "Tunnel des Lebens"

Erinnerung an den Krieg: Sarajevos "Tunnel des Lebens"

Pebble Beach: Autoneuheiten beim Oldtimergipfel

Pebble Beach: Autoneuheiten beim Oldtimergipfel

Rasende Raubkatze - 25 Jahre Jaguar XJ220

Rasende Raubkatze - 25 Jahre Jaguar XJ220

Bilder: Nordamerika im Bann der totalen Sonnenfinsternis

Bilder: Nordamerika im Bann der totalen Sonnenfinsternis

Meistgelesene Artikel

Tausende Besucher bei neunter Auflage von „La Strada unterwegs“ in Rotenburg

Tausende Besucher bei neunter Auflage von „La Strada unterwegs“ in Rotenburg

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Nach dem Starkregen: Auto durch Gullydeckel beschädigt

Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel und Lars Klingbeil stellen sich Fragen der Schüler

Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel und Lars Klingbeil stellen sich Fragen der Schüler

„La Strada“-Eröffnung: Regionale und internationale Künstler begeistern

„La Strada“-Eröffnung: Regionale und internationale Künstler begeistern

Kommentare