Das nächste Etappenziel ist erreicht

Scheeßeler Hof feiert Richtfest

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Großer Bahnhof an der Großbaustelle: Rund 50 geladene Gäste haben am Mittwoch das Richtfest für den im Umbau befindlichen Scheeßeler Hof gefeiert.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ein dreifaches Hoch auf den Bauherrn, die Architekten und Zimmerleute, dazu ein gereimter Segenswunsch und Glück bringende Scherben einer zerschmetterten Glasflasche: Nach alter Tradition und Sitte ist am Mittwochnachmittag in der Kirchstraße Richtfest gefeiert worden. Seit August finden im Scheeßeler Hof umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.

Ein zuletzt etwas angestaubter Magnet erlangt seine Anziehungskraft zurück: Die Traditionsgaststätte mit Saalbetrieb befindet sich mitten in der Renovierungs- und Ausbauphase. Anfang April, zu Ostern, soll unter einem neuen Betreiber, der Familie Meyer aus Appel, Wiedereröffnung gefeiert werden, erzählt Bauherr Burkhard Schmidt. Gemeinsam mit dessen Schwager Martin Behrens (Beco Immobilien), dem Tierarzt Hartmut Berning, Steuerberater Hartwig Meyer und Thomas Miesner (Baustoffe Röhrs) hatte er die Immobilie Anfang 2016 für einen sechsstelligen Betrag in einem Zwangsversteigerungsverfahren erworben – und damit ihr Fortbestehen als Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb gesichert. 

„Mich kann nichts mehr schocken“

Inzwischen firmiert die Scheeßeler Investorengruppe unter dem Namen „Schmeers Hoff“ – in Anlehnung an den Namen der Ursprungsfamilie, in deren Händen einstmals der Betrieb gelegen hatte. „Mich kann nichts mehr schocken“, fügt der Geschäftsmann, der zuletzt schon den benachbarten Kornspeicher gegenüber dem Rathaus aufwendig hatte sanieren lassen, schmunzelnd hinzu und meint die Baustelle im Innenbereich des historischen Fachwerkgebäudes. Unfertig ist das richtige Wort, um den Zustand zu beschreiben: Die Wände kahl, Putz und Staub in der Luft und unter den Schuhsohlen, Kabel, die von der Decke hängen. Doch man benötigt nicht viel Fantasie, um zu sehen: Hier verbirgt sich eine Perle. Ein Haus mit viel Charme, das nur darauf wartet, wieder zum Leben erweckt zu werden.

Knapp eine Million Euro, inklusive Kaufpreis, hat sich die Gesellschaft das Projekt kosten lassen. „Wenn man jetzt dabei geht, muss man es auch richtig machen“, betont Schmidt. Nachdem die Baugenehmigung erteilt worden war, legten die Handwerker im Sommer los – und tauchten dabei ganz tief ein in die Gebäudehistorie, die sich bis ins Jahr 1650 zurückdatieren lässt. Wo bis vor kurzem noch morsche Eichenbohlen das Fundament bildeten, wurde betoniert. Uralte Lehmwände mussten aufgerissen und gegen moderne Varianten ersetzt werden. Auch die in die Jahre gekommene Küche und die Sanitärbereiche erfahren nun von Grund auf eine Sanierung, während in der Kneipe lediglich Malerarbeiten stattfinden. „Die Lüftungsanlage für den Saal, die Heizungsanlage für das gesamte Gebäude, Elektro- und Wasseranschlüsse – das wird alles neu gemacht“, sagt Schmidt.

Rustikaler Charme soll erhalten bleiben

Im Obergeschoss – über Jahrzehnte hinweg ein ungenutzter Bereich, hat bereits ein komplett neuer Dachstuhl seinen Platz gefunden. Dort ist nach einer Komplett-entkernung ein zusätzlicher kleiner Saal geschaffen worden, der, schwärmt Schmidt, nun von allen Seiten lichtdurchflutet sei. „Im Prinzip haben wir dafür ein Holzhaus in die Außenfassade reingestellt“, beschreibt der Unternehmer die Arbeiten. „Letztlich geht es uns darum, den rustikalen Charme des Hauses trotz aller moderner Elemente zu bewahren – und das auf einer Nutzfläche von nunmehr 1 200 Quadratmetern.“ Ambitionierte Pläne für den Scheeßeler Hof also, der schon einige chaotische Zeiten hinter sich hat.

Dass mit dem Umbau auch die bisher gutbürgerlich ausgerichtete Speisekarte ihr Gesicht verändern könnte, verneint Neupächterin Margitta Meyer. In der Region ist die Gastronomin keine Unbekannte, hat sie doch bisher die Waldgaststätte Gut Appel, die Ende des Jahres schließen wird, geführt. Selbstredend, dass Meyer und ihr Team das Büfett anlässlich des Richtfestes hergerichtet hatten und die rund 50 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung so schon einmal einen Vorgeschmack davon bekamen, welche Leckereien sie künftig erwarten.

Die breite Öffentlichkeit wird sich indes noch gedulden müssen. „Wir haben schon viele Anrufe bekommen mit Fragen, wann es denn wieder losginge und ab wann reserviert werden könne“, meint Schmidt. Auch die zahlreichen Vereine, die sich regelmäßig in der Gaststätte und im großen Saal trafen, würden sich schon freuen, bald wieder eine Versammlungsstätte zu haben.

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