Schluss nach zehn Jahren

Carsten Tietjen gibt RWS-Vorsitz ab

Zehn Jahre lang war Carsten Tietjen Vorsitzender beim Fußballclub Rot-Weiß Scheeßel. Diesen Posten will er nun in andere Hände übergeben.
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Zehn Jahre lang war Carsten Tietjen Vorsitzender beim Fußballclub Rot-Weiß Scheeßel. Diesen Posten will er nun in andere Hände übergeben.

Scheeßel – Seine Tage als erster Vereinsvorsitzender sind gezählt. „Und damit kann ich auch hervorragend leben“, sagt Carsten Tietjen. Zehn Jahre lang hat er die Geschicke beim Fußball-Kreisligisten Rot-Weiß Scheeßel (RWS) geführt. Eine Zeit, die er nicht missen möchte, betont der 46-Jährige, unter die er nun aber aus freien Stücken einen Schlussstrich ziehen wolle.

„Irgendwann ist es an der Zeit, auch mal neue Köpfe ranzulassen“, begründet der 46-Jährige die schon 2019 von ihm getroffene Entscheidung. Sein Abgang vom hohen Amt, da ist er sich sicher, werde allemal frischen Wind in den Verein bringen.

Neue Termine

Ein Verein, dem 2020 jenseits des Spielbetriebs eigentlich jede Menge Aufmerksamkeit zuteil geworden wäre – auch über Scheeßels Grenzen hinaus. Den geplanten Festakt zum 100-jährigen Bestehen mussten die Kicker aber coronabedingt ausfallen lassen. Ebenso die ab Ende März für sechs Wochen angedachte Jubiläums-Ausstellung im Kunstgewerbehaus, ein Kooperationsprojekt mit dem Heimatverein. Beides, sagt Tietjen, der im Alter von acht Jahren in den Verein eingetreten war und seit 1998 im Vorstand sitzt, werde nun im zweiten Anlauf nachgeholt – Ende Juli die Vernissage, für den 17. April sei auf dem Grundschulhof am Heimathaus der offizielle Empfang vorgesehen. „Dieser Termin würde auch gerade noch so eben in unser 100. Vereinsjahr hineinfallen.“ Allerdings gelte es natürlich, nach der jeweiligen Verordnungslage zeitnah zu entscheiden. „Sollte man sich mit mindestens 100 Leuten wieder treffen können, ziehen wir die Veranstaltung durch.“ Zum März hin wolle man sich diesbezüglich festlegen.

So bleibt für Carsten Tietjen und dessen Vorstandskollegen organisatorisch noch einiges zu tun, während die neue Vereinschronik bereits seit vergangenem Sommer erhältlich ist und seinen Worten nach seitdem stark nachgefragt worden sei. „Rund die Hälfte ist schon vergriffen, weitere Exemplare möchten wir noch beim Festakt unter die Leute bringen.“

Meyer tritt Nachfolge an

Eigentlich hätte der 46-Jährige, von Berufs wegen Außendienstmitarbeiter, sein Amt schon in diesen Tagen übergeben wollen, bei der Jahreshauptversammlung der Rot-Weißen. Ein potentieller Nachfolger ist mit Michael Meyer, wie Tietjen selbst langjähriger Jugendtrainer, auch schon gefunden. Laut dem Noch-Vorsitzenden, in dessen Amtszeit eine Vielzahl von Bauprojekten gefallen war, unter anderem die Grandplatzumwandlung im Stadion Waidmannsruh, sei der ebenfalls mit dem Verein tief verwurzelte Jeersdorfer jedenfalls eine gute Wahl. „Man braucht in diesem Amt einfach einen, der nicht zu allem Ja und Amen sagt, sondern auch mal dazwischen haut – sei es gegenüber der Gemeindeverwaltung oder sonst irgendwelchen Stellen.“ So jemand sei Meyer. Und auch für Geschäftsführer Heiko Scherz, der ebenfalls nicht mehr für eine weitere Amtsperiode kandidieren möchte, steht schon der Nachwuchs in den Startlöchern. Auf seinen Posten soll Jan Volkmer folgen. Nur nicht morgen. Und auch nicht übermorgen. „Wir haben unsere Versammlung jetzt in den Mai oder Juni geschoben“, erklärt Tietjen. Das sei in Pandemiezeiten ja auch außerhalb der Vereinssatzung gut möglich. „Weil wir immer um die 150 Teilnehmer dabei haben – für alle unsere Herrenspieler ist die Versammlung eine Pflichtveranstaltung –, treffen wir uns dieses Mal aber Open Air auf dem Sportplatz.“ Was ihn in diesem Zusammenhang freut: Corona habe seinem Vereinen entgegen erster Befürchtungen keine Austritte beschert. Im Gegenteil: „Wir sind von knapp 425 auf mittlerweile sogar 450 Mitglieder angewachsen!“

Freundeskreis in Planung

Komplett von den Rot-Weißen verabschieden werde er sich nach der Neuwahl natürlich nicht. So wolle er als Jugendtrainer auch in Zukunft tätig bleiben. Darüber hinaus steht der Scheeßeler schon mit einem neuen Projekt in den Startlöchern, das auf seine Kappe geht und das dem Verein finanziell unter die Arme greifen soll: ein noch unbenannter neuer Sponsorenpool. Im Spätherbst, kündigt Tietjen an, könnte der Verein, eine Art Freundeskreis, gegründet werden. „Da mache ich dann mit anderen ehemaligen Vorstandsmitgliedern gemeinsame Sache.“ Der Mann bleibt seinem Verein also auch nach fast 40 Jahren noch tief verbunden. In seinem Fall könnte man auch sagen: Einmal Rot-Weiß, immer Rot-Weiß.

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