Nach letztjähriger Entführung ihres Friesenwallachs ist Besitzerin Petra Blohm nun doppelt erleichtert

Fall Bouke: Täterin sitzt in Haft

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Für Petra Blohm (l.) und ihre Tochter Claudia hat die Gerechtigkeit gesiegt: Die Entführerin ihres geliebten Friesenwallachs sitzt im Gefängnis.

Stemmerfeld - Von Lars Warnecke. Verbrechen lohnt sich nicht. „Und das ist auch gut so“, sagt Petra Blohm erleichtert. Im August 2014 war ihr geliebter Friesenwallach Bouke von seiner Weide an der B75 in Stemmerfeld spurlos verschwunden. Pferdediebe, ergaben damals die polizeilichen Ermittlungen, hatten das Tier während einer Nacht- und Nebelaktion entführt.

Nach zwei Monaten quälender Ungewissheit tauchte Bouke wieder auf – 20 Kilometer vom Hof entfernt auf einer Koppel in Buchholz. Ende gut, alles gut? Für Blohm und ihre Familie nicht ganz, befanden sich der oder die Täter doch noch weiterhin auf freiem Fuß. Inzwischen ist der mutmaßliche Dieb gefasst: eine 25-Jährige aus Hamburg.

„Wenn ich diese Person in jener Nacht auf frischer Tat ertappt hätte, ich hätte ihr rechts und links eine gelangt“, meint Petra Blohm. Seit dieser Woche weiß die Pferdenärrin um die Identität der Täterin – und um deren kriminelle Energie. Denn der Pferderaub zählt bei weitem nicht zum einzigen Delikt, dem diese sich schuldig gemacht haben soll. „Inzwischen liegen elf Staatsanwaltschaften 43 Fälle vor“, berichtet Blohm und verweist auf den vor ihr liegenden Aktenstapel. „Diebstahl von Nummernschildern, Tanken ohne zu bezahlen, Trickbetrug im Internet – die Liste ist unendlich lang“, weiß auch Tochter Claudia. „Sie hat alles abgeräumt, was sie abräumen konnte.“

Schon im April soll die bereits vorbestrafte Frau gefasst worden sein. Seitdem sitzt sie in der Justizvollzugsanstalt in Hamburg, wartet dort auf ihren Prozess. „Ob auch unser Fall noch behandelt wird, wissen wir nicht“, erklären Mutter und Tochter.

Groß darauf anlegen wollen es die beiden Frauen auch nicht, „eine saftige Strafe erwartet sie ohnehin schon, ich bin einfach nur froh, dass Bouke wieder da ist“, sagt Petra Blohm. Für sie sei das Kapitel damit abgeschlossen, „wenngleich ich schon gerne von ihr einmal persönlich hören würde, was sie zu dieser Tat eigentlich angetrieben hat.“

Schleierhaft erscheint ihr das Motiv: „Warum hat sie sich ausgerechnet meinen mittlerweile ja auch schon 24 Jahre alten, kranken Wallach ausgesucht? Auf unserer Koppel standen zum Tatzeitpunkt Pferde, die sicher einen sehr viel kräftigeren Eindruck gemacht hätten“, so die 58-Jährige.

Dass man die Tat überhaupt der Hamburgerin zuschreiben konnte, sei Kommissar Zufall geschuldet gewesen, erzählt Claudia Blohm und lässt die damaligen Geschehnisse Revue passieren: „Für den Diebstahl mietete sie einen Pferdeanhänger, mit dem sie Bouke mit Hilfe ihrer Schwester und der Mutter auf eine entlegene Weide in einem Waldstück bei Hanstedt verfrachtet hatte.“ Der Besitzerin gegenüber habe sie den Wallach als ihr eigenes Tier ausgegeben. Zwei Monate blieb Bouke so unentdeckt, eine groß angelegte Suche sowie Appelle im Internet verliefen im Sande – bis die Familie an Halloween per Anruf den entscheidenden Hinweis erhielt. „Wir sind sofort rausgefahren, haben ihn im Beisein der Polizei über sein Zungentattoo auch gleich eindeutig identifizieren können und ihn noch in der Nacht wieder mit nach Hause genommen“, berichtet die Tochter. „Gleich am nächsten Tag ist die Täterin zur Polizei gegangen, um Bouke mit einem gefälschten Kaufvertrag in der Tasche als gestohlen zu melden.“ Inzwischen hatte Familie Blohm über das Internet Fotos der Weidebesitzerin verbreitet, die den Wallach zeigten, wie er mit anderen Tieren auf der Koppel steht. „Eine Bekannte des Anrufers, der uns damals den Tipp gab, sah die Bilder und konnte die Person beim Namen nennen, die Bouke als ihr Eigentum ausgegeben hatte“, schildert Claudia Blohm die weiteren Ereignisse. „Auch der Verleiher des Anhängers könnte aussagen, dass sie genau in jener Tatzeit sein Geschäft ausgesucht hatte.“

Für Mutter und Tochter Blohm sei es eine Genugtuung, dass die Pferde-Entführerin inzwischen in Untersuchungshaft sitzt. Sie sagen: „Wir hoffen wirklich, dass uns so etwas nicht nochmal passiert.“

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