Musikerin Christina Lux im Interview / Konzert am Sonnabend im Scheeßeler Hof

„Mehr berührend als perfekt“

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Song-Poetin Christina Lux kommt nach Scheeßel.

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Seit den 80ern ist sie als Musikerin, Sängerin und Komponistin unterwegs. Sie war Backgroundsängerin für Jule Neigel, Purple Schulz oder Laith Al Deen, Studiomusikerin für Jon Lord von Deep Purple und auf Tourneen mit eigenen Songs im Vorprogramm von Paul Young oder Status Quo zu hören. Am Sonnabend kommt Christine Lux mit ihrem Programm nach Scheeßel. Im Interview spricht die Singer-Songwriterin über ihre Musik und wie sie sich auf den Auftritt vorbereitet.

Frau Lux, vor zwölf Jahren standen sie zuletzt in Scheeßel auf der Bühne. Wie hat sich Ihre Musik seitdem verändert?

Christina Lux: Sie ist auf jeden Fall reifer und auch freier geworden. Es gibt mehr verspielte und improvisierte Anteile, aber auch eine deutlich größere Klarheit mit meinen Texten. Den Moment des Entstehens bei einem Konzert zu erwischen ist für mich nach wie vor das Größte. Jedes Konzert ist wieder neu.

Ihr aktuelles Album heißt „Embrace“, genauso wie auch ihr Konzertprogramm. Was darf das Scheeßeler Publikum erwarten?

Lux: Die langjährige Zusammenarbeit mit Stephan Emig wird eine entspannte und dynamische Konzertatmosphäre bereiten. Im Duo ist es leicht, gut aufeinander einzugehen. Wir genießen diese Art Musik zu machen beide sehr. So wird es einige meine Klassiker geben, aber auch viel Neues.

Das musikalische Spektrum ihrer Kompositionen umschließt Elemente wie Folk, Soul, Funk, Jazz und Weltmusik. Das entspricht nicht unbedingt dem Schema einer Singer-Songwriterin. Wie würden sie sich selbst bezeichnen?

Lux: Ich habe mich bisher allen Schubladen verweigert. Ich bin Autodidaktin und nehme alles über das Hören, mein Herz und den Bauch auf. So entsteht jeder Song ohne ein festes musikalisches Genre im Vorhinein. Ich suche nach dem Klang und dem Rhythmus, der den Text am besten trägt. Und so ist meine Musik eine Melange aus dem, was ich mag.

Sie haben sich das Gitarre spielen selbst beigebracht und sind auch als Sängerin Autodidaktin. Wie gelangten sie zu einer derartigen stimmlichen und instrumentalen Perfektion?

Lux: Durch konsequentes Nicht-üben (lacht). Ich hoffe, meine Musik ist viel mehr berührend als perfekt. Ich habe alles immer sehr intuitiv gemacht. Wenn man nichts versteht von Theorie und Harmonielehre, dann bleiben nur die Sinne. Und die werden immer feiner. Auch in den Songschreiber-Workshops die ich gebe, stelle ich immer wieder fest, dass wir oft in unserem schon vorhandenen Wissen nicht gestärkt werden. Wir glauben, man kann nur etwas, wenn man es studiert oder gelernt hat. Es gibt aber auch dieses andere Wissen, das ich für sehr groß halte.

Ob Texterin, Komponistin, Managerin oder Technikerin – Sie halten tatsächlich alle Fäden ihrer Karriere selbst in der Hand. Wie schaffen sie ein derartiges Pensum und bringen dann noch volle Leistung auf der Bühne?

Lux: Ich gebe zu, es ist viel. Aber es gibt auch große Freiheit – und das hat mir immer ermöglicht, ganz ohne Beeinflussung meine Musik so zu machen, wie sie entsteht. Und es ist die innere Ausrichtung, die mir wieder die Batterien auffüllt. Ich habe große Freude an dem, was ich da tue. Und es ist ebenso wunderbar zu sehen, wie die Leute mit mir durch so einen Abend reisen. Nun ist „Embrace“ sogar für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert worden, was mich riesig freut. Denn es ist ja eine Live-Platte. Konzerte sind wie magische, einmalige Umarmungen und das ist es, was mich nicht müde werden lässt.

Christina Lux spielt am Sonnabend ab 20 Uhr im Scheeßeler Hof. Karten im Vorverkauf sind für 15 Euro in der Buchhandlung Wandel erhältlich. An der Abendkasse kosten sie 18 Euro.

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