Mumifizierte Leichen in Schulkellern

Till Raether zu Gast beim Krimi-Dinner in Scheeßel

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Till Raethers Vortragskunst beeindruckte.

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Herzlich begrüßt von Margret Wolters und dem Damenteam des Büchereifördervereins stärkten sich die Gäste des traditionellen Krimi-Dinners in der ausverkauften Meyerhofdiele zunächst mit einer nervenstärkenden Suppe, begleitet von Wein und Wasser. Locker, gekonnt und mit viel Humor zelebrierte dann der Hamburger Autor Till Raether die versprochene „spannende Krimilesung“.

Der freie Journalist, der auch herrliche Kolumnen für das Magazin der Süddeutschen Zeitung und die Zeitschrift „Brigitte Mom“ schreibt, las aus seinem neuen Roman „Neunauge“ vor. „Ich möchte nicht nur zitieren, sondern ihnen auch gerne die Geschichten drum herum erzählen“, startete der eloquente Autor charmant in den Abend. „Das Schreiben ist immer ein sehr einsames Geschäft, umso mehr Freude bereitet es mir jetzt, hier im urigen Ambiente des Meyerhofs das fertige Produkt in Händen zu halten und mit ihnen darüber zu plaudern.“

Im vierten Krimi nach „Treibland“ (2014), „Blutapfel“ (2015) und „Fallwind“ (2016) muss der hypersensible, eigensinnige Kommissar Adam Danowski nun in der Schulwelt ermitteln. „Auslöser waren für mich die gemeinsame Erstellung eines sogenannten ‚Schulhausromans‘ mit Achtklässlern und die Besichtigung von Schulkellern, denn dort wollte ich meine Leichen verstecken“, erzählte Raether.

„Danowski muss 2018 noch mal wieder ran“

Nun zum Krimi: Eine Serie von spektakulären Leichenfunden in Schulkellern, alle längst mumifiziert, erschüttert Hamburg. Die Polizei ist überfordert und setzt auf den Fallanalytiker Martin Gaitner, der sich gerne wichtig tut. Kommissar Danowski kann „dieses selbstherrliche Arschloch aus München“ nicht ausstehen und zweifelt an dessen Theorie von einem zu Schulzeiten traumatisierten Einzeltäter. Sein Gefühl sagt ihm etwas anderes, aber die Recherche gestaltet sich schwierig, denn seine alte Kollegin Meta Jurkschat war früher mit einem der Toten liiert. Über diese Verbindung wurde eisernes Schweigen bewahrt und Danowski soll dieses Wissen nicht in seine Ermittlungen mit einbeziehen. Diverse Hinweise bei der Polizei lösen eine Lawine von Ereignissen aus: Panik erfasst die Stadt, Keller werden durchsucht, Schüler in Sonderferien „Leichenfrei“ geschickt. Am Ende steht eine Entdeckung, die die Ermittler in einen Abgrund blicken lässt.

„Danowski muss 2018 noch mal wieder ran,“ verriet Raether. „Ich mag die Menschen und höre ihnen gerne zu. Das inspiriert mich und ich schreibe meine Notizbücher voll mit Sprüchen wie ‚Soll das warm?‘ von meinem Pizzabäcker.“ Man darf gespannt sein, ob der im nächsten Raether-Krimi vorkommt.

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