Multikulturelle Familie dank deutsch-französischer Partnerschaft der „Roten Funken“

Völkerverständigung bis zum Traualtar

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Die Familie Ruhkopf heute: Tochter Lina (v.l.), Tochter Celia, Gerd und Ehefrau Anne.

Ostervesede - Wenn die „Roten Funken“ anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens von „partnerschaftlichen, fast familiären Begegnungen“ internationaler Prägung sprechen, so sind dies keine leeren Worte. Ganz im Gegenteil – in einem besonderen Fall gilt dies sogar im wahrsten Wortsinn. Denn die Bremerinnen Lina und Celia Ruhkopf wären nicht auf der Welt, wenn die „Funken“ sich nicht im September 1974 mit dem Bus auf nach Südfrankreich gemacht und den Grundstein für eine langjährige intensive Partnerschaft gelegt hätten.

Der damals amtierende Landrat Helmut Tietje und der Franzose Michel Richy hatten die Weichen für eine Begegnung mit einer Musik- und Majorettengruppe aus Pessac bei Bordeaux gestellt. Dieser Besuch in Bordeaux war der Auftakt für eine echte Freundschaft, in deren Folge sich die französischen Freunde in „Les Etincelles Rouges“ de Pessac umbenannten, was nichts anderes als „Rote Funken“ auf Französisch bedeutet.

Dass Gerd Ruhkopf beim Besuch der Osterveseder 1986 in Pessac dabei war, war der Tatsache geschuldet, dass der Wehrdienstleistende nicht nur Urlaub für die Reise bekam, sondern nach früheren Einsätzen an Trommel, Becken und Pauke auch mit der Überschlag-Pauke umgehen konnte.

Kurz und gut: Zwischen ihm und Anne Aumaille, Maskottchen der französischen Formation, „funkte“ es; schon bald folgte bei einer Tagestour der beiden Musiktruppen nach Bombannes der erste Kuss. „Anne sprach damals kein Wort Deutsch, ich kein Französisch“, erinnert sich Gerd Ruhkopf.

Nach einigen Jahren Fernbeziehung, während der sich die Zweisamkeit auf die Semesterferien beschränkte, zog Anne 1991 zu Gerd nach Bremen. Den französischen Führerschein tauschte sie gegen das deutsche Pendant, halbjährlich musste sie ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen und auch die deutsche Krankenversicherung beantragen. Schon ein Jahr später wurde 1992 schnell und heimlich geheiratet, da eine klassische Hochzeit mit Feier und Beteiligung beider Familien nicht vorstellbar war. Das Familienglück machten dann 1997 Tochter Lina und zwei Jahre später Tochter Celia komplett.

Auch wenn im Hause Ruhkopf heutzutage nicht mehr gemeinsam musiziert wird: Bei den Feierlichkeiten zum Funken-Jubiläum an diesem Wochenende bringt das ehemalige Maskottchen den „Roten Funken“ vielleicht noch einmal Glück.

hey

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