„Die Mülleimer krachen sogar noch“

Ausnahme-Athletin Kirsten Bolm besucht die Stätten ihrer Jugend

Kirsten Bolm mit Karsten Müller-Scheeßel (l.) und Gert Flöge.

Scheeßel - Früher kannte sie hier jede Straße, jeden Baum, vor allem aber jeden Zentimeter des Stadions Waidmannsruh. Und man kannte sie: Kirsten Bolm, Vorzeige- und Ausnahme-Leichtathletin, Deutsche Meisterin und Teilnehmerin an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Nun kehrte sie anlässlich des Jubiläums „ihres“ Vereins, des TV Scheeßel, an die Stätten ihrer Jugend zurück. Für uns nahm sie sich beim Festakt Zeit für einige Fragen.

Frau Bolm, Sie sind mehr als 500 Kilometer angereist, extra um beim Festwochenende des TV Scheeßel dabei zu sein. Warum?

Kirsten Bolm: Als ich mit Dr. Karsten Müller-Scheeßel ein Interview für die Festschrift geführt habe, hat er mich spontan eingeladen. Ein toller Anlass – und ich freue mich, endlich mal einen Anknüpfungspunkt zu haben, wieder herzukommen. Das letzte Mal war das zur 1 200-Jahr-Feier. Der Ort ist ein wichtiger Teil meiner Kindheit. Ich bin hier verwurzelt, alles ist mir vertraut.

Auch nach so langer Zeit noch? Ändert sich nicht vieles, auch der eigene Blick?

Bolm: Ich habe mich natürlich an den Stätten meines früheren Wirkens umgesehen: Das Stadion ist noch da. Die Bäume sind höher geworden, besonders im Jeersdorfer Holz. Dort habe ich eine Runde gedreht, wie früher – und dann noch eine. Dann habe ich meinen Vater angerufen und gefragt, wie lang die Strecke war. „1,2 Kilometer“, war seine Antwort. Früher kam mir das ewig lang vor.

Ihre Haupt-Trainingsstätte war aber das Stadion Waidmannsruh?

Bolm: Ja, da ist mir fast alles vertraut – jede Hürdenmarkierung. Die Mülleimer krachen sogar noch, wenn man sich drüber beugt, wie früher, wenn man mal ... (lacht). Vor eineinhalb Jahren hatte ich hier auf der Durchreise schon mal angehalten. Seitdem ist die Scheeßeler Bahn der Startbildschirm auf meinem Handy. Der neue Rasenplatz ist natürlich toll. Obwohl: Der alte Ascheplatz hatte auch seinen Charme. Was ich vermisst habe, ist der Trampelpfad durch den kleinen Wald auf dem Stadiongelände. Den haben wir immer genommen, wenn wir etwas größere Runden drehen wollten. Das macht wohl heute keiner mehr. Das war schon ein komisches Gefühl. Plötzlich dachte ich, jetzt könnten eigentlich all die alten Kumpels vorbeikommen.

Waren Sie auch in der Eichenschule?

Bolm: Ich bin dort vorbeigefahren. Ich war wirklich versucht, anzuhalten und mich dort einfach mal wieder umzuschauen. Vielleicht sollte ich das beim nächsten Mal einfach tun.

hey

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