Ein Moment musikalischen Innehaltens

Frauenchor der St.-Lucas-Kirchengemeinde überzeugt bei Adventskonzert mit Vielfalt

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Die gemeinsamen Lieder des Frauenchors mit den Gästen aus Nottendorf bestachen durch einen vollen Klang.

Scheeßel - „Einen kleinen Augenblick der Ruhe, des Innehaltens in der vorweihnachtlichen Hektik zu bescheren“ – dazu hatte, wie Moderatorin Anja Schürmann es ausdrückte, der Frauenchor der Gemeinde Scheeßel mit seinem Adventskonzert am Sonntagabend eingeladen. Ein Bedürfnis, das vielen aus der Seele zu sprechen schien, war die St.-Lucas-Kirche doch mit rund 200 Zuschauern gut gefüllt.

Nicht von ungefähr standen die eineinhalb Stunden geballter Weihnachtsmusik unter dem Motto „Stille Nacht, heilige Nacht“, jährt sich das Entstehen des Liedes (aus der Not heraus, in dem kleinen Ort bei Salzburg war zu Weihnachten die Orgel ausgefallen) doch zum 200. Mal. Bevor es – nach einer recht ausführlichen Einführung durch den Leiter des Gastchores René Clair – gemeinsam mit den Zuschauern angestimmt wurde, hatten der Frauenchor, der geladene Männerchor aus Nottendorf bei Horneburg und einige Solisten die Zuhörer mit einer Vielfalt an Stücken unterschiedlicher Genres in Adventsstimmung versetzt.

Strahlend das „Gloria Excelsis Deo“ (wie fast alle Lieder an diesem Abend in der deutschen Version vorgetragen), schwungvoll der „Weiße Winterwald“ (Winter Wonderland) oder nachdenklich der vom Männerchor auf Platt präsentierte „Abendfrieden“. Ein musikalischer Höhepunkt: Das „Donna Nobis“, das am Anfang bereits von beiden Chören angestimmt worden war. Dass das Lied von Mary Lynn Lightfoot zu den Lieblingsstücken des Chores unter Leitung von Svetlana Korytko gehört, war nicht zu überhören.

Den Hobbysängerinnen war, ebenso wie ihren männlichen Mitstreitern, anzumerken, wie groß das Bemühen um saubere Einsätze und dynamische Abstufungen ist. Letzteren macht auch Poppigeres im Repertoire Spaß, wie das schwungvolle „Mich trägt ein Traum“ des Abba-Originals „I have a Dream“ bewies.

Aufgelockert wurden Darbietungen der Ensembles durch solistische Beiträge. Fingerfertig zeigte sich die langjährige Begleiterin des Frauenchores Irena Paleny mit Chopins Fantasie Impromptu sowie Michael Dundokow mit der Filmmusik des Weihnachtsklassikers „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Ausdrucksstark: Jule Behrens ebenfalls am Klavier mit dem kontemplativen „Nefeli“ von Ludoviko Einaudi. 

Und auch das Duett von Chorleiterin Svetlana Korytko und Anja Schürmann, das bekannte „Ave Maria“ mit einem deutschen Text von Helene Fischer, geriet in den zweistimmigen Passagen zum Hörgenuss. Diese Mischung gefiel: „Eine schöne, abwechslungsreiche Zusammenstellung, gar nicht wie ein klassisches Weihnachtskonzert“, befand Zuhörer Johann Lambrecht aus Scheeßel.

Zum großen Finale war noch einmal das Publikum gefordert, das sich bereits bei „Tochter Zion“ stimmstark und sangeswillig gezeigt hatte. „Jeder was anderes und alle zusammen“, so hatte René Clair das Arrangement aus „Oh du Fröhliche“ und „Gloria“ beschrieben. Der beim „Weihnachtsgesang“ aus beiden Chören schon recht vollvolumige Klangkörper wurde noch einmal erweitert – ein schöner Ausklang eines besinnlichen musikalischen Innehaltens. 

hey

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