Anträge zur Kitasituation

Mögliche Lösungen gegen Erziehermangel

Die Gruppe 57 sieht einen Verbesserungsbedarf bei den Kitas der Gemeinde Scheeßel und hat auch einige Vorschläge. J Foto: pixabay

Scheeßel - Von Joris Ujen. An wie vielen Tagen seit Beginn des Kindergartenjahres mussten Kindertagesstätten aufgrund von Personalmangel ganztägig geschlossen bleiben, früher geschlossen werden, Gruppen zusammengelegt und auf Eltern als Betreuungskräfte zurückgegriffen werden? Keine irrelevanten Fragen, die die Gruppe 57 aus Scheeßel in ihrem Antrag stellt. Der liegt am Montagabend, 18.30 Uhr, dem Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport im Scheeßeler Rathaus vor.

Dass es in Niedersachsen an Betreuern für Kindertagesstätten mangelt, ist allgemein bekannt, schreibt Peggy Miesner von der Gruppe 57 in dem Antrag. „Viele Kommunen konkurrieren um wenige Erzieher.“ Ganztägige oder frühere Schließungen von Kitas seien dabei kein Einzelfall. Zudem müssten vielerorts Gruppen innerhalb einer Einrichtung zusammengelegt werden oder die Eltern müssen als Betreuungskräfte aushelfen. „Gleichwohl“, argumentiert die Scheeßelerin, „haben Eltern in Niedersachsen ab dem ersten Lebensjahr ihres Kindes einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz.“ Ein Grund für den Personalmangel könnte die unattraktive Erzieher-Ausbildung sein. Miesner: „Diese erfordert in der Regel ein vierjähriges Fachschulstudium ohne eine Ausbildungsvergütung. Auch nach der Ausbildung sind die Verdienstmöglichkeiten begrenzt.“

Die Kommunalpolitikerin sieht aber auch Chancen, das Problem zu lösen: „Es sind zahlreiche Maßnahmen im Bereich des Personal- und des Gesundheitsmanagements denkbar.“ Auf Anfrage der Kreiszeitung geht sie hierbei etwas mehr ins Detail: Eine mögliche Maßnahme im Personalmanagement sei die Förderung von Schülern pädagogischer Fachschulen durch ein Stipendium. Dieser Vorschlag liegt heute in Form eines Antrages der Gruppe SPD/UGS ebenfalls dem Jugendausschuss vor, ergänzt Miesner und schlägt zudem vor: „Erzieher-Praktika in Scheeßeler Einrichtungen könnten generell vergütet werden, um die Einrichtungen für die in der Ausbildung befindlichen Erzieher interessant zu machen und sie für eine spätere Beschäftigung in unserer Gemeinde zu gewinnen.“ Ebenso könnte die Ratsfrau sich vorstellen, dass die Gemeinde Azubis die Übernahme in ein Beschäftigungsverhältnis garantiert.

Peggy Miesner (Gruppe 57)

Scheeßel benötige zudem ein modernes und kreatives Personalmarketing, mit dem durch gezielte Kampagnen in der Öffentlichkeit und an den Fachschulen für eine Beschäftigung im Beeke-Ort geworben wird. „Auch hier sind uns andere Gemeinden bereits voraus“, meint Miesner. Die Kitas in Rotenburg seien beispielsweise so organisiert, dass die Erzieher eine freie Urlaubswahl haben. „In Scheeßel muss der Jahresurlaub während der Schließzeit der Einrichtung in den Sommerferien genommen werden“, habe die Ratsfrau in Erfahrung gebracht.

Bezogen auf das Gesundheitsmanagement sieht sie im Bereich des Arbeitsschutzes weiteren Verbesserungsbedarf. So sei die Geräuschkulisse in einigen älteren Einrichtungen aufgrund schlechten Schallschutzes „sehr hoch und kann auf Dauer krank machen“. Am Montagabend wird sich zeigen, inwiefern dem Erziehermangel entgegengewirkt werden kann.

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