Wittkopsbosteler Schützen starten Sanierung und Modernisierung des Schießstandes

Digital in die Zukunft

Jürgen Witt auf der Baustelle Schießstand.
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Die Arbeiten auf der Baustelle der Wittkopsbosteler Schützen gehen gut voran und Vorsitzender Jürgen Witt hofft, dass sie ab August auf dem neuen Schießstand wieder durchstarten können.

Es geht los: Die Arbeiten am Schießstand der Wittkopsbosteler Schützen haben begonnen. Das ist auch dringend nötig, sagt Vorsitzender Jürgen Witt.

Wittkopsbostel – „Wir sind gut für die Zukunft aufgestellt – alles andere muss sich entwickeln. Das liegt am Verein, wie die Gemeinschaft weitergepflegt wird“, sagt Jürgen Witt, Vorsitzender der Wittkopsbosteler Schützen. Er sitzt auf dem Schießstand und schaut sich zufrieden auf dem von hohen Steinmauern umgebenen Gelände um: Vor gut drei Wochen haben die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten begonnen. Das wird höchste Zeit, ist der Schießstand aus dem Jahr 1973 doch mittlerweile sehr in die Jahre gekommen.

Der Verein saniert nicht nur, sondern modernisiert. Alle Anlagen werden nach Fertigstellung auf dem neuesten Stand der Technik sein. Anfang des vergangenen Jahres hatte der Verein mit den Planungen begonnen, Ideen gesammelt. „Wir haben uns gefragt, was für uns machbar ist“, sagt Witt. 160 Mitglieder sind es derzeit, kein schlechter Schnitt bei einer Einwohnerzahl von gut 500. Die jüngsten Schützen sind sieben Jahre alt – ohnehin seien Jugendliche bis 18 Jahre gut vertreten. Das freut Witt, gibt es doch Hoffnung für die Zukunft.

Noch ist der Blick frei, bald werden rechts Wände und ein Dach eingezogen.

Dennoch: Die eigenen finanziellen Mittel sind beschränkt und das Projekt schlägt mit etwa 117 000 Euro zu Buche. Dafür gibt es aber Zuwendungen vom Kreis- und Landessportbund (35 146 Euro), der Gemeinde Scheeßel (37 500 Euro), dem Landkreis Rotenburg (23 055 Euro) sowie der Sparkasse Scheeßel (1 000 Euro) und dem Ortsrat (5 000 Euro). Der Verein muss so, nebst Eigenleistungen, etwa 17 400 Euro Eigenkapital aufbringen.

Allein die hohe Summe des Ortsrates zeigt die Bedeutung des Vereins für das Dorf. „Die Ortsgemeinschaft hier funktioniert noch“, weiß auch Witt. Im Pandemiejahr meldet der Verein keinen Austritt – im Gegenteil, es gibt sogar neue Interessierte. „Alle sind bei der Stange geblieben“, freut sich der Wittkopsbosteler – und das, obwohl nicht mal Training stattfinden konnte. Darauf müssen die Mitglieder trotz der Lockerungen noch warten: Der Aufwand mit einem Hygienekonzept sei zu hoch.

Künftig wird kein Blei mehr aus Baumstämmen geschnitten.

Obwohl die Außenanlage gerade nicht genutzt werden kann, bestünde die Möglichkeit, die mobile Luftgewehranlage im Dorfgemeinschaftshaus aufzubauen. Diese wurde vor ein paar Jahren angeschafft und soll fest im neuen Schießstand installiert werden. Gerade in den kälteren Monaten bot die mobile Anlage die Möglichkeit, weiter zu trainieren. Der Nachteil: Sie musste stets aufs Neue auf- und abgebaut werden.

Aus den acht Außenbahnen werden künftig vier. Die anderen vier werden zu der festen Luftgewehranlage ausgebaut. Dazu haben die Mitglieder einen Teil des Außengeländes mit Sand aufgeschüttet, darauf kommt Beton. Denn die zehn Meter lange Anlage erhält feste Wände und ein Dach, später auch Heizstrahler – und ist damit ganzjährig nutzbar. Im hinteren Teil des neuen Anbaus entsteht ein Raum für Schießbedarf, mit einem eigenen Eingang. Damit jeder die Anlage uneingeschränkt nutzen kann, wird sie barrierefrei umgestaltet und ist auch für Rollstuhlfahrer bequem zu erreichen.

Barrierefrei wird der Weg zum Schießstand.

Die Anlage läuft künftig komplett elektronisch. Ein Graben für das Leerrohr zeigt bereits, wo das Datenkabel verlaufen wird. Schritt halten, sich zukunftsweisend aufstellen, damit der Verein eine Chance hat: „Wir müssen weitermachen, nicht stehen bleiben“, so Witt. Das Schützenwesen habe derzeit einen schweren Stand – nicht nur durch das Schießen an sich, auch durch fehlenden Nachwuchs. Noch, so Witt, sei sein Verein da gut aufgestellt. „Wenn man aber die Jugendlichen nicht begeistern kann, ist es vorbei.“ Deswegen sei es so wichtig, dass der gesamte Ort involviert ist, zum Beispiel bei Schützen- und Erntefesten. Und der Standort ist auch gesichert, für mindestens 20 Jahre durch den neuen Pachtvertrag.

Der Baufortschritt ist deutlich zu sehen, das ist Witt wichtig: „Wenn ich was anfasse, muss es vorangehen. Wir konnten früh anfangen, sind gut dabei.“ Wenn alles im Zeitplan bleibt, hofft er auf eine Einweihung im August. Theoretisch pünktlich zum Erntefest – aber ob und wie das stattfinden kann, ist noch nicht sicher. Auf jeden Fall soll es eine Einweihung in irgendeiner Form geben. Und es ist nicht der einzige Grund zum Feiern: 2020 wäre Damen-Jubiläum gewesen in dem Verein, der ein Jahr zuvor sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hatte. „Das wird auf jeden Fall nachgeholt!“

Bausteine kaufen

Der Verein freut sich über jeden, der etwas spenden oder einen Baustein kaufen möchte. Auf diese Weise können die Schützen ihren Eigenanteil minimieren. Interessierte können sich bei Jürgen Witt unter juergen.witt@schuetzenverein-wittkopsbostel.de melden.

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