Mitglieder des Camera Clubs Bremen stellen im Rathaus Motive rund um die Wümme vor

Ein Fluss aus 40 Perspektiven

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Gastgeberin Käthe Dittmer-Scheele (l.) bedankt sich traditionsgemäß bei den Künstlern mit einem gerahmten Ausstellungsplakat.

Scheeßel - Es war eine eingeschworene Foto-Gemeinde, die sich am Donnerstagabend in der Gemeinde versammelt hatte. Kein Wunder, ging es in der 59. Auflage der „Galerie Rathaus“ doch um fotografische Eindrücke. Das, was die fünf ausstellenden Hobbyfotografen außer der Mitgliedschaft im selben Fotoclub und ihrem Wohnsitz in der Region verbindet, ist die Leidenschaft für den Fluss, in dessen Nähe sie alle wohnen und der Gegenstand der 40 gezeigten Werke ist: Die Wümme. Und so facettenreich, wie diese sich zwischen Scheeßel und dem Blockland ausnimmt, sind auch die Perspektiven und Schwerpunkte der vier Herren und einer Dame.

Rudolf Kretschmann, der auch die Einführung gab und den Fluss „als „einen der faszinierendsten in Norddeutschland, schon wegen seiner Naturbelassenheit, Vielfalt und Wandlungsfähigkeit, aber auch der schönen Orte und nicht zuletzt der Tier- und Pflanzenwelt“ nannte, hat ein besonderes Augenmerk auf die Vogelwelt: „Im Winter Kraniche und Graugänse, im Sommer Brachvögel und Bekassinen.“ Letztere seien ein dankbares Motiv: „Die können stundenlang auf einem Pfahl sitzen und man kann nach der Radtour noch bequem die Kamera von Zuhause holen.“

Sein Mitstreiter Willy Peters dagegen verfolgte mit seiner Serie aus acht Bildern, alle an einem Spätherbsttag in Fischerhude entstanden, einen anderen Ansatz. Er erzeugt mit Hilfe eines Graufilters und den so möglichen Langzeitbelichtungen einen Kontrast zwischen statischen Elementen – Häuser, Brücken oder auch dem in Herbstfarben leuchtenden Ufferrandbewuchs – und dem mystisch fließenden Gewässer oder Wolkenbild. Sein Hauptkriterium: „Meine Bilder müssen mir selbst gefallen, und das auch noch nach einigen Wochen an der Wand im heimischen Wohnzimmer.“ Aus diesem Grund beteiligt er sich nicht an Fotowettbewerben: „Ich will nicht für den Mainstream fotografieren, nicht auf den ersten Blick gefallen.“ So entfalten seine kontemplativen Bilder erst nach längerer Betrachtung ihre Dimensionstiefe.

Ähnlich ist es mit den Werken der Scheeßelerin Ute Bohling, die schon mit anderen Künstlerinnen hier ausgestellt hatte und auf deren Impuls auch diese Werkschau zurückging. Sie kehrt immer wieder zu „ihren“ Stellen an die Wümme zurück, fängt unterschiedliche Licht- und Witterungskonstellationen ein, gern auch Nebel oder Raureif, wie noch am Nachmittag vor der Ausstellung. Von ihr stammte auch das Lieblingsbild der Hausherrin, das diese sich für ihren täglichen Weg zum Büro an prominenter Stelle gesichert hatte: Zwei Kühe, die sich in der Entengrütze spiegeln. „Die Perspektive über Kopf erfordert eine längere Betrachtung – und ich mag den überraschenden Blick, die Dinge einmal anders zu sehen“, so Dittmer-Scheele.

Die Rathausmitarbeiter hatten sich für „ihren“ ersten Stock ausdrücklich farbenfrohe Motive gewünscht. Mit den Makroaufnahmen von Reinhard Marks bekamen sie Portraits der kleineren Lebewesen der Wümmeniederung erster Güte: Blaumetallic schillernde Prachtlibellen, eine gestochen scharfe Aufnahme einer Eintagsfliege oder eines Frosches.

Und auch die Werke von dem verhinderten Wolfgang Everding, aufgenommen zwischen Fischerhude und Ritterhude, wurden von den Gästen eingehend erörtert.

Die Ausstellung ist noch bis Ende März während der regulären Öffnungszeiten des Scheeßeler Rathauses zu sehen.

hey

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