Rathaussanierung gestaltet sich kostspieliger als gedacht / Rat bewilligt Mittel

Mit Mehrwert

Noch kommt das Scheeßeler Rathaus nicht ohne Baugerüste aus. Doch demnächst soll es mit der Fassadensanierung ins Ziel gehen. Derweil wird im Inneren weiterhin fleißig gewerkelt. 
Fotos: Warnecke
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Noch kommt das Scheeßeler Rathaus nicht ohne Baugerüste aus. Doch demnächst soll es mit der Fassadensanierung ins Ziel gehen. Derweil wird im Inneren weiterhin fleißig gewerkelt. Fotos: Warnecke
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Scheeßel – Der Eindruck täuscht: Auch wenn bei äußerer Betrachtung auf der Rathausbaustelle seit Wochen Stillstand zu herrschen scheint – drinnen wird fleißig „gekämpft“. Genau diese Vokabel bemühte Axel Zimmermann, der zuständige Architekt, am Donnerstagabend in der letzten Ratssitzung vor der politischen Sommerpause. An allen Ecken und Kanten werde weitergewerkelt, seitdem im August 2019 mit der Sanierung und Erweiterung begonnen worden sei. „Das ist schon eine Baustelle“, umriss der Rotenburger Architekt die Dimensionen des Projekts.

Ja, das ist sie – und eine teure obendrein. Aber es soll ja auch alles hübsch werden, wenn das Rathauspersonal von seinen provisorisch eingerichteten Außenstellen zurück in den Verwaltungssitz am Untervogtplatz zieht. Voraussichtlich im Dezember soll dies geschehen. „Unterm Strich liegen wir jedenfalls voll und ganz im Zeitplan – und das trotz Corona“, versicherte Zimmermann. Überraschungen, die im Laufe der Bauphase immer mal wieder aufgetreten seien, die seien nun aber nicht mehr zu erwarten.

In der Tat, erläuterte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU), sei es in der Vergangenheit aufgrund der 50 Jahre alten Bausubstanz immer mal wieder zu unvorhersehbaren Ausreißern gekommen, die ein kurzfristiges Umdenken bei der Planung erforderlich gemacht hätten. Und auch der Brandschutz habe noch die eine oder andere Überraschung parat gehalten. Hinzu käme, dass zum Baubeginn noch nicht sämtliche Aspekte das Projekt betreffend zu Ende geplant worden seien. Und selbst im laufenden Verfahren noch seien aus der Politik, genauer: der AG Rathaus, Anregungen gekommen, was man hier und da noch optimieren könne – beispielsweise bezüglich der Klimatisierung der Innenräume. Dass nun auch eine Photovoltaikanlage auf das Rathausdach kommt, daran habe man zu Anfang auch noch nicht gedacht.

Dass solche Maßnahmen finanziellen Mehraufwand bedeutet, leuchtet ein. Darum lag es auch nun am Gemeinderat, überplanmäßige Haushaltsmittel per Votum bereitzustellen. Und da spricht man nicht nur von ein paar Tausend Euro. Nein, 700 000 Euro, so hat es die Verwaltung ausgerechnet, müsste die Gemeinde zusätzlich zu den bisher festgezurrten Investitionskosten in Höhe von knapp über drei Millionen Euro berappen. Der vorab vom Verwaltungsausschuss einstimmig ausgesprochenen Empfehlung, genau dies zu tun, konnte das Gremium dann auch – bei einer Enthaltung – Folge leisten.

Zusätzlich belasten wird der Mehrwert den Gemeindehaushalt übrigens nicht. Dittmer-Scheele: „Die Mittel, die wir für diesen Bereich brauchen, haben wir an anderer Stelle bei laufenden Baumaßnahmen einsparen können beziehungsweise sind sie durch Mehreinnahmen gedeckt.“ Eine Erhöhung bei der Kreditaufnahme sei entsprechend nicht vonnöten. Das freute auch Ratsmitglied Horst Knobel (Grüne): Wir reden hier über einen Mehraufwand, ohne dass wir einen Nachtragshaushalt aufstellen müssen – ich denke, das ist bezeichnend für die Situation unserer Gemeinde.“

Für die Bürgermeisterin steht bei Betrachtung der zu tätigenden Ausgaben, die sich ihren Worten nach in einem vernünftigen und wirtschaftlichen Rahmen bewegen würden, jedenfalls fest: „Es wird sehr gut und es ist richtig, es genau so zu machen.“

Wie es denn um den von der Sanierung noch unberührten Trakt bestellt sei, in dem die gemeindliche Gebäudewirtschaft ihr Domizil hat, wollte Ratsherr Marc Ostrowski (SPD) wissen. Der, so Dittmer-Scheele, sei vor dem Hintergrund, dass die Mitarbeiter des Fachbereichs das Bauprojekt direkt aus dem Rathaus heraus begleiten würden, nicht prioritär. „Es gibt aber schon innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Ideen, wie man in einem späteren Schritt auch diesen Fremdkörper ein bisschen angleicht.“

Mit der Aussicht, dass das Rathaus im Advent wieder bezogen werden könnte, machte Reinhard Frick (CDU), der Ratsvorsitzende, noch einen konkreten Terminvorschlag: „Der 10. Dezember wäre doch ein optimaler Stichtag“, erklärte er augenzwinkernd, „da haben wir nämlich auch wieder eine Ratssitzung.“

Besondere Zeiten erfordern eine besondere Sitzordnung – und so müssen die Ratsmitglieder in der Beekeschule alle an Einzeltischen Platz nehmen. Das hat schon etwas von Unterricht im Klassenzimmer.

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