Geschäftsfeld, statt Acker

Mit acht neuen Anlagen: Windpark Wohlsdorf steht kurz vor der Umsetzung

Auf dem Lagerplatz deuten schon riesige Kabeltrommeln auf den Start des Windpark-Baus hin.
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Auf dem Lagerplatz deuten schon riesige Kabeltrommeln auf den Start des Windpark-Baus hin.

Wohlsdorf/Rotenburg – Nach jahrelangen Planungen, Diskussionen in Bürgerversammlungen, Informationen durch den Betreiber, die Windpark Wohlsdorf GbR, und abgeschlossenem Genehmigungsverfahren ist es jetzt so weit: Die Vorbereitungen für den Bau des Windparks Wohlsdorf mit seinen acht Windenergieanlagen (169 Meter Nabenhöhe, 75 Meter lange Rotoren, 244 Meter Gesamthöhe) haben begonnen.

Der Park, der etwa 60 Millionen Euro kostet und sich auf einer 97 Hektar großen Fläche der Kreisstadt befindet, die von Wohlsdorfer Landwirten bewirtschaftet wird, soll im zweiten Quartal kommenden Jahres fertiggestellt werden. Eines der zwei Windräder, die bereits vor Jahren am Rande des Ahlsdorfer Forstes errichtet wurden, wird abgebaut, ebenso eine Biogasanlage. Die acht Windräder liefern jeweils 5,6 Megawatt grünen Strom – genug, um etwa 120 000 Menschen klimaneutral zu versorgen.

Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) in einem Gespräch mit unserer Zeitung: „Wir können als Stadt froh und glücklich darüber sein, dass wir einen wichtigen Teil für die Energiewende im Landkreis beitragen. Dadurch wirken wir dabei mit, die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die CO2-Belastung zu reduzieren. Für die Zukunft können wir für Rotenburg wichtige Gewerbesteuereinnahmen generieren, die die für unsere Region so belastende Erdgasförderung ablöst.”

„Positiv ist”, so Weber weiter, „dass die Mehrzahl der Anwohner, gemeint sind die Wohlsdorfer, Bartelsdorfer und Rotenburger, dieses mittragen und dass das Projekt erfolgreich realisiert werden kann.” Auch den kritischen Stimmen gegenüber sei es gelungen, „die Sorgen weitestgehend zu nehmen und Verständnis für die Notwendigkeit des Windparks zu erzielen”.

Zu den schon im Bau befindlichen Windrädern in der Gemarkung Wohlsdorf und Rotenburg gab es keinen öffentlichen Widerspruch. Bei uns im Ortsrat sind keine Beschwerden eingegangen.

Wohlsdorfs Ortsbürgermeisterin Gisela Kracke

Der Bürgermeister betont weiterhin den positiven Verlauf der Gespräche mit verantwortlichen Betreibern des Windparks Wohlsdorf und deren Bereitschaft, auf diesen Vorschlag der Stadt Rotenburg einzugehen. Danach ist geplant, parallel zum Windpark einen Lehrpfad zur Thematik der regenerativen Energie einzurichten. Dieser, so Weber, solle als wichtiger Baustein zur umweltpolitischen Information der Öffentlichkeit dienen. Ebenso habe die Stadt erreicht, dass Rotenburg Sitz der Betreiberfirma sei. Darüber hinaus werde die Kreisstadt eine weitere Ladestation für Elektromobile bekommen.

Nach den Worten von Umwelt- und Klimaschutzminister Olaf Lies (SPD), so der Bürgermeister, habe Niedersachsen in seiner Landesverfassung festgelegt, spätestens bis 2040 den Energiebedarf komplett aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Dazu würden rechnerisch 30 Gigawatt installierte Windenergie an Land benötigt. Deshalb, betont der Minister, sei ein deutlich schnellerer Zubau notwendig.

Zwischen den Ansprüchen des Landes, 2,1 Prozent der Fläche für Windräder vorzuhalten und der aktuellen Situation im Landkreis Rotenburg bestehen allerdings zur Zeit noch erhebliche Defizite: 0,9 Prozent der Fläche sind es im Kreis Rotenburg. Der Windpark Wohlsdorf wird also ein wichtiger Baustein sein, um dem Ziel nach einem Wechsel zu grünem Strom näher zu kommen.

Die Ortsbürgermeisterin der rund 350 Einwohner zählenden Ortschaft Wohlsdorf, Gisela Kracke, erklärt: „Zu den schon im Bau befindlichen Windrädern in der Gemarkung Wohlsdorf und Rotenburg gab es keinen öffentlichen Widerspruch. Bei uns im Ortsrat sind keine Beschwerden eingegangen. Sicherlich gibt es immer Befürworter und Menschen, die es nicht sehr gut finden. Wir leben in Zeiten der Energiewende und möchten schließlich nachhaltige Energien erzeugen.”

Die Türme des Kölner Doms ragen 157 Meter in die Höhe; die geplanten Windräder zwischen Rotenburg, Wohlsdorf und Bartelsdorf messen 244 Meter. Diese weithin sichtbaren stählernen Riesen – nicht für jeden eine Augenweide – haben für die nächsten Jahrzehnte die Aufgabe, dazu beizutragen, den wachsenden Energiebedarf zu sichern.

Die Vorbereitungen für das Projekt Windpark Wohlsdorf haben begonnen: Zufahrtswege zu den einzelnen Flurstücken, auf denen die Anlagen stehen werden, wurden neu geschaffen, verbreitert und befestigt. Auf dem großen Lagerplatz warten riesige Kabeltrommeln. In den nächsten Tagen werden Mitarbeiter einer Firma aus dem brandenburgischen Guben beginnen, mit einem sogenannten Kabelpflug die unterirdischen Leitungen zu verlegen.

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