„Die Menschen im Blick“

Scheeßeler Ausgabestelle der Rotenburger Tafel feiert zehnjähriges Bestehen

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Mehr als 40 Ehrenamtler investieren ihre Freizeit, um bedürftigen Menschen zu helfen.

Scheeßel - Wenn ein Verein, der sich der ehrenamtlichen Arbeit verschrieben hat, auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann, so ist das normalerweise ein Grund zum Feiern. Etwas anders sah das beim Fest der Tafel in Scheeßel (oder „Rotenburger Tafel, Ausgabestelle Scheeßel, wie es offiziell heißt) aus, bei dem unter Anwesenheit einiger offizieller Vertreter, unter anderem vom Landkreis und der Gemeinde, vor allem die vielen ehrenamtlichen Helfer einmal in den Mittelpunkt gestellt wurden. Mitbegründer Helmut Reitz fasste es so zusammen: „Einem Verein zu einer solchen Feier Gedeihen und ein langes Leben zu wünschen, ginge nicht in die richtige Richtung!“

Der hehre Wunsch, die Arbeit aus Mangel an Bedürftigen bald einstellen zu können, ist wohl wenig realistisch, das war den meisten der rund 80 Anwesenden klar. Hatten bei der Gründung 2008 noch große Zweifel seitens der Gemeinde bestanden, ob eine solche Einrichtung überhaupt nötig sei, wie Wolfgang Bassen, der erste stellvertretende Bürgermeister, im Namen der Gemeinde selbstkritisch zugab, so steht dies nach einer Dekade Ausgabe außer Frage. In der Zeit wurden 160.000 Menschen versorgt, durchschnittlich 40 Familien pro Ausgabe, wie Vorsitzender Günter Saxer vorrechnete.

Und auch die Förderung durch Supermärkte, Gewerbetreibende, Gemeinde und Landkreis steht auf soliden Füßen. Die Ehrenamtler holen die Waren für die Lebensmittelausgabe sechs Tage pro Woche von 25 Spendern ab und legen rund 500 Kilometer im Landkreis zurück. Danach wird sortiert und auf die zwei Ausgabetagen verteilt..

Die jährlichen Betriebsausgaben von 20.000 Euro werden vor allem durch Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse finanziert. Dafür gab es auch von Landrat Herrmann Luttmann (CDU) Lob: „Sie haben die Menschen im Blick, denen es nicht so gut geht – dabei unterstützen wir Sie gern.“ Aber auch der Nachhaltigkeitsaspekt, in dessen Rahmen Lebensmittel einer sinnvollen Verwendung zugeführt würden, sei gerade heute nicht hoch genug zu bewerten.

Auch wenn die Ausgabe Ende 2015 bis Mitte 2016 kurzfristig auf einmal wöchentlich pro Kunde reduziert werden musste und die Verständigung mit den drei Ausgabeteams zum Teil mit „Händen und Füßen“ funktioniere, konnte Saxer nicht ohne Stolz vermelden: „Bei uns ist in den zehn Jahren kein Kunde ohne Lebensmittel nach Hause gegangen.“

Als besondere Aktionen erinnerte er an die jährlichen Weihnachtspäckchen für Tafelkunden-Kinder durch die Grundschule, an Lebensmittel-Sammlungen beim Hurricane-Festival gemeinsam mit sechs anderen Tafeln, die rund 5.000 Dosen in die Regale bringen und bei dem sich Eichenschüler ebenso einbringen wie beim Sozialpraktikum, ferner den Sponsorenlauf beim ersten Spargelmarkt.

Geehrt wurden insbesondere die Helfer, die dem Verein mit ihrer Zeit regelmäßig und unermüdlich von Beginn an die Treue halten. Es sind: Doris Brentel, Edda Bobrich, Hella Müller-Scheeßel, Elisabeth Wietzke, Uta Hoops, Bärbel Münrich, Maria Wiehler, Birgit Müller, Marion von Koschnitzky, Renate Freundlieb, Helmut Reitz, Werner Dreier, Christian Suhr, Johann Lambrecht, Wilhelm Duden, Jürgen Hoppmann, Klaus Weidemann, Hans Peter Schneider, Klaus Wilhelm, Werner Karpe, Günter Wieler, Harry Puhlmann, Günter Saxer und Udo Winkler.

Nachdem sie alle aufgerufen worden waren, stand fast der ganze Saal vorn – ein schönes Bild. 

hey

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