Ergebnis der Bürgerbefragung in Westeresch liegt vor

Mehrheit lehnt Gewerbegebiet ab

Der Geltungsbereich für das Westerescher Gewerbegebiet erstreckt sich südlich entlang der L131 und östlich des Woltweges.

Scheeßel/Westeresch - Von Lars Warnecke. Die Gemeinde braucht dringend neue Gewerbeflächen. Daran hegen Politik und Verwaltung angesichts vornehmlich mittelständischer Unternehmen, die sich erweitern oder gar neu an der Beeke ansiedeln möchten, schon lange keinen Zweifel mehr. Nur sind diese Flächen rar. Einen Vorstoß verspricht ein an der L 131 gelegenes Grundstück nahe Westeresch. Die dort lebenden Einwohner sprechen sich jedoch mehrheitlich gegen ein Gewerbegebiet aus.

Das ist das Ergebnis einer Bürgerbefragung, die am Sonntag in der Ortschaft stattgefunden hatte. Exakt 431 Einwohner waren aufgerufen, ihre Meinung zu dem Vorhaben kundzutun. Ein Novum für das Dorf, hatte der Ortsrat die eigentlich von ihm zu treffende Entscheidung angesichts der Tragweite des Themas und der unterschiedlichen Positionen unter den Westereschern erstmals in Bürgerhand gelegt.

Das Ergebnis: Knapp mehr als die Hälfte ergriff die Initiative – allerdings zu 65,8 Prozent nicht zu Gunsten eines Gewerbegebietes. Für Ernst Behrens (CDU) ist das Resultat ein klares Signal: „Wir werden uns dem sicher nicht entziehen und eine entsprechende Beschlussempfehlung an den Bauausschuss geben“, verweist der Westerescher Bürgermeister auf die bevorstehende Ortsratssitzung am Montag.

Wie der Landwirt selbst im Regulärfall abgestimmt hätte, will er nicht sagen. Nur so viel ist ihm zu entlocken: „Hätten wir das demokratisch im Ortsrat ablaufen lassen, wären immense Diskussionen schon programmiert gewesen – egal, wie unsere Entscheidung ausgefallen wäre.“

Das Westerescher Votum – es steht exemplarisch für das Dilemma, in dem sich die Gemeinde befindet. Potenzielle Flächen für Gewerbeansiedlung gäbe es theoretisch zu Genüge – nur an sie heranzukommen, erweist sich als schwierig. In der Regel, weil die Eigentümer, zumeist Landwirte, gar nicht erst veräußern wollen.

Von einem „schwierigen Thema“ spricht dann auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU): „Wir sind keinesfalls frei in der Entscheidung, uns irgendwo ein Stück Land zu kaufen und Gewerbe auszuweisen. Da hängt ziemlich viel dran“, sagt sie. Selbst wenn ein Angebot vorliege, hieße das nicht automatisch, dass die Fläche auch wirklich entwickelbar sei.

Entmutigt fühle sich die Rathaus-Chefin nicht. „Ich bin in Anbetracht des hohen Bedarfs nach wie vor parallel an vielen Stellen dran.“ So auch an einer Fläche im Kernort, für die jedoch gleich mehrere Grundstückseigentümer überzeugt werden müssten – ein Kraftakt. „Und wir wissen noch gar nicht, ob die überhaupt geeignet ist.“

Geeignet wäre das geräumige Areal an der Landesstraße 131 aus Sicht der Verwaltung allemal. Ob ein Bebauungsplan erfolgreich aufgestellt werden könnte, könne nur das Verfahren zeigen. Mit dem Eigentümer sei sich die Gemeinde zumindest einig. „Ich glaube, im Vorfeld hat niemand in der politischen Gemeinde damit gerechnet, dass in Westeresch diese Haltung derart massiv aufkommt“, so Dittmer-Scheele, die ergänzt, dass man sich nun auf diese Situation einzustellen habe.

Sollte dem nun zu erwartenden Ortsratsvotum in den Anschluss-Gremien in Scheeßel Folge geleistet werden, bedeute das ihren Worten nach, „dass die Perspektive für Scheeßel wieder fraglicher ist“. Die Verwaltungschefin im Klartext: „Wenn wir zeitnah gar nichts hinbekommen, ist die Politik weiter gefragt.“

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